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Dieser österreichische Gartenblog beinhaltet Gartentipps für Blumen, Gemüse und Gärtnern im Topf, interessante Buchvorstellungen und Einblicke in Salzburgs unvergleichliche Natur.

Mittwoch, 30. Mai 2012

Von selbstgezogenen Bäumen in Töpfen!

Wie oft hört man doch, dass es nicht möglich sei Bäumchen aus Kernen zu ziehen, da diese zum einen viel zu groß für Töpfe werden oder sowieso ohne Veredelung keine bzw. keine guten Früchte tragen würden.  Ich ließ mich trotzdem nicht entmutigen und startete einen Versuch mit Weinbergpfirsichen - einer mittlerweile heimischen Pfirsichsorte, die ohnehin nicht veredelt wird und für ihre kleinen wohlschmeckenden Früchte geschätzt und zwischen den Weinreben angebaut wird.
Die Kerne dieser Pfirsichsorte müssen stratifiziert werden, dass heißt sie müssen eine Zeit lang einer Kälteperiode ausgesetzt werden damit sie später keimen. Die Früchte kaufte ich im Herbst und ließ die Kerne über den Winter im Garten, vergraben in einem Blumenkisterl. Es klappte - im Frühling zeigten sich die ersten Keimlinge. Diese verpflanzte ich in Töpfe und kultivierte sie weiter.

Einen Weinbergpfirsich habe ich selber behalten, er wächst nach wie vor in einem Topf (Durchmesser 48 cm), fühlt sich wohl (keine Krankheiten), blühte und fruchtete heuer zum ersten Mal. Auch das Höhenwachstum scheint sich eingependelt zu haben, derzeit hat er einen Stammumfang von etwa 3 cm bei ca. 150 cm Höhe - gemessen von der Topfoberkante. Bereits letzten Herbst zeigte sich, dass die Entwicklung eher dahin geht, dass der Baum buschiger, aber aufgrund der beschränkten Wachstumsmöglichkeiten ungefähr die jetzigen Proportionen behalten wird. Klasse, oder? Experiment gelungen!!

die etwas unscheinbaren rosa Blüten des Weinbergpfirsiches


Fruchtansatz des Weinbergpfirsiches


Frucht der nahe verwandten Marille (Ungarische Beste) - veredelt, größer (allerdings allein schon von der Sorte her)


Dieses Jahr möchte ich einen Versuch mit einem gekeimten Walnußkeim starten. Ich habe ihn beim Ausschaufeln des Hochbeetes im Grazer Garten gefunden - ein Eichhörnchen hatte dort seinen Wintervorrat angelegt, aber darauf vergessen. Im Topf übersiedelte er nach Salzburg.
Inzwischen hat der Trieb die Erde durchbrochen und es stellte sich die Frage, wie soll es weitergehen? Im Gegensatz zu Pfirsichen werden Nußbäume riesig, laut Wikipedia kann man Höhen von 15 bis 25 m erwarten und sollte für den Baum 100m² Platz im Garten einrechnen. Ein Ding der Unmöglichkeit!! Aber beim Googeln bin ich auf eine Idee gestoßen, die mich nicht wieder los ließ - es soll möglich sein aus einer Walnuss einen Großbonsai zu ziehen. Legt man wert auf die typische Bonsaiform wird es sehr kompliziert und aufwendig, aber im Prinzip ist aus dem Weinbergpfirsich auch nichts anderes entstanden, wieso soll es hier dann nicht klappen?


Walnüsse bilden eine Pfahlwurzel, die sich tief in den Boden treibt und sich dort gut verankert. Angeblich soll es helfen ein verzweigtes Wurzelsystem und einen früheren Ertrag (nennenswerter Ertrag ist erst nach 15 Jahren zu erwarten) zu erhalten, wenn man diese  kappt. Ob dem so ist oder nicht, weiß ich nicht - eine richtige Bestätigung hierfür konnte ich nicht finden. Es wurde nur auf den verschiedensten Seiten darauf hingewiesen, dass man die Krone im selben Umfang einkürzen sollte wie die Wurzel, weil ansonsten der Baum Schaden nehmen würde.
Im Gegensatz zum Weinbergpfirsich ist es mit der Walnuss ein Lottospiel, ob man irgendwann einen Baum erhält, der gut trägt und vor allem auch gute Früchte hat. Ich riskiere es einfach Mal - die ursprüngliche Nuss sah ganz in Ordnung aus, mehr kann ich über den Findling ohnehin nicht sagen.
Ach ja, bevor ich es vergesse - eine weitere Theorie über die ich im weltweiten Netz gestolpert bin, besagt, dass sich eine Walnuss, deren Platz für das Wachstum begrenzt, ähnlich verhält wie eine Feige und die ersten Früchte bringt, sobald die Pflanze an ihre Ausbreitungsgrenzen gestoßen ist.

Kommentare:

  1. Guten Abend, liebe Kathrin (◠‿◠)
    Über Eichhörnchen habe ich gelesen, dass sie vergessen, wo sie ihre Nüsse versteckt haben. (*.*) Schon krass! Hoffentlich verhungern die nicht wegen ihrer Vergesslichkeit. Als Studentin habe ich gekellnert und hatte einen vergesslichen (Demenz?) Gast, der hat sich zweimal Essen bestellt. Das zweite ließ er sich dann nach weniger als der Hälfte einpacken, weil er so satt war. Besser als das Eichhörnchen! (◠.´) Für dich gut, dass du den Baum züchten kannst. lch wünsche dir viel Glück mit dem züchten, ziehen etc. Schön, deine Gartenfreude hier teilen zu dürfen. (≧◡≦)
    Vielen Dank für deinen lieben Kommentar. Eine andere Kommentatorin schreibt, die Anleitung ist auf Youtube zu finden. Selbst ist es für mich ganz etwas Neues. (●.●)
    ☾ °☆
    Ich wünsch Dir eine gN8!
    Liebgruß, Wieczorama (◔‿◔) | Mein Fotoblog

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  2. Hallo Kathrin'
    Ein grosses Lob für die Bilder, die sehen echt super aus.
    LG
    Andreas

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  3. Hallo Kathrin,

    sehr interessant und schöne Fotos!

    Liebe Grüße Eva

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  4. hallo Kathrin,

    ich hatte noch ein paar Mispel-Kerne. Vllt. stecke ich sie ein paar Tage in die Tiefkühltruhe, bevor ich sie in einen Topf stecke?!

    Vllt. mache ich es auch so mit den Pfirsichkernen, die ich geschenkt bekommen habe. Dann ist die Chance größer, daß sie auch keimen.

    Schöne Bilder! Viel Glück mit den Topfbäumen

    Gruß Anke

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  5. Ich denke du brauchst einen Riesengarten, wenn du jetzt auch Walnussbäume züchtest. Aber als Bonsai, das ist eine gute Idee. Bin schon gespannt auf deinen Ertragsbericht in 15 Jahren ;-) Bei mir wachsen die Walnuss- und Haselnussbäume ungewollt. Das Eichhörnchen vergräbt im Herbst alles, was es findet und ich finde dann im Frühjahr die Keimlinge... erst letztens habe ich eine Eiche entdeckt, die mittlerweile schon 1m groß ist. Ich lasse sie stehen, hab ich beschlossen, mal sehen was passiert.
    Liebe Grüße Annette

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  6. Liebe Kathrin,
    ein Walnußbaum braucht in der Tat einen großen Garten. Wir hatten auch mal einen auf 100 qm, den mußten wir irgendwann ausgraben und verschenkten ihn an eine kirchliche Einrichtung, wo er lange Jahre stand und mächtig wurde! ;-)
    Aber es macht schon Spaß, aus einer Nuss den Sämling wachsen und groß werden zu sehen! Das funktioniert einwandfrei, ich erlebe es Jahr für Jahr in meinem Garten und könnte Bäumchen verschenken. Nur will die keiner, weil die meisten nur kleine Gärten besitzen.

    Ein Pfirsich ist bestimmt was Feines! Hatten wir leider noch nie! Aber in unserer Stadt weiß ich ein paar Pfirsichbäume (wenn auch keine Weinbergpfirsiche), an denen recht große Früchte hingen.
    Und danke noch für die lieben Geburtstagswünsche! Auch meine Mutter hat sich sehr darüber gefreut!

    Liebe Grüße
    Sara

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  7. einen Pfirsich habe ich auch aber gleich bekam er die Pfirsichkrankheit
    hoffe es wird noch etwas..
    und so großer Segler sind wir nicht, mit unserem schweren Segelkutter 24 Tonnen brauchst du viel Wind und Geduld um das Schiff in Fahrt zu bekommen
    stattdessen nehmen wir die Segel zur Unterstützung je nach Wind
    aber mein Mann ist Kapitän, der braucht das Wassser und wir waren dort das Zeilschiff
    zuständig für die Austragung und den Verlauf sind die austragenden Vereine, wir stellen nur das Boot
    aber ich darf auch mithelfen
    Frauke

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    1. Wow, das sind schon ganz andere Dimensionen! Unser Boot ist nur 5m lang und trailerbar.

      lg kathrin

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  8. Hallo Kathrin,

    spricht ja nichts dagegen es einfach mal zu probieren. Unser Walnussbaum ist auch ein Wilder, die Nüsse sind etwas kleiner ,der Baum aber nicht! Er ist jetzt ca 15 Jahre alt und hat zum 1. Mal nach ca 10 Jahren getragen, ob es aber bei dieser Größe im Topf klappt ? Ich habe vor Jahren einmal einen Essigbaum jahrelang im Kübel gehabt, hat gut funktioniert, er war halt kleiner als ausgepflanzt, sozusagen ein Essigbaumbonsai!
    LG Dagmar

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    1. Es ist ja nur ein Versuch - wer weiß, ob er überhaupt den nächsten Winter überlebt.

      lg kathrin

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  9. Eines muss ich ja echt sagen: Es gibt ja irgendwie nichts, was du nicht machst. Manchmal habe ich das Gefühl, dass du einen Gärtnereibetrieb hast ;)

    Wie viele Stunden an Zeit steckst du eigentlich in deinen Garten? Kommt mir echt sehr sehr viel vor. Und deine Resultate sind wirklich immer wieder sehenswert!

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    1. Mein Garten ist nur 60m² groß so viel Zeit und Arbeit kann ich da gar nicht reinstecken :) Dem Bäumchen muss ich ja nur beim Wachsen zusehen :)

      lg kathrin

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  10. Der Walnussbaum, dem wir, herzig wie er war, aus einem Keimling im Garten einen schönen Platz gegönnt haben, hat sich jahrelang artig verhalten und ist nur wenig gewachsen. Nun schießt er jedes Jahr mehrere Meter in die Höhe und die Nüsse holen sich Tiere, so schnell kannst gar nicht schauen! Die Idee mit dem Topf ist also wirklich nicht verkehrt!! Da hat man alles unter Kontrolle. Bin schon neugierig, wie lang es bis zur ersten Blüte dauert!

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    1. Wie gesagt, ich bin schon neugierig, ob er den kommenden Winter übersteht. Im Moment ist das Bäumchen wirklich noch winzig, mal sehen, wie groß es dieses Jahr überhaupt noch werden wird.

      lg kathrin

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  11. Deine Erfahrung mit dem Weinbergpfirsich erinnert mich an einen Spruch, den ich erst vor kurzem gelesen habe - er lautete ungefähr so: "Alle sagten, es würde nicht funktionieren. Einer hat sie nicht gehört und MACHTE es einfach." Schön, dass du dich nicht entmutigen hast lassen - ich gratuliere dir zum Ergebnis! Weiter so :o)!!!
    Ein schönes Wochenende & alles Liebe
    Traude
    ✿ܓ✿ܓ✿ܓ✿ܓ✿ܓ✿ܓ
    PS: Weißt du schonn, dass es bei mir zur Zeit ein Giveaway gibt? Vielleicht hast du ja Lust zum Mitmachen?

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    1. :) Ich muss erst schauen, hatte das Wochenende leider keine Zeit für das Internet und meinen Blog - werde die kommenden Tage aber das Versäumte nachholen.

      lg kathrin

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  12. Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.

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  13. Mir fiel da noch ein, daß man natürlich auch einen großen Baum als Bonsai ziehen kann. Bonsai können sogar mannshoch sein. Der Begriff irritiert, viele denken dabei nur an diese ganz winzigen Bäumchen. Dazu muß man allerdings wohl regelmäßig umtopfen und die Wurzeln beschneiden wie auch die Zweige. Aber möglich ist alles ...
    Nur daß man da eben keinen "normal groß gewachsenen" Baum seiner Art erwarten darf.

    Liebe Sonntagsgrüße
    Sara

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  14. Hier zum Beispiel ...
    http://www.bonsaipflege.ch/198.html

    http://www.bonsai-fachforum.de/viewtopic.php?f=37&t=21711

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  15. Groß-Bonsais nennt man die wohl ...

    http://www.livingathome.de/pflanzen_gaertnern/gartenkalender/punkt.html?rubrikid=2&monat=6&kalenderid=121

    Und das ist auch ein interessanter Beitrag - weil mich das Thema gerade mal selber interessierte, da ich mich auch schon an diesen größeren Bonais versuchen wollte ... gerade bei Walnuß, da die so ausufert ...

    http://bonsaiforum.de/viewtopic.php?p=7999
    Das Buch von diesem Werner M. Buschs werde ich mir auch mal besorgen ...

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    1. Liebe Sarah, vielen Dank für den Tipp. Ich sehe es einfach als Experiment. Mal sehen was daraus wird, wir hätten ohnehin keinen Platz für einen ausgepflanzten Walnussbaum.

      lg kathrin

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