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Dieser österreichische Gartenblog beinhaltet Gartentipps für Blumen, Gemüse und Gärtnern im Topf, interessante Buchvorstellungen und Einblicke in Salzburgs unvergleichliche Natur. Zudem wird fleißig gekocht und gebacken.

Donnerstag, 16. Dezember 2010

Mikroskopie oder was im Blumentopf so lebt!

Mikroskopiert habe ich schon als Kind gerne, irgendwann ist dieses Hobby aber eingeschlafen - ich holte das Mikroskop jahrelang überhaupt nicht mehr aus dem Kasten, dafür in letzter Zeit immer wieder einmal. Diese Woche sah ich dann verschiedene Angebote von "moderneren Hobbymikroskopen" bei Hofer (Traveler um 59,99 Euro) und Lidl (Bresser Biolux NV, 64,99 Euro), das Besondere an ihnen war, dass sie sich mit dem PC via USB verbinden ließen. Wow dachte ich, dann könnte ich sogar Fotos von meinen "Entdeckungen" machen - ok zugegeben, ich dachte dabei an Vergrößerungen von Schildläusen, Spinnmilben und eben anderen Viechern, die ich immer wieder mal an meinen Pflanzen finde, obwohl sie da eigentlich nicht hingehören. Da mich das Thema einfach nicht mehr in Ruhe ließ, spazierte ich heute zu beiden Geschäften und besorgte mir jeweils ein Gerät, für das Beste wollte ich mich dann am Ende entscheiden.
Zu Hause angekommen, musste ich die beiden Mikroskope natürlich sofort testen. Beide waren ordentlich verpackt und wirkten auf den ersten Blick sehr solide. Doch die Optik weist, meiner Meinung nach, ziemliche Schwächen auf - ständige Probleme beim Scharfstellen, Verspiegelungen und Blick auf den Okularschaft anstatt auf das Objekt. Je höher man die Vergrößerung einstellte, desto weniger sah man, zum Schluß überhaupt nichts mehr.
Ein ziemlicher Witz war das Webcam-Okular mit USB-Anschluss, die Software stammte aus dem Jahre 2003 und die Qualität war nicht gerade berauschend, solche Fotos schaffe ich mit der normalen Kamera auch. Am Ende habe ich ganz enttäuscht beide Geräte wieder zurückgegeben.
Von Angie Opitz (Ein Naturgarten in Tirol) habe ich allerdings gestern noch einen super Tipp bekommen, welcher meinem alten Mikroskop wieder neues Leben einhauchte. Mir ging es ja vorwiegend darum, dass ich jene Objekte, die ich unter dem Mikroskop betrachte, fotographieren bzw falls sie sich bewegen per Video aufnehmen kann und genau in diesem Punkt half mir Angie Opitz weiter. Ihre Idee: die Fotos direkt durch das Okular mit einer Kompaktkamera aufnehmen. Es geht! Allerdings klappte es bei mir nicht mit der Spiegelreflexkamera (sie konnte nicht fokussieren) und auch nicht mit der Super-Zoom Kamera  Casio Exilim HX-10,  dafür funktionierte es hervorragend mit der Casio Exilim EX-Z3 (3,2 Megapixel, kein Super-Zoom), dabei muss man nur beachten, dass man den Fokus auf unendlich stellt und den Blitz ausschaltet.
Da mein altes Mikroskop bei der Beleuchtung nicht mehr so fit ist, habe ich mit einer LED-Stirnleuchte nachgeholfen und diese, wenn notwendig mit einem weißen Blatt Papier gedimmt.

Blütenstaub meiner Amaryllis
Wie man an dem Foto gut sehen kann, funktioniert das Fotographieren durch das Okular bei Auflicht nicht besonders gut, kein einziges Bild wurde richtig scharf


hier: ein Präparat eines Ameisenkopfes
ich hab es nicht selber gemacht, sondern irgendwann vor Jahren schon als Fertigprodukt gekauft, dieses Mal hatte ich das Mikroskop auf Durchsicht gestellt und die Aufnahme sieht schon viel besser aus


dieses Ding
- vielleicht weiß jemand, worum es sich dabei handelt; lebt jedenfalls am Boden eines Blumentopfes - im Sickerwasser - einer Amaryllis

Vielen Dank an Angie Opitz, sie bestimmte dieses Tier als Springschwanz


nachbearbeitet...



ok, dieses Foto ist nicht gut geworden


hier zwei Videos - Krappeltier in Action:



und zum Abschluss - mein Mikroskop - das alte aus Kindertagen
es ist von der Marke Zeus, auf der Schachtel steht allerdings C.o.C. oben, für seine 15 Jahre, die es locker schon am Buckel hat, leistet es nach wie vor gute Dienste. Vielleicht fällt mir etwas ein, wie ich die Kamera beim Knipsen fixieren könnte, damit die Fotos nicht so leicht verwackeln.

Kommentare:

  1. Vielen, vielen Dank für deinen Testbericht!
    Ich hatte mich schon gefragt, ob die Dinger was taugen.
    Ich hatte als Kind ein Schülermikroskop und habe damals die tollsten Sachen damit gesehen - der stinkende Heuaufguss war Pflicht. ;-)
    Das Gerät gibt es noch, aber heute sehe ich gar nichts mehr damit, es ist wohl arg gealtert...
    VG
    Elke

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  2. Liebe Elke!
    Ich habe heute ein zweites Exemplar getestet, auch vom Lidl und bei dem funktioniert zum Beispiel die Kamera wesentlich besser als beim ersten und auch ist die Beleuchtung um einiges heller. Anscheinend muss bei der Wahl des Gerätes ein bisschen Glück haben. Jedenfalls werde ich mich noch ein wenig damit spielen, aber das Verfolgen der winzigen Tierchen am PC ist schon lustig. Heute habe ich so eine Art "Würmer" gefunden, die sind ziemlich flink unterwegs. Weiters noch so ganz behaarte Dinger, die auch recht schnell waren.

    Was auch einiges bringt, ist einfach mit einer guten Taschenlampe mitzuleuchten, denn meistens liegt es daran, wenn man nichts mehr sieht, dass die Beleuchtung zu schwach ist.

    lg kathrin

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  3. Liebe Kathrin,

    das ist ja spannend! Und von früher kenne ich das auch noch. Die sog. Schüler-Mikroskope sind wirklich sehr unterschiedlich, was die Qualität betrifft. Da lohnt sich schon ein professionelleres, z.B. aus dem medizinischen Bereich, anzuschaffen. Das es sicher über e*ay auch zum passablen Preis gibt.

    Aber das mit der USB-Schnittstelle ist schon ideal, das haben ältere Mikroskope ja leider noch nicht. Nur nützt das alles nichts, wenn das Mikroskop an sich nichts taugt ;-)

    Aber Du hast es mit der Zusatzbeleuchtung ja ideal gelöst. Das mit den Springschwänzen wußte ich auch, die in Blumenerde leben.
    Vielleicht geht es mit einem speziellen Stativ?

    Liebe Grüße und einen schönen 4. Advent
    Sara

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  4. Liebe Kathrin,

    Einen schönen 4. Advent und liebe verschneite Grüße
    Dorothea

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  5. Die Arbeiten mit dem Mikroskop sind sehr interessant. Aber wenn ich ehrlich sein soll, dann bin ich froh, dass ich nicht so ganz genau sehen kann, was alles in meinen Blumentöpfen herumkrabbelt.
    LG Anette

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