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Dieser österreichische Gartenblog beinhaltet Gartentipps für Blumen, Gemüse und Gärtnern im Topf, interessante Buchvorstellungen und Einblicke in Salzburgs unvergleichliche Natur. Zudem wird fleißig gekocht und gebacken.

Mittwoch, 6. Januar 2010

Topfgemüse 2009

2008 schenkte mir Jakob zum Geburtstag das Gartenbuch "Selbstversorgung aus dem Garten" von John Seymore. Ich war davon restlos begeistert und wollte natürlich alles mögliche ausprobieren. Das Buch verfügt über eine tolle Beschreibung von wirklich vielen Obst- und Gemüsesorten, besonders die schönen Bilder sind beeindruckend. Es finden sich darin auch tolle Tipps, wie man Beete anlegen und deren Ertrag erhöhen könnte, allerdings gehen einige Dinge bereits über den Kleingartenbereich hinaus. Da es nicht mein Ziel war, mich und meinen Freund komplett aus dem eigenen Garten zu versorgen, machte ich mich auf die Suche nach weiterführender Literatur, die speziell auf Topfgärten ausgerichtet war. Schließlich fand ich das Buch "Mein Naschbalkon", in Kombination mit dem Geschenk von Jakob eine tolle Basis für den Hobby-Gärtner.

2009 versuchte ich folgende Gemüsesorten in meinem Topfgarten zu kultivieren, nicht alles wuchs so wie ich es mir vorstellte, dies könnte aber auch am wechselhaften, lange recht kühlen und dann fechtwarmen Sommer gelegen haben, der dazu führte, dass sich plötzlich Meltau, Braunfäule und diverse andere böse Sachen an meinen Pflanzen auszubreiten begannen, obwohl alle unter einem Dachvorsprung standen und somit vor den gröbsten Wetterkabriolen geschützt waren.

Tomaten
Die Tomaten habe ich zum Teil selbst gezogen, zum Teil schon als fertige Pflanze am Markt gekauft. Der Ertrag war für die Topfverhältnisse enorm, wenn auch einige der Pflanzen frühzeitig durch die Braunfäule dahingerafft wurden. Ausprobiert habe ich kleine birnchenförmige gelbe und rote Tomaten, Salattomaten, die Balkonstar-Tomate, eine angeblich schwarze Tomatensorte, die sich dann aber doch als nur rot herausstellte und eine spezielle italienische Sugotomate, von der allerdings keine einzige essbar war, da alle Früchte von der Blütenendfäule betroffen waren. Selbst eine Behandlung mit Gesteinsmehl führte zu keiner Besserung; die Pflanze landete in der Mülltonne.

Gurken
Leider wollten die selbst gezogenen Gurkenpflänzchen nicht so recht wachsen, dafür lieferten die gekauften eine einigermaßen gute Ernte. Nach etlichen Regentagen begann sich Meltau an den Blättern auszubreiten und killte nach und nach die Pflanzen.
Nach etlichen Recherchen im Internet stieß ich auf den Tipp, dass man besagten Meltau mit einem Milch-Wassergemisch behandeln könnte, da sich dadurch der PH-Wert verändere, der Pilz das nicht mag und abstirbt. Die Wirkung kann ich bisher nicht bestätigen, aber wie gesagt, es kann auch einfach am schlechten Wetter gelegen haben.

Hokaido-Kürbis
Meine beiden Kürbispflanzen - eine traurige Geschichte: nachdem sie anfangs beide wirklich super gewachsen waren und sich auch schon ein Kürbis zeigte, breitete sich der Meltau auch hier aus und ließt die Pflanzen in null komma nix eingehen. Ich konnte keinen eigenen Kürbis ernten.

Melanzani
Obwohl das Wachstum erst verspätet einsetzte, konnten wir Anfang Oktober eine große Melanzani ernten - sie schmeckte vorzüglich. Der Meltau machte auch vor dieser Pflanze nicht Halt, hatte aber nicht so schlimme Auswirkungen, wie am Kürbis. Die weiße Fliege, eingeschleppt mit einer Fuchsie, war begeistert von den großen Blättern, ich wurde sie bis  zum Ende der Saison nicht los.

Physalis
Natürlich durfte auch die Physalis im Topfgarten nicht fehlen. Diese Pflanze wächst anfangs sehr langsam, doch wenn sie einmal Gas gibt oho, dann wird schnell der Topf zu klein. Obwohl ich keinen optimalen Standort für sie hatte, gelang es mir, ein paar der kleinen gelben Beeren zu ernten.

Salat, Radieschen, Möhren, Erbsen
Der Salat fiel aufgrund des Topfanbaues zwar nicht den Schnecken zum Opfer, dennoch war die Ernte nicht übermäßig. Meines Erachtens war dafür der zu heiße Standort schuld, der der Pflanze gar nicht gut gefiel. Auch ein Kälteeinbruch im Mai bzw Juni tat sein Übriges, die Pflanzen erlitten dadurch Kälteschäden von denen sie sich kaum erholten.
Radieschen und Möhren baute ich in kleinen Plastikkistchen von Ikea an, die aufgrund ihrer Maße optimal in unser selbst gebautes Gewächshaus passten. Von den Radieschen konnten wir einige ernten, die sehr lecker schmeckten. Die Möhren wollten nicht so richtig und bildeten auch keine Pfahlwurzel aus.
Sorgenkind waren die Erbsen, wie schon im Jahr davor, wollten sie einfach nicht wachsen, dies bei an und für sich richtigen Standort. Sie kümmerten vor sich hin und gingen relativ bald nach und nach ein. Woran das lag, weiß ich nicht.

Kartoffeln
Die Kartoffeln im Topf wuchsen prächtig und machten bei wenig Pflege überhaupt keine Probleme.

Paprika und Chilli
Beides gedieh wunderbar auf der Terrasse. Anfangs stockte aufgrund der Kälteperioden zwar das Wachstum, die Pflanzen holten im Laufe des Sommers aber auf und im Herbst gab es so viel zum Ernten, dass es sogar zum Trocknen der Chillis reichte, die nun ein willkommenes Gewürz für die Tomatensoße darstellen. Trotz des schlechten Wetters, viel Regen und recht kalt, wurden die Pflanzen nicht krank oder von vielen Schädlingen befallen. Litten besonders die Tomaten unter der weißen Fliege, die gratis bei einer Fuchsie mit dabei waren, blieben Paprika und Chillis davon weitgehend verschont.

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