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Dieser österreichische Gartenblog beinhaltet Gartentipps für Blumen, Gemüse und Gärtnern im Topf, interessante Buchvorstellungen und Einblicke in Salzburgs unvergleichliche Natur.

Donnerstag, 22. September 2016

Buchtipp: Praxishandbuch - natürlich Konservieren! Obst und Gemüse haltbar machen

Herbst ist Spinnenzeit

Es ist augenscheinlich Herbst geworden. Am Morgen ist es meist nebelig und kühl, mittags dafür heiß. Gerade über dem See liegt nun oft eine dicke  Nebelbank. Sie breitet sich beginnend am Ufer zur Seemitte hin aus. Am späteren Vormittag ist der Spuk wieder verschwunden. Im Garten hingegen finden sich vermehrt Spinnweben. Gerade die Kreuzspinnen laufen nun zur Höchstform auf. Wir beherbergen ein paar stattliche Exemplare in so mancher Ecke unserer kleinen grünen Oase. Sie sind nützlich, daher dürfen sie auch bleiben, sofern ein etwaiger Kontakt (Hineinrennen, optische Belästigung auf der Terrasse, etwaiges Eindringen ins Haus durch Besiedelung einer dafür prädesnierten Stelle) mit ihnen ausgeschlossen ist. Ich mag Spinnen nämlich überhaupt nicht. 

Zutaten getrocknete Tomaten

Zutaten getrocknete Tomaten

Zutaten getrocknete Tomaten

getrocknete Tomaten

Herbst ist aber auch Erntezeit

Doch abgesehen von den vielen Spinnen hat der Herbst auch seine schönen Seiten, vor allem gibt es viel zu ernten: Rohnen (Rote Beete), Tomaten, Paprika, Chili, Äpfel, Beeren und vieles mehr. Auch, wenn wir nur einen kleinen Garten haben, ist der Ertrag doch beachtlich. Allein bei den Tomaten in den Gewächshäusern gibt es im Moment ein- bis zweimal die Woche einen ganzen Korb voller Früchte. Herrlich! Doch so viel Tomatensalat kann man gar nicht essen, wie es derzeit zur Verfügung stünde. Daher begannen wir bereits letztes Jahr Gemüse, insbesondere Tomaten, in Form von Sugo einzukochen. Beeren werden zuerst im Tiefkühler gesammelt und dann zu Marmelade verarbeitet. So kann man die eigenen Erträge bis weit in den Winter hinein genießen. Zucchini haben wir in Stückchen eingefroren, doch damit waren unsere Ideen erschöpft.

Tomatensugo im Weckglas

Tomatensugo im Weckglas

Praxisbuch - natürlich Konservieren

Im Internet findet man zwar viel, zum Teil auch widersprüchliche Angaben, zum Thema einkochen und konservieren, doch gerade bei dem heiklen Themen wie Einkochzeiten und -temperatur möchten wir auf der sicheren Seite sein, denn wir möchten uns bestimmt nicht mit den eigenen Vorräten aus der Speisekammer zu vergiften. Im Löwenzahnverlag ist dazu ein tolles Buch von der Ernährungswissenschaftlerin Rosemarie Zehetgruber erschienen: "Praxisbuch - natürlich Konservieren - Vorrat aus Gemüse, Obst und Kräutern das ganze Jahr genießen".

Praxishandbuch - natürlich Konservieren
Brombeeren in Schale

Brombeeren Himbeeren

Im Buch werden sämtliche gängigen Konservierungsmethoden vorgestellt: Dörren, Einlegen, Heißabfüllen, Einfrieren, Milchsäuregärung und Einkochen. Doch nicht nur das, es wird auch erklärt, welche chemischen Abläufe während der Haltbarmachung ablaufen und welche etwaigen Vorbehandlung notwendig sind, um so viele Vitamine wie möglich zu erhalten. Außerdem gibt es eine tolle Tabelle mit plausiblen Temperatur- und Einkochzeiten sowohl für den Backofen als auch den Einkochautomat. Ein Aspekt, welcher mir besonders wichtig war, denn gerade hier gab es für mich immer die größten Unsicherheiten. Aber ich sag's Euch, die Anleitungen und Tabellen sollte man sorgfältig durchlesen, sonst kann es schon mal passieren, dass man die Dauer zur Erreichung der Temperatur wo Bläschen im Weckglas aufsteigen mit der Einkochdauer verwechselt und damit fast die Einkochgummis zum Schmelzen bringt.

Apfelhälften

Apfelsaft im Weckglas
*Apfelsaft geht, abgesehen vom Putzen des Entsafters, relativ flott. Für sieben 1/4 Weck-Flascherl haben wir in etwa 4 kg Äpfel (2 kg große, 2 kg sehr kleine Äpfel aus dem Garten) entsaftet, mit einem Schuss Zitrone versetzt, um der Oxidation vorzubeugen, und anschließend aufgekocht. Wir haben den Saft ca. 5 Minuten lang wallend kochen lassen und ihn darauf heiß abgefüllt. Aber Achtung: vergesst nicht den Schaum abzuschöpfen, sonst sieht das Einkochgut grauslig aus und der Schaum schmeckt auch nicht. Beim Erkalten der Flaschen entsteht dann das Vakuum.

Apfelsaft im Weckglas

Herbstanemonen, Surfinie, Phlox

Konservieren und Haltbarmachen nach alter Schule

An einer Stelle des Nachschlagewerks steht geschrieben, dass sich dieses Buch an all jene richtet, die das Konservieren nicht mehr zu Hause gelernt haben und sich dieses Wissen nun ohne Schnickschnack aneignen möchten. Dem kann ich nur beipflichten. Das Buch ist grundlogisch aufgebaut, was sich insbesondere an den Rezepten zeigt. Im Gegensatz zu anderer Literatur zum Thema Konservieren finden sich keine Kochanleitungen für welche gefühlt tausend verschiedene Arbeitsschritte und hundert Zutaten, die man ohnehin nicht zu Hause hat, notwendig sind.

rote Beete
Das Buch ist in die folgenden Kapitel unterteilt: Selbstversorgen, Frischhalten und Lagern, Verarbeiten und Haltbarmachung sowie Rezepte und Verwendungstipps. Letzterem ist der größte Raum gewidmet. Hier wird zudem noch zwischen Kräuter und Blüten, Obst, Nüsse und Saaten, Gemüse, Hülsenfrüchte und Pilze unterschieden. Zum Grundrezept gibt es immer wieder Varianten und Tipps. Ich selbst bin ja ganz begeistert, dass unter diesen vielen Vorschlägen auch ein Rezept für halbgetrocknete, eingelegte Tomate in Öl zu finden war, welches tatsächlich funktionierte.

Himbeermarmelade


Wer auf der Suche nach einem guten Buch zum Thema Haltbarmachen ist, dem kann ich dieses wärmstens empfehlen. Uns hat das Buch bereits sehr gute Dienste geleistet. Es wird uns bestimmt die nächsten Jahre im Herbst begleiten.

"Praxishandbuch natürlich Konservieren - Vorrat aus Gemüse, Obst und Kräutern das ganze Jahr genießen", Rosemarie Zehetgruber, Löwenzahn Verlag, ISBN-978-3-7066-2556-2, 
333 Seiten, € 29,90.

Vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar!

Bis bald und baba!

Kommentare:

  1. Liebe Kathrin!
    Danke für die Buchvorstellung. Klingt sehr interessant. Ja, momentan gibt´s einiges zu ernten und zu verarbeiten. Äpfel dörre ich sehr gerne, das ist eine Nascherei, die immer ganz schnell weg ist.
    Ich wünsche Dir noch einen schönen Tag, alles Liebe
    Karen

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  2. Liebe Kathrin,
    danke für diesen sehr guten Buchtip! Ich kenn zwar noch vieles aus Oma's Zeiten, aber es ist auch interessant noch andere Konservierungsmöglichkeiten näher kennenzulernen :O)
    Einen schönen Herbstanfang wünsche ich Dir!
    ♥ Allerliebste Grüße , Claudia ♥

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  3. Liebe Kathrin,
    das ist ja ein Buch für mich! Nächstes Jahr möchte ich unbedingt Obst und Gemüse bei uns anpflanzen. Ich werd`s mir gleich notieren. Das Buch mit dem Ur-Obst habe ich mir übrigens gekauft und es ist sehr interessant. Nochmals Danke für deine Vorstellung.
    Liebste Grüße,
    Dani

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  4. Liebe Kathrin,
    danke für deinen interessanten Beitrag. Ja, wenn man ernten kann, dann gibt es meistens zuviel. Das Buch scheint ja ganz interessant zu sein. Aber man darf auch nicht mehr einkochen, als verbraucht werden kann.
    L.G. Agnes

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  5. Liebe Kathrin, das Buch ist wirklich klasse Danke für deinen interessanten Beitrag ich tue auch viel einkochen manchmal viel zu viel aber ich mag es .... ich wünsche Dir ein schönes Wochenende Liebe Grüße Karina

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  6. Liebe Kathrin,
    Kreuzspinnen krabbeln in unserem Garten auch zuhauf rum, die dürfen natürlich bleiben, auch wenn ich wahrlich kein Spinnenfreund bin.
    Einkochen kenne ich nur noch von meinen Großmüttern, danach hat das in unserer Familie keiner mehr gemacht. Ich kann mich nur noch an die viele Arbeit und die Weck Gläser im Keller neben den Kartoffeln erinnern.
    Hätte nicht gedacht, dass Einkochen nochmal modern wird.

    Viele liebe Grüße
    Wolfgang

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  7. Hallo Kathrin,
    den Kreuzspinnen gönne ich gern eine Mahlzeit, nur meine Wildbienen sollen sie bitte nicht fangen. Aber das ist auch Natur...
    Ich bräuchte auch ein bisschen Nachhilfe im Konservieren. Dass ich das bei meiner Oma gesehen habe, ist schon so lange her.
    VG
    Elke

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  8. Ich bin in der Hinicht ja ganz faul geworden, liebe Kathrin und konserviere gar nichts mehr. ;-) Wir haben im Garten ja auch nicht allzuviel Essbares. Da ich auch alles am liebsten roh esse, bleibt dann nicht mehr viel .... doch im Winter gibt es in unserem Breiten ja leider nichts Heimisches, das man roh verzehren könnte bis auf ein paar grüne Blättchen von Wildpflanzen, die dennoch sprießen, also sind wir doch aufs Konservieren angewiesen. Ich finde es schön, wenn das alte Wissen immer wieder weitergegeben wird! Meine Großmutter und auch meine Mutti haben viel in dieser Hinsicht gemacht, so daß ich es mir abgucken konnte.

    Liebe Grüße auch hier
    Sara

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  9. Hallo Kathrin,
    das Buch klingt wirklich interessant.
    Leider gibt unser Garten zum Konservieren nicht wirklich viel her.
    Die paar Freilandtomaten sind schnell verschmatzt und das Beerenobst ist auch gleich weg.
    Bei mir werden dann eher die Kräuter und Rosen konserviert.
    Letztere haben diese Jahr allerdings auch längst nicht so üppig geblüht wie im Traum-Rosensommer 2015 und so fällt leider auch bei mir die Ernte viel dünner aus!

    Rosige Grüße von Christine

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