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Dieser österreichische Gartenblog beinhaltet Gartentipps für Blumen, Gemüse und Gärtnern im Topf, interessante Buchvorstellungen und Einblicke in Salzburgs unvergleichliche Natur.

Sonntag, 21. November 2010

Topfgemüse 2010

Heute ist ein richtiger Novembertag - regnerisch, kalt, die Gemüsesaison 2010 ist endgültig vorbei! Ein perfekter Zeitpunkt das vergangene Gartenjahr einmal Revue passieren zu lassen. Die wohl größte Neuerung im Garten war das kleine Gemüsebeet inklusive Folienhaus von Lidl, welches entgegen der vielen im Internet zu findenden Forenbeiträge Wind und Wetter unbeschadet überstanden hat - keine Risse in der Folie und keine kaputten Reißverschlüsse. Auch der aufgestellte Schneckenzaun hat sich bewährt und eine Nacktschneckeninvasion im kleinen Beet verhindert. Doch der Großteil des Gemüseanbaus erfolgte, wie auch schon letztes Jahr, im Topf.
Natürlich habe ich wieder einige neue Tomaten-, Paprika-, Zucchini- und Kürbissorten ausprobiert, wenn auch weniger als erhofft, denn bei den meisten gekauften Gemüsepflänzchen stimmten die Schildchen nicht, daher bleibt mir für kommendes Jahr wohl nichts anderes übrig, als speziellere Sorten selber anzuziehen. 

Wettermäßig ging es 2010 ziemlich chaotisch zu. Zum einen war es sehr lange kalt, wenn ich mich recht erinnere zog sich der Winter bis in den Mai hinein. Als es endlich wärmer wurde, kam der Regen. Dieser wurde von einer drei bis vier Wochen lang andauernden Hitzewelle mit Höchstemperaturen bis 36°C abgelöst.  Auf mich wirkte es ohnehin so, dass nach dieser besagten Hitzewelle unübersehbar der Herbst einsetzte. Die Blätter an den Bäumen begannen sich zu verfärben und die ersten Herbstblumen zeigten sich - viel zu früh! Fast so, als hätten die Pflanzen während der heißen Tage alles gegeben und wären nun am Ende ihrer Kräfte. Danach wieder Regen, nochmals Regen und nochmals Regen - inklusive kalten Nächten. 
Wahrlich keine guten Voraussetzungen für den Gemüseanbau - es fehlte schlicht und einfach eine konstante, warme Schönwetterperiode. Aber das Wetter muss man nun einmal so nehmen, wie es kommt.

Auberginen
Mit den Auberginen hatte ich dieses Jahr überhaupt kein Glück. Ich probierte es mit einer kleinen, runden Aubergine, einer angeblich weißen Sorte, die dann aber doch violett war und einer ganz normalen Standardsorte. Insgesamt bildeten sich zwei Früchte, wovon aber beide nicht ausreiften. Darüberhinaus machten sich über die Pflanzen Spinnmilben her und ich bekam dieses Problem ehrlich gesagt nicht mehr in den Griff, obwohl ich mir extra ein Bio-Spritzmittel zugelegt hatte. 

Bohnen
Bohnen baute ich heuer zum ersten Mal an. Ich entschied mich für "Borlotto Rosso"-Bohnen und "Feuerbohnen". Allerdings machte ich beim Anbau einen entscheidenden Fehler, indem ich die Pflanzen geschützt unter dem Dachvorsprung aufstellte. Bohnen mögen das überhaupt nicht, sie kümmerten vor sich hin und es gab bei den Borlotto-Bohnen nur vereinzelt Blütenbildung, bei den Feuerbohnen überhaupt keine. Dies änderte sich schlagartig, nachdem ich die Töpfe ins "Freie" gerückt hatte und die Bohnen Wind und Regen ausgesetzt waren. Ab diesem Zeitpunkt blühten sie unaufhörlich und wuchsen dem Himmel entgegen. 

Chilis
Meine Chili-Zucht lieferte genügend Schoten um Chili-Pulver herzustellen. Außerdem sind Chilis wie Paprika recht unempfindlich gegen Schädlinge und Krankheiten. Einziges Manko war das kalte Wetter, dadurch verzögerte sich die Blüte locker um drei Wochen. In der ganzen Saison traten immer wieder Wachstumsstockungen aufgrund von Schlechtwetterperioden auf.

Gurken
Bei den Gurken gab es heuer zum ersten Mal eine gute Ernte. Dies ist wohl auf den veränderten Standort zurückzuführen. Standen sie früher auf der eher ungünstigen Nord-West-Seite des Hauses, habe ich sie heuer auf die Süd-West-Seite gestellt und bekam als Dank zahlreiche Gurken. Einzig und allein die Schlangengurken und die Weiße Gurke (beide standen im Folienhaus) wollten nicht so recht. Letztere wurde überhaupt schon als kleines Pflänzlein vom Mehltau dahingerafft. Dabei hatte ich mich auf diese außergewöhnliche Gurkensorte besonders gefreut.

Kartoffeln
Nachdem der Kartoffeltopf letztes Jahr ein voller Erfolg war, durfte er natürlich dieses Jahr auch nicht fehlen. Angebaut habe ich zwei verschiedene Sorten: "Princess" (Supermarkt) und "Vitelotte" (Naschmarkt). Bei Princess gab es eine magere Ernte, nur ein paar winzige Knollen kamen zum Vorschein. Dafür war die Vitelotte für ihre Verhältnisse sehr ertragreich und blieb im Gegensatz zur Princess bis zum Ende gesund - keine Braun- und Krautfäule. 

Kürbis
Tja die lieben Kürbisse wollten heuer so überhaupt nicht. Aufgrund des Wetters gab es bis in den August hinein überhaupt nur männliche Blüten, weibliche Blüten zeigten sich nur vereinzelt. Kurz gesagt, es zeichnete sich schon sehr früh ab, dass die Ernte recht mau ausfallen wird. An zwei "roten Hokkaido"-Pflanzen bildete sich jeweils ein Minikürbis, der auch reif wurde. Beim Butternuss-Kürbis "Avalon F 1" gab es zwar mehrere Fruchtansätze, doch diese verfaulten noch alle an der Pflanze. Ein großes Problem stellte der Mehltau dar, welcher dieses Jahr ohnehin omnipräsent war. Eine dritte, gekaufte Hokkaido-Pflanze entpuppte sich  am Ende als Patisson-Kürbis. Auch hier dasselbe Problem - die ersten Fruchtansätze kamen sehr spät und gingen rasch wieder verloren. Nur eine einzige Frucht wurde größer.

Melonen
Im Frühbeet setzte ich auch diese Saison wieder Wasser- und Zuckermelonen an. Allerdings mit viel weniger Erfolg als im letzten Jahr. Die Pflanzen erkrankten wohl an der Bakterienwelke und waren nicht mehr zu retten. An den Blättern als auch an den Früchten waren überall braun-schwarze Flecken zu sehen, die immer größer wurden und schließlich ganze Pflanzenteile zum Absterben brachten. Schade, denn heuer hatte sogar die Zuckermelone Früchte angesetzt. 

Paprika
Neben ein paar gekauften Paprikapflanzen, zog ich diese Saison Blockpaprika und Naschzipfel aus den Samen von Supermarktfrüchten. Bei den Paprikapflanzen litten aber unter demselben Problem wie ihre Verwandten die Chilis, es war zu lange zu kalt.
Bei großfruchtigen Paprikasorten sollte man die erste Blüte unbedingt ausbrechen, denn ansonsten steckt die Pflanze die gesamte Kraft in nur eine einzige Frucht - es gibt kaum noch Wachstum und keine weiteren Blüten. Besonders gut konnte ich diesen Vorgang bei einer Tomatenpaprikastaude beobachten. Sie hatte bereits im Haus eine Frucht angesetzt, die ich nicht entfernte, obwohl die Pflanze noch relativ klein war - die Konsequenz war eine mickrige Pflanze, die ihren Kollegen ständig hinterherhinkte. Ein Punkt, den ich mir für das kommende Jahr unbedingt merken muss. 

Tomaten
Eigentlich wollte ich heuer unbedingt die Sorten "Grünes Zebra" (Green Zebra), "Schwarzer Prinz" und "Yellow Stuffer" ausprobieren, doch daraus wurde leider nichts, denn die Etiketten stimmten nicht und die Pflänzchen brachten jeweils kleine, runde Tomaten hervor, sie schmeckten zwar gut, waren aber nicht das was ich ursprünglich wollte. Die Sorte "Robin F1" schenkte mir überhaupt keine Früchte, ja nicht einmal eine Blüte; genauso war es auch bei der "Reisetomate" (sollte sie es wirklich gewesen sein). "Minibell", eine recht kleinwüchsige Tomatensorte, trug nur an einer Pflanze ein paar wenige Früchte. Besser sah es aus bei der Sorte "Goldene Königin", sie lieferte uns unermüdlich süße Früchte und erwies sich außerdem als ziemlich robust, denn bei ihr hatte der Mehltau keine Chance, obwohl er meine "Balkonstar" Tomaten fest im Griff hatte - heuer übrigens zum ersten Mal. Die "Johannisbeer"-Tomaten in gelb und rot hielten trotz des Regens lange der Braun- und Krautfäule stand, fielen ihr am Ende doch noch zum Opfer, genauso wie alle anderen Freilandtomaten. Die Früchte dieser Sorte sind aber wirklich sehr klein und eigenen sich vorwiegend zum dekorieren. Die gelbe Sorte ist ein wenig größer als die rote und schmeckt am Besten, wenn sich eine goldgelbe Färbung zeigt. 
Im Folienhaus hatte ich eine "San Marzano" aus Italien angebaut, ihr gefiel es bei mir allerdings nicht sonderlich gut und sie verabschiedete sich daher schon als Erste aus dem Tomatensortiment. Die "Red Pearshaped-" und "Yellow Pearshaped"-Tomaten lieferten hingegen einen sehr guten Ertrag. Ach ja, eine "Ochsenherz"-Tomatenpflanze hatte ich auch noch, sie brachte eine große Frucht hervor, das war es dann aber auch schon. Daneben gab es zahlreiche kleine Cocktailtomaten der Sorte "Supersweet 100 F1".
Generell blieben die Tomaten, welche sich im Folienhaus befanden, gesünder als jene im Freiland. Der Mehltau machte sich erst am Ende der Saison gemeinsam mit der Weißen Fliege bemerkbar, die Braun- und Krautfäule trat überhaupt nicht auf. Schade ist es nur, dass das Folienhaus und der Gemüsegarten relativ wenig Sonne bekommen und die Pflanzen dort etwas langsamer wachsen als jene an der Hauswand. Weiters bildeten sich heuer ganz unabhängig vom Standort die ersten Blüten/Früchte sehr spät. Bei manchen Sorten fielen die ersten Rispen sogar gänzlich ab. 

Zucchini
Auch bei den Zucchinis habe ich verschiedene Sorten ausprobiert, allerdings war bei keiner einzigen das Ergebnis zufriedenstellend. Die Sorte "Ronde di Nice" brachte nur eine einzige, brauchbare Frucht hervor. Alle weiteren waren aufgrund des Mehltaubefalls ungenießbar und begannen zum Teil noch im Jungstadium zu faulen - direkt an der Pflanze. Bei der Sorte "Diamant" lief es nicht besser - keine Spur von einer Zucchini-Schwemme. Weibliche Blüten wurden in beiden Fällen erst sehr spät angesetzt, dies lag aber wohl am Wetter. Es war zu lange zu kalt, dann zu heiß und später zu nass.

Nachdem ich bisher mein Gemüse immer einzeln in Töpfen angebaut habe - eine Pflanze pro Topf - möchte ich von diesem Prinzip in der kommenden Saison, so weit es möglich ist, abgehen. Statt der vielen einzelnen Töpfe, möchte ich lieber größere Kästen verwenden, damit ich genug Platz habe, die Hauptkulturen mit passenden Beikräutern zu unterpflanzen. Mein Ziel ist es, eine Mischkultur im kleinen nachzubauen. Vielleicht gibt es dann bessere Ernten? :)

Kommentare:

  1. Liebe Kathrin,
    ja, deine Idee ist nicht schlecht. Ich glaube, dann gibt es bessere Ernte. Man kann das Gemüse in einem Kasten schön bunt gestalten. Ist auch was fürs Auge.
    Wünsche dir einen schönen Tag und liebe Grüße, Dorothea

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