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Dieser österreichische Gartenblog beinhaltet Gartentipps für Blumen, Gemüse und Gärtnern im Topf, interessante Buchvorstellungen und Einblicke in Salzburgs unvergleichliche Natur. Zudem wird fleißig gekocht und gebacken.

Mittwoch, 21. Juli 2010

Geburtstagsausflug in die Toskana!

Am 16. Juli 2010 fuhren wir gemeinsam mit meiner Mama in die Toskana. Wir hatten ihr diesen Ausflug zum Geburtstag geschenkt. Die einzige Schwierigkeit dabei war, einen Termin zu finden, wo auch Jakob Zeit hatte. Da wir dieses Mal nicht so viel Zeit hatten, aber trotzdem viel anschauen wollten, musste die Reise genauer geplant werden. Vorallem um die Quartiersuche vor Ort auszusparen, hatten wir bereits von zu Hause aus über das Internet ein Hotel gebucht. Nach genauer Recherche über die Vor- und Nachteile der Quartiere in Florenz entschieden wir uns für das relativ neue AC Firenze, welches am Stadtrand angesiedelt war. Der Grund dafür war der gratis Parkplatz, welcher nach etlichen Kommentaren  auf Booking.com zufolge auch wirklich gratis war. Viele andere Hotels warben zwar mit einem solchen, viele Besucher berichteten aber anschließend von einer totalen Abzocke, wo 20 Euro Parkgebühr keine Seltenheit waren. Über das AC Firenze konnte wir aber nur Positives lesen und damit war die Entscheidung schnell gefallen.

Obwohl wir zeitig in der Früh losfuhren, hatte uns die Hitze bald eingeholt. Bereits am mittleren Vormittag krazte das Außentermometer unseres Autos an der 30 Grad Celsius Marke, von der Poebene bis nach Florenz zeigte es sogar 39 Grad Celsius an. Trotz ständigen Lüftens und einschalten der Klimaanlage war es nicht möglich eine angenehme Temperatur zu erreichen. Knapp vor Florenz gab es dann zusätzlich noch einen Stau auf der Autobahn, welcher uns fast eine ganze Stunde kostete. Grund dafür war, dass zwei LKW bei der Nord-Abfahrt zusammengestoßen waren und alles blockierten.
Doch lieber der Reihe nach. Natürlich sind wir von Graz nicht nach Florenz durchgefahren, sondern machten unseren ersten großen Stop in Bologna. Nach einer Stärkung und einem leckeren Eis besichtigten wir die Bibliothek und die beiden schiefen Türme: Torre Garisenda und Asinelli. Meine Mama und ich waren aber nicht so mutig wie Jakob letztes Jahr und beließen es dabei den Turm Asinelli nur von außen zu sehen, das Stiegengebilde im Inneren war uns doch ein wenig zu brutal.
Anschließend machten wir noch einen kleinen Bummel durch die Altstadt von Bologna. Zum einen flanierten wir durch jene Einkaufsstraße, wo die ganzen Designer ihre Boutiquen haben und zum anderen durch die ganz normale Bummelstraße. Da gerade Saldi war, ging es in den Geschäften ziemlich rund - vorallem beim Zara haben sich die Leute fast zertreten. Auffallend war, dass eine Jeans bei Zara in Italien einen Normalpreis von ca. 25 Euro hat und bei uns sie das Doppelte kostet - das ist nicht fair.
Nachdem unser dreistündiges Parkticket abgelaufen war, fuhren wir weiter nach Florenz. In den Bergen wurde es etwas kühler, doch lange konnten wir diesen Umstand nicht genießen, denn wie bereits oben erwähnt, standen wir dann im Stau.
Unser Hotel in Florenz fand Jakob auf der Stelle ohne sich ein einziges Mal zu verfahren - Gratulation. Den Abend ließen wir bei einer super Pizza im Lokal Bacchus, welches auf dem Weg in die Stadt lag, ausklingen.

Bologna

Piazza Maggiore mit dem Neptun-Brunnen


Sommerkino


Die zwei Türme: Garisenda und Asinelli


Sonstiges



Hinterseite des Doms: San Petronio (5. größte Kirche der Welt, wurde aus finanziellen Gründen wie man sieht nie fertig gebaut)


Stau vor Florenz


Abendessen bei Bacchus


Der nächste Tag (16.7.2010) begann mit einem ausgiebigen Frühstück relativ zeitig, da wir Karten für die Uffizien um 9.30 Uhr vorreserviert hatten und diese eine Viertelstunde vorher abholen mussten. Letztes Jahr hatten wir auf das reservieren vergessen und scheiterten an der elends langen Warteschlange, die wir auch heuer wieder sahen. Mit Reservierung dauerte es keine 10 Minuten und wir waren drinnen. In den Uffizien findet man Gemälde aus allen Epochen und kann so genau mitverfolgen was gerade aktuell war. Besonders beliebt waren von jeher biblische Motive. Gerade an der Darstellung von der Heiligen Maria mit dem Jesuskind sieht man meiner Meinung nach am Besten wie viel Gefühlsausdruck zu malen momentan erlaubt  und welche Mode gerade "in" war, sei es Kleidung an sich oder die Haartracht. Waren es anfangs fast nur steife Gesichter, werden die Bilder im Laufe der Jahrhunderte immer lebendiger und ausdrucksvoller, ein Umstand der aber für niederländische Maler nicht immer zutrifft. Eine besonders beliebte Frisur bei den Damen war ein stark nach hinten versetzter Haaransatz (Gotik, Renaissance), um diesen zu erreichen zupfte man sich die Stirnhaare aus - eine schlimme Vorstellung - auweh. Natürlich übertrug sich dieser Trend auch auf die Heilige Maria.
Die Renaissance war wieder viel offener und neben biblischen Motiven malte man wieder Szenen aus der griechischen und römischen Mythologie. Am beliebtesten waren wohl neckische Darstellungen von Leda und Venus.
Wir waren ziemlich froh, dass wir die Uffizien so früh besuchten, denn die Reisegruppen wurden, je später es wurde, immer zahlreicher. So war das berühmte Bild der Geburt der Venus von Botticelli schon von einer riesigen Gruppe umringt und man konnte es kaum noch in Ruhe bewundern.
Nach den Uffizien gab es erstmal eine Jause in einer kleinen Bar, deren Gastgarten auf einem etwa einem Meter breiten Gehsteig Platz fand. Meine Mama und ich wollten danach ein bisschen Shoppen gehen, Jakob war an Handtaschen nicht ganz so interessiert und zog es vor sich im Hotel ein bisschen zu erholen. Ich war ja letztes Jahr schon restlos begeistert von der großen Vielfalt an Taschen in allen Preislagen, die es in und um Florenz herum zu kaufen gab. Dieses Mal fanden wir auch noch die richtige Straße (in der Nähe der Kirche Santa Croce) wo ein Geschäft nach dem anderen war und zusätzlich noch ein Markt. Es war einfach herrlich.
Gegen 16 Uhr trafen wir uns wieder mit Jakob am Domplatz. Die Temperatur war etwas angenehmer geworden und so riskierten wir es uns für eine Dombesichtigung anzustellen. Gott sei Dank ging es in der Schlange zügig vorwärts. Ist der Dom außen unvorstellbar prächtig verziert, ist er in seinem Inneren wider erwarten sehr schlicht.
Danach machten wir noch eine Fahrt mit dem Sightseeing-Bus durch Florenz. Eine größere Pause legten wir beim David-Denkmal (Piazzale Michelangelo) ein. Von dort aus hat man einen wunderbaren Blick über die ganze Stadt, wobei der Palazzo Vecchio und der Dom alles andere überragen.
Den Abend ließen wir mit einem guten Essen (es gab Nudeln) und einem anschließenden Spritzer Aperol ausklingen. Als wir schon nach Hause gehen wollten, ertönte aus einer Seitengasse des großen Platzes, wo wir unseren Spritz tranken (Piazza della Republica), ganz laut der Donauwalzer. Ein Pantomime führte gerade seine Slapstick-Show auf, in der die größte Rolle den Zuschauern zu kam. Kaum waren wir da, suchte er sich auch schon meine Mama aus um ihm zu assistieren.

Florenz

Uffizien und Blick aus den Uffizien auf Florenz und Ponte Vecchio


Im Hintergrund der Palazzo Vecchio


Der Taschenmarkt am Mercato Centrale


Dom


Piazzale Michelangelo



Arno


Santa Croce (hier ist zum Beispiel Dante Alighieri begraben)


Palazzo Pitti (hier lebten die Medici)


Abendessen


Am Ponte Vecchio


Das bronzene Schwein am Mercato Centrale - das Berühren bringt natürlich Glück (die Geschichte zum Schwein)


Der Pantomime


Am 17.7.2010 stand San Gimignano am Programm. Wir brachen gleich nach dem Frühstück auf, um diesen etwa eine Autostunde von Florenz entfernten Ort zu erreichen. Heute war es bedeutend kühler, das Termometer stieg nur noch auf ca. 32 Grad Celsius.
San Gimignano ist immer wieder aufs Neue faszinierend. Die Stadt hat ihr mittelalterliches Flair nie verloren - ja man fühlt sich sogar in eine andere Zeit versetzt. Schon von Weitem sieht man die vielen Geschlechtertürme, von welchen wir auch einen besichtigten. Der Ausblick über die Landschaft der Toskana ist unbeschreiblich, der Aufstieg für mich aber auch. Es war wieder einmal eine schwere Überwindung meiner Höhenangst.
Natürlich flanierten wir auch durch die vielen kleinen Geschäfte und genossen das Eis eines Eis-Weltmeisters (Gelateria di Piazza). Diese Eisdiele befindet sich direkt an der Piazza della Cisterna, dem Zentrum der Ortschaft. Wenn man schon einmal dort ist, muss man dieses Eis unbedingt probieren. Es war bis jetzt das Beste, welches ich je gegessen habe. Geschmacklich und von der Konsistenz her einfach unschlagbar. Die Auswahl ist gigantisch, kaum eine Variation, die es nicht gibt.
Aber nicht nur normale Touristen wie wir besuchen diesen Laden, nein auch die Prominenz. So waren zum Beispiel Sarah Wiener und viele andere zu Gast. Die zahlreichen Autogramme finden sich an der Wand der kleinen Eisdiele.
Zurück in Florenz spazierten wir über den Ponte Vecchio und bestaunten den Schmuck in den Vitrinen der dort ansässigen Juweliere. Zum Teil finden sich überhaupt keine Auspreisungen mehr. In der Mitte der Brücke, welche als einzige den zweiten Weltkrieg überstanden hat, ist der Ausblick zum Arno frei. Besonders malerisch ist das Ambiente, wenn gerade die Sonne untergeht und im Hintergrund ein Straßenmusiker für Stimmung sorgt.
Eines war besonders auffallend in Florenz gibt es nur Straßenmusiker, die wirklich etwas können, in Graz sind solche Künstler zur Seltenheit geworden. Vielfach sind es nur noch Personen, denen man am liebsten Geld geben würde, damit sie endlich aufhören zu singen, da sie keinen einzigen richtigen Ton treffen. Auch ist es kein Problem mit einem Verstärker auftreten und die Gastgärten müssen nicht um 22 Uhr dicht machen.

San Gimignano


Piazza della Cisterna


Ausbeute


Kulinarisches


Sonntag, 18.7.2010 - heute ging es wieder zurück nach Hause. Zuvor eilten wir noch kurz in die Altstadt von Florenz, denn ich wollte unbedingt noch eine graue Tasche kaufen. Gestern war bereits alles geschlossen und in San Gimignano gab es einfach keine und ohne wollte ich nicht heim fahren. Dieses Mal hielten wir in Padua. Eigentlich wollten wir Pizzaessen gehen, doch so rund um 15 Uhr beginnen die ganzen Restaurants zu schließen und öffnen erst wieder am Abend.
Bereits bei der Abfahrt in Florenz zogen dicke Gewitterwolken auf, auch die Poebene war bedeckt und in Padua war es nicht anders. Die Temperaturen hatten einen Normalwert erreicht und das Fahren war nicht mehr so anstrengend wie am Donnerstag bei Gluthitze.
Leider hatten wir in Padua ein bisschen wenig Zeit, aber auch eine Stunde mehr, hätte uns nicht erlaubt, die Stadt genauer zu erkunden. Der Dom war geschlossen sowie auch die meisten Geschäfte. Auch die Markthalle mit all ihren kleinen Läden, in denen vorwiegend Schmankerln verkauft werden, hatte dicht. Im Café Cavour verwöhnten wir uns mit Tramenzinni und kunstvoll verzierten Cremetörtchen. Leider war das Bestellsystem und die Bedienung umständlich und kompliziert. Die Speisen waren an der Bar zu bestellen, man bekam eine Nummer, welche am Tisch von der Kellnerin wieder mitgenommen wurde und irgendwann erhielt man auch das Gewünschte, wenn auch ein paar Mal nachgefragt wurde, ob man das wirklich wollte.

Padua


Observatorium


Von Padua aus ging es zügig zurück nach Österreich. Etwa um halb neun am Abend erreichten wir wieder Graz.

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