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Dieser österreichische Gartenblog beinhaltet Gartentipps für Blumen, Gemüse und Gärtnern im Topf, interessante Buchvorstellungen und Einblicke in Salzburgs unvergleichliche Natur.

Donnerstag, 15. April 2010

Sorgenkinder bei der Überwinterung

Zitruspflanzen sind wunderschön und etwas ganz Besonderes in unseren Breitengraden. Wachsen sie im Sommer toll auf der Terrasse, ist das Überwintern nicht gerade einfach und man muss einiges an Lehrgeld bezahlen.

Mein erster großer Fehler war, dass ich meine Zitruspflanzen (Kumquat, Mandarine, Zitrone, Orange, Limette) von der südwest-seitigen Terrasse zum Überwintern in ein nordseitiges Zimmer brachte, in dem etwa eine Temperatur von 14 bis 15 Grad vorherrschte, zusätzlich spendete eine Lampe etwas Licht. Es dauerte nicht lange und die Zitrusse begannen die Blätter zu verlieren, wovon besonders die Orange und die Limette betroffen waren. Der Blattfall hörte auch nicht auf, die Orange war mittlerweile schon ganz kahl und sah nicht mehr danach aus, als könnte man sie retten.
Ich räumte die Zitrusse also in mein Arbeitszimmer und Wohnzimmer um, welche beide Richtung Terrasse ausgerichtet sind, um Schlimmeres zu verhindern, was mir aber nur bedingt gelang. Die Limette behielt ihre wenigen Blätter noch eine Weile, allerdings starben die kleinen Zweigchen nach und nach ab, so dass auch sie die Patschen streckte. Die Mandarine und einer der beiden Zitronenbäume verkahlte auch immer stärker, es musste eine Lösung her.
Im Haus und Gartenforum las ich dann das erste mal etwas über den winterlichen Blattfall bei Zitruspflanzen, der vorallem durch ein Missverhältnis zwischen Raumtemperatur und der Temperatur im Wurzelbereich der Pflanze ausgelöst wird, sprich der Körper hats zwar mollig warm, aber die Füße eiskalt, wodurch der Kreislauf gestört wird. Ziel wäre es daher den Wurzelballen auf etwa 20-25 Grad zu erwärmen, doch wie?

Heizmatten verbrauchen viel zu viel Strom um über einen längeren Zeitraum eingesetzt zu werden, daher bockte ich die Gefäße samt Metallrollwagen mit kleinen Tontöpfchen auf, sodass darunter genau zwei Teelichter hineinpassten. Ich baute quasi eine Teelichtheizung und mit ihr verschwanden vorerst mal einige Probleme. Der Blattfall hörte auf und die Pflanzen begannen sich zu erholen und neu auszutreiben.

Es wäre zu schön um wahr zu sein, wenn nun alle Probleme gelöst gewesen wären. Doch dem war natürlich nicht so. Meine Mandarine bekam Schildläuse, die sich durch nichts von der Pflanze vertreiben ließen. Es halfen keine Spritzmittel und auch nicht die systemischen Sticks für Zierpflanzen, die Schildläuse machten fast die ganze Mandarine kaputt - vom einstigen Bäumchen ist nur noch ein Stumpen übrig.
Heute habe ich sie mit dem Gartenschlauch abgeduscht und mit einer Schmierseifenlösung gewaschen und hoffe, dass es nun etwas besser wird und die Neutriebe nicht mehr so stark befallen werden.

Ganz viele Schildläuse bekam auch meine kleine Zitronenpflanze vom Bellaflora - jedes Ästchen war mit diesen Viechern verklebt, daher blieb mir nichts anderes übrig als diese mechanisch abzukratzen und sie anschließend mit einem systemischen Mittel zu behandeln. Obwohl auch sie viele Läuse bekam, verlor sie nur wenige Blätter und ist mitterweile wieder fleißig am blühen, so dass sich im Wohnzimmer angenehmer Zitrusduft verbreitet.
Die Zitrone vom Hofer hat den Winter auch gut überstanden und treibt wieder aus. Blüten haben sich bis jetzt noch keine gezeigt, aber das wird hoffentlich noch kommen.
Beide Pflanzen bekamen leider auch noch Spinnmilben, die aber nach einer einmaligen Behandlung mit dem Gartenschlauch verschwunden waren - Gott sei Dank!!

Mit der Kumquat war es eine komische Geschichte: sie verlor weder viele Blätter, noch war sonst etwas Negatives zu bemerken. Sie hielt sich von allen Pflanzen am Besten. Dann waren wir ein Wochenende nicht da und ich hatte sie zu wenig gegossen. Als wir wieder kamen, hingen alle Blätter und selbst das Gießen half nichts, sie verlor alle Blätter. Dann fingen die Zweigchen abzusterben an, daher bekam nun auch sie eine Teelichtheizung. Dies stoppte das Absterben der Äste und es begannen sich zahlreiche Neuaustriebe zu bilden. Doch plötzlich wurden die Ästchen wieder braun, aber ohne ersichtlichen Grund es war ja jetzt warm genug und gegossen habe ich auch nicht zu viel. Der Edelreis starb ab und die Unterlage trieb aus und die ist nun ganz schön am wachsen.
Aber ich staunte nicht schlecht, als ich plötzlich einen leuchtend gelben Pilz im Substrat der ehemaligen Kumquat entdeckte. Es handelte sich dabei um den gelben Faltenschirmling - eigentlich ein tropischer Pilz, aber nicht gefährlich. Mittlerweile ist aber wieder verschwunden.

Als der Hofer wieder Zitruspflanzen hatte, konnte ich leider nicht widerstehen und kaufte mir einen Zitronenbaum und eine Kumquat, die viel kräftiger und gesünder wirkt, als die alte - mal sehen, noch ist alles im grünen Bereich auch, wenn der neue Zitronenbaum erstmal einige Blätter verloren hat.

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