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Montag, 5. Juli 2010

Ferne Länder Tschechien: Prag - Juli 2007

Prag (20. - 23. Juli 2007)


Die Startparty der Mongol-Rallye für Kontinentaleuropa fand in Prag im Deniz Club statt. Die wollten wir (Ursi, Margit, Klaus, Georg, Klaudia, Robert und ich) natürlich nicht verpassen – aber die Reise dahin war ein kleines Abenteuer, begleitet von vielen Pannen. Hatten sich sich Georg und Klaudia entschieden mit dem Zug direkt von Graz nach Prag zu fahren, war der Rest der Partie dafür von Wien weg zu fahren, da es hier eine bessere Verbindung gab.

Die Fahrt begann am Freitag:
Ein Glück: Klaudia und Georg waren vom frühen Nachmittag bis in die Nacht unterwegs, denn ihr Zug fuhr auf einer eingleisigen Strecke, welche durch die Hitze stark verzogen war und so der Zug kaum vorwärts kam.
Auch unser Start verlief nicht wie geplant: Margit, Ursi, Klaus und Robert fuhren rechtzeitig in Graz los um rechtzeitig in Wien zu sein, denn unser Zug sollte um 18.30 Uhr Wien Südbahnhof-Ostseite abfahren, aber Robert bemerkte etwa auf der Hälfte der Strecke von Wien nach Graz, dass er seinen Reisepass vergessen hatte – also alle wieder zurück Pass holen – natürlich in einem Affentempo!
Der Vorfall kostete viel Zeit, welche die vier eigentlich nicht hatten, es blieb nichts übrig Klaus musste nach Wien rasen! Dabei überhitzte fast der Motor und um größere Schäden zu verhindern, musste bei etwa 30 Grad die Autoheizung aufgedreht werden. Ursi wurde bei der Horrorfahrt ein bisschen schlecht J
Ich saß in der Zwischenzeit im Büro, war gerade wegen allem ziemlich „angefressen“ und ärgerte mich maßlos über Roberts Vergesslichkeit – das konnte es ja nicht sein, schreibt man ihm extra SMS und er vergisst es trotzdem!!! Zudem war ich mir nicht mehr so ganz sicher, ob ich überhaupt nach Prag fahren sollte, denn erst jetzt wurde mir richtig klar, dass ich zu Hause bleiben muss und die Vorstellung gefiel mir nicht so besonders! Aber ich wollte Jakob nicht enttäuschen, fuhr zum Bahnhof und stieg schon mal in den Zug ein, meine Kollegen waren noch immer nicht da und in fünf Minuten sollte der Zug abfahren – die Hoffnung hatte ich schon aufgegeben!
Plötzlich tauchen bekannte Gesichter am Bahnsteig auf – völlig abgekämpft und verschwitzt erreichen die Vier den Zug – sie hatten in Wien Meidling geparkt und waren mit dem Taxi hergefahren, leider hatte ihr Fahrer erst den zweiten Arbeitstag in Wien und kannte sich überhaupt nicht aus!
Sie hatten es geschafft – in dem Moment fuhr der Zug auch schon los, alle waren an Bord. Jakob hatte mich mehrmals zu erreichen versucht, ob ich nun komme oder nicht, aber irgendwie war mir nicht nach Antworten zu mute, ich wollte nicht sagen, ob ich nun komme oder nicht – ja, die Emotionen sind durchgegangen mit mir, ich war „grandig“ auf Jakob! Der Anruf bei Ursi brachte mehr Glück – sie meldete voller Freude: Alle im Zug!
Es war verdammt heiß und der Zug hatte keine Klima-Anlage – juhu, wir wurden im eigenen Schweiß gebadet! Die Rettung: der Speisewaggon, der Kellner dort hielt Klaus für meinen Papa – sehr schmeichelhaft!
Pünktlich um elf Uhr abends kamen wir in Prag Hauptbahnhof an, Jakob kam uns abholen. Schon im Zug war ich ziemlich aufgebracht über die ganze Rallye und terrorisierte damit meine Kollegen, in Prag wollte ich mit Jakob gar nicht mehr reden – ich ignorierte ihn einfach! Kein feiner Zug von mir!
Unser Quartier war erst ein Jahr alt, ein wirklich guter Treffer, geschlafen haben wir in einem 7-Bettzimmer, kein Problem, wenn man alle Leute kennt!
Am Samstag trafen wir auch Maria und ihre Schwester Teresa zum Frühstücken, Herwig schlief ja bei uns! Dann ging es los – Prag wartete darauf von uns erkundet zu werden! Natürlich besichtigten wir die Prager Burg (Hradschin), schlenderten über den Wenzelsplatz und die Karlsbrücke! Der jüdische Friedhof war leider schon geschlossen – müssen wir uns beim nächsten Mal anschauen!
Irgendwann teilte sich die Gruppe auf: Robert spielte Reiseführer für Klaus, Margit und Ursula. Klaudia, Georg, Jakob und ich bildeten eine eigene kleine Gruppe! Jakob meinte, wir müssen unbedingt auf die Terrasse eines Einkaufszentrums fahren, weil man von dort oben, einen super Ausblick über Prag hätte. Gesagt getan, der Lift war sehr abenteuerlich, aber wir sind nicht stecken geblieben – der Ausblick war … hmm … naja … wir haben die Blechdächer der anderen Häuser gesehen! Kurz überlegten wir, ob wir nicht doch die Treppe nach unten nehmen sollten, aber das wäre ja viel zu anstrengend gewesen, lieber wieder den Lift, auch wenn er noch so klapprig ist! Unten angekommen, rüttelte Georg am Gitter und meinte siegessicher: „Wir wären, da ja gar ned raus gekommen, hätt ma wieder rauf gehen müssen!“ (rüttelt dabei fest am Gitter)!
Jaja, da hat der Georg wohl das offene Tor daneben übersehen! Zwei Minuten später sorgte dafür Jakob für einen Lacher: Klaudia erzählte, dass ihr Hotel auch über einen Swimmingpool verfügt, doch dieser sei „Out of Order“, mein Schatz interpretierte das als „Autofohra“ – er sah und hörte halt schon überall Autos!
Da fehlt mir ein, nicht lange vor Prag, fragte er mich im Schlaf: „Kathrin, soll ich in den Suzuki weiße Kugerln reintanken?“ (ich hatte an dem Abend Halsweh und deswegen Globoli – kleine, weiße Kugerln eingenommen).
Zurück auf der Einkaufsmeile von Prag gingen Klaudia und ich ein bisschen shoppen, unsere Männer inzwischen auf ein Bier! Georg hatte schon für das Mittagessen ein für Prag wirklich teures Restaurant ausgesucht, kaum zu glauben, aber auch das Lokal auf der Flaniermeile war so ein Glücksgriff: Jakob und Georg tranken sicher mit Abstand das teuerste Bier von Prag! (Das war Georg peinlich!)
Am Abend gingen wir alle zusammen: Klaus, Ursi, Margit, Robert, Herwig, Maria, Marias Freundinnen aus Schweden, Jakob und ich essen! Das Lokal hatte wirklich super Küche, doch Jakob und ich konnten einfach nichts mehr essen, bis auf eine Topfentorte! Wir waren zuvor in einem typisch tschechischen Arbeiterlokal in Prag und probierten dort Hermelin (eine Art nachgemachter Camembert – sehr ausgiebig). Die Kellnerin verstand uns nicht und wir verstanden sie nicht, das Bestellen gestaltete sich dadurch ein wenig schwierig, aber Ende bekam jeder das was er wollte.Nur sie war etwas böse, weil wir nicht ganz aufgegessen hatten und wertete es so, dass die Küche schlecht gewesen wäre.
Am späteren Abend gingen wir noch etwas fort oder wollten es. In der Prager Innenstadt ist es nämlich gar nicht so leicht ein Lokal für den Abend zu finden. Schließlich landeten wir in einer recht netten Kneipe am Wenzelsplatz, waren aber nur noch zu viert: Klaus, Robert, Jakob und ich! Der Rest war schon zu müde und ging schlafen.
Der Wenzelsplatz ist eine Klasse für sich – man sieht zwar ständig Polizisten „patrouillieren“, vor den Augen der Ordnungshüter blühen aber Drogenhandel und Prostitution. So ist es nicht verwunderlich, dass Klaus und Robert beim Nachhausegehen (es hatte stark zu regnen begonnen) von Prostituierten mit den Worten „Do wanna have sex with me? Now!“ angesprochen wurden.
Nach einem gemütlichen Frühstück am Sonntag gingen wir uns die Prager Burg samt Goldmachergässchen anschauen – sehr interessant, aber so richtig konnte ich mich darauf nicht mehr konzentrieren, der Abschied rückte immer näher – mir wurde es immer schwerer ums Herz.
Der Hradschin ist wirklich sehenswert, im Grunde müsste man sich viel mehr Zeit dafür nehmen, es ist ein sehr weitläufiges Gelände mit vielen Museen. Besonders süß ist das Goldmachergässchen mit seinen kleinen Häuschen, die bunt bemalt sind!
Der Abend und die Startparty rückten immer näher, in der Stadt sah man schon überall kleine Autos mit vielen Stickern – Teilnehmer der Mongol-Rallye. Als wir etwas später in Reih und Glied mit unseren T-Shirts zur Party aufgebrochen sind, habe ich mir nichts sehnlicher gewünscht als in diesem Moment nicht an diesem Ort sein zu müssen, doch es gab keine Gnade.
Die Party war trotz allem sehr lustig – Jakob und ich haben als einzige getanzt! Wir trafen das Team von Vienna Calling – Herr Krause hatte an diesem Abend eine ganz besonders schöne Frisur!
Die Band spielte super Musik und hatte tolle Sängerinnen dabei, leider hörten sie viel zu früh auf. Um 1 Uhr verließen wir die Party, denn um 5 Uhr Früh ging unser Zug. In dieser Nacht habe ich ziemlich schlecht geschlafen, nach dem Aufstehen herrschte Hektik und plötzlich war der Moment gekommen, wo ich Jakob gegenüber stand und ihm eine gute Reise wünschen musste – der Abschied war alles andere als leicht.
Zu Fuß ging es dann zum Hauptbahnhof, dabei überquerten wir noch einmal den Wenzelsplatz, wo gerade ein paar Dealer damit beschäftigt waren, Drogen in Zierbäumchen vor einem Hotel zu verstecken.
Um etwa 10 Uhr am Vormittag waren wir wieder in Wien.

Fotos auf Picasa

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