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Dieser österreichische Gartenblog beinhaltet Gartentipps für Blumen, Gemüse und Gärtnern im Topf, interessante Buchvorstellungen und Einblicke in Salzburgs unvergleichliche Natur.

Dienstag, 5. Oktober 2010

Von der Chiliernte und den Gefahren dabei!

Nachdem es bei uns keine Aussicht auf besseres Wetter gibt und im Grunde nur noch eine generell feuchte Witterung mit Hochnebel präsent ist, war es an der Zeit die abgereiften Chilis zu ernten. Viele hängen noch grün an den Stauden, doch ich habe so meine Zweifel, dass die heuer noch abreifen. Trotzdem kann ich mich nicht beschweren, die Ernte fiel recht gut aus - ein ganzer Suppenteller voll mit würzigen Früchtchen. Eigentlich habe ich nur milde Chilis angezogen bzw gekauft, allerdings entpuppten sich die eher kurzen gelben Chilis bereits beim verarbeiten als "rattenscharf".
Meine Chilis verarbeite ich nämlich zu Pulver und muss sie daher zuvor gut trocknen, was am Besten mit einem Dörrgerät funktioniert. Dazu schneide ich die Früchte klein und entferne dabei die Kerne. Bei den roten, langen Chilis kein Problem, aber bei den gelben, kurzen wurde dieser Arbeitsschritt fast zur Qual. Schon  zwei, drei Schoten genügten um die Luft mit einer gewissen Schärfe zu erfüllen, die im Hals kratzte. Nun gut, ich hielt bis ans bittere Ende durch, aber was dann kam hätte ich mir nie, nie im Leben gedacht. Kurz nachdem ich mit der Arbeit fertig war, begannen mir die Hände zu brennen. Nicht nur ein bisschen, sondern richtig heftig. Alles Waschen mit Seife brachte kaum eine Linderung, selbst eine Milchdusche versagte. Nun musste Tante Google helfen. Auf Gutefrage.net entdeckte ich den Tip, die Hände gut mit Öl oder Butter einzureiben, anschließend mit Küchenrolle abzureiben und erst dann die Pfoten gründlich mit Seife zu waschen. Der Grund dafür liegt darin, dass Capsaicin, jener Stoff, welcher Chilis scharf macht, nur in Fett löslich ist, nicht aber in Wasser. Eine weitere Wirkung ist, dass durch diesen Stoff die rektale Schmerzempfindlichkeit des Dickdarms erhöht wird - jetzt weiß ich warum es heißt, scharfe Sachen brennen zweimal! Natürlich je mehr eine Frucht Capsaicin enthält desto schärfer ist sie.
Was ich auch nicht wusste ist, dass Chilis gerade durch das Capsaicin, welches durchblutungsanregend ist, so vielseitig einsetzbar sind. Sie können zu Salben und Cremes verarbeitet werden, die Linderung bei Schmerzen des Bewegungsapparats und bei Abnützungen von Gelenken bringen.

Die Behandlung mit dem Öl hat ein wenig Abhilfe gebracht, aber das Brennen hat so richtig erst nach ein paar Stunden von alleine aufgehört. Für das nächste Mal gilt, keine Verarbeitung von Chilis mehr ohne Einweghandschuhe.



Kommentare:

  1. T'schuldigung - aber ich musste grinsen;-)
    Wer das zum ersten Mal mit größeren Mengen macht, schließt scheinbar immer mit dem Satz: Nächstes Mal nur mit Handschuhen!
    Ich kenne das "Problem" auch ganz gut und muss manchmal mitten im Verareiten von Chilis die Küche fluchtartig verlassen, wenn zu viel Schärfe "in der Luft liegt". Gestern habe ich mir nach dem Aufschneiden einer Chili für's Abendessen mit dem Finger an die Nase getupft, das hab ich noch Stunden später gespürt. Das zeigt: Gute Vorsätze ignoriert man gerne;-)
    Liebe Grüße, Margit

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  2. Hallo Kathrin! Einen schönen Blog hast du! Ich schaue gerne öfter vorbei. VG Elke

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