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Vielfältig wie Österreichs Natur ist auch dieser Blog. Unser Garten ist Quelle hochwertiger Lebensmittel für die Küche und Oase der Ruhe. Dieser Food- und Gartenblog bietet Dir Rezepte, Buchvorstellungen, Gartentipps sowie Reiseimpressionen. Gegärtnert wird im Freiland und im Topf.

Sonntag, 9. Januar 2011

Erdbeeren in Töpfen? Ab damit in den Keller?

Unter dem Dauerfrost im Jänner 2011 haben meine Erdbeerpflänzchen in den kleineren Schalen und Töpfen ziemlich gelitten. Obwohl ich im Herbst die Gefäße auf Styroporplatten gestellt hatte und sie so gut wie möglich mit mehreren Schichten Vlies abgedeckt hatte, waren die Pflanzen von der Kälte gezeichnet und einige sogar schon kaputt. Vielleicht waren einfach die Töpfchen zu klein um die Pflanzen über einen längeren Zeitraum mit Feuchtigkeit zu versorgen, vielleicht war die Erde in den Töpfchen zu schnell durchgefroren - Fragen über Fragen? Jedenfalls hatte ich damals auf einen weiteren Totalausfall spätestens im Frühling keine Lust mehr (so billig sind Erdbeerpflänzchen ja auch nicht), daher verfrachtete ich sie den alten Kartoffelkeller mit Lehmboden, wo Temperaturen um die 8°C-11°C herrschten. Ja, so einen hatten wir im Grazer Haus! Es war ein Experiment. Ein wenig Sorgen machte ich mir nur über das fehlende Licht. Die Idee fand ich gar nicht schlecht. Aber ich sollte eines Besseren belehrt werden...

meine geschundenen Erdbeeren und der Granatapfel

Lohnt es sich in Töpfe gepflanzte Erdbeeren im Keller zu überwintern?

Das Überwintern der Erdbeeren im Keller hat sich nicht wirklich ausgezahlt, denn die Erdbeerpflanzen waren vom durchgängig "warmen" Klima nicht sonderlich begeistert. Die bereits angeschlagenen Exemplare gaben erst recht w.o. und der Rest trat im Frühling eher kümmerlich wieder in Erscheinung, gespickt mit vielen hacksigen, hellgrünen Austrieben, die keine Sonne aushielten. Das fehlende Licht führte nämlich zu unzähligen Geiztrieben. Kurz gesagt, die Arbeit die Töpfe in den Keller oder die Wohnung zu schleppen lohnt sich überhaupt nicht. Erdbeeren sind winterharte Pflanzen, die das mitteleuropäische Klima und den damit verbundenen Frost gewohnt sind. Aber Erdbeeren sind Diven - keine Frage, aber frostharte!

Erdbeeren in der Garage überwintern

Immer wieder gibt es Suchanfragen an meinem Gartenblog, ob es denn nicht sinnvoll wäre Erdbeeren in der Garage zu überwintern anstatt im Keller oder im Freien. Diesbezüglich möchte ich bei meinen Ausführungen zur Überwinterung von Erdbeeren im Keller bleiben. Es bringt nichts. Erdbeeren sind Gartenpflanzen und sollten auch während der kalten Jahreszeit draußen bleiben. Eine Garage bietet ebenso wenig wie ein Keller optimale Überwinterungsbedingungen.

Wie sollte man Erdbeeren in Töpfen am Besten überwintern?

Natürlich stellt sich nun in weiterer Folge die Frage, wie man nun Erdbeeren in Töpfen am Besten überwintern sollte, wenn der Keller oder die Wohnung nicht gerade als Winterquartier optimal sind. Eigentlich habe ich die beste Erfahrung bei der Überwinterung von Erdbeeren gemacht, wenn sie einfach draußen im Garten oder Balkon an einer geschützten Stelle, eingepackt in Kokosmatten und ein wenig Vlies verblieben sind. Natürlich darf man bei Topfpflanzen nicht darauf vergessen, diese regelmäßig zu gießen, ansonsten vertrocknen sie relativ schnell. Was mich zum nächsten Punkt bringt:

Erdbeeren am Besten im Garten eingepackt in Kokosmatten und Vlies überwintern - Gartenblog Topfgartenwelt


Wie groß sollten Töpfe für Erdbeeren sein, damit eine Überwinterung gelingt?

Am Bild oben zu Beginn des Beitrags siehst Du relativ kleine Töpfe und schmale Blumenkästen. Beides eignet sich sich auf Dauer nicht für die Kultur von Erdbeeren. Diese leidige Erfahrung musste ich auch machen. Meines Erachtens liegt der Grund vor allem darin, dass das Substrat bzw. die Erde in kleinen Töpfen viel zu schnell austrocknet und der Frost zudem eine relativ große Angriffsfläche hat. Sprich, die Wurzelballen liegen oftmals direkt oder viel zu nahe an der Topfwand und damit fehlt jeglicher Puffer gegen klirrende Kälte. Die von mir damals verwendeten Schalen wurden sogar nach unten hin schmäler und verstärkten damit das Problem nochmals. Bei den Erdbeeren in günstigen Blumenkästen ohne guten Wasserablauf besteht hingegen die Gefahr, dass die Wurzeln der Pflanzen viel zu nass stehen und quasi bei Frost durchfrieren oder während einer Tauwetterphase vergammeln. Zurück bleiben zerstörte Haarwurzeln, die kein Wasser mehr aufnehmen können und eben dadurch die Pflanze vertrocknet. 

Aus meiner Sicht eigenen sich daher für eine dauerhafte Bepflanzung mit Erdbeeren Töpfe mit mindestens einem Durchmesser von 32 cm. Töpfe aus Ton regulieren den Wasserhaushalt im Substrat auf natürliche Weise, Töpfe aus Plastik müssen über einen guten Wasserabzug verfügen. Wenn man möchte kann man die Töpfe mit Erdbeeren auch als Erdbeerpyramide zusammenstellen.

Dickmaulrüssler - Gefahr für Erdbeeren nach dem Winter

Doch selbst wenn man es geschafft hat die Erdbeeren in Töpfen gut über den Winter zu bekommen und sie Ende März, Anfang April neue Austriebe zeigen, ist die Gefahr noch nicht gebannt. Um diese Zeit werden auch die Larven des Dickmaulrüsslers wieder aktiv und deren erste Nahrungsquelle sind die feinen Wurzeln der Erdbeeren. Der Dickmaulrüssler liebt Erdbeeren! Leider. Mehr dazu findest Du unter meinem Beitrag: "Was tun gegen den gefurchten Dickmaulrüssler im Garten oder warum Erdbeerpflanzen im Frühling plötzlich eingehen?"

Zum Pinnen:


Das Anpflanzen von Erdbeeren im Garten oder am Balkon ist eine gute Idee. Aber im Topf haben es die Pflanzen schwer, insbesondere im Winter. Die richtige Pflege beim Überwintern ist wichtig. Der Keller eigent sich jedenfalls nicht gut als Winterquartier. #Erdbeeren #Überwintern #topfgartenwelt


Bis bald und baba,
Kathrin

Kommentare:

  1. Dann gib ihn doch welches - Licht meine ich. Für die Chili-Anzucht nehme ich zwei Leuchtstoffröhren, 36 W (T8/1200mm), Lichtyp "865". Das kommt echtem Tageslicht sehr nahe. ca. 20cm Abstand über den Pflanzen und dann übre eine Zeitschaltuhr die normale Tageslichtlänge simulieren - hier derzeit ca. 8,5 Stunden/Tag und das dann wöchentlich etwas steigern - der tatsächlichen Tageslänge anpassen. Das macht dann für zwei Monate je Röhre ca. 20 kWh. Wahrscheinlich deutlich preiswerter als neue Pflanzen. Die Röhren kosten in D auch nur je Röhre ca. 4 - 5 €.

    Wie das z.B. aussehen kann siehe in diesem Blogbeitrag gaaanz unten http://blog.lopdron.de/?p=643

    oder hier sogar so etwas ähnliches wie eine Bauanleitung: http://www.capsamania.de/index.php?page=Thread&postID=206139#post206139

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  2. Hallo jmsanta! Ich habe sogar so eine Leuchtkonstruktion zu Hause rumstehen, müsste sie nur über den Pflanzen aufbauen und eine Steckdose im Raum oder im Gang finden. Aber könnten es die Pflanzen nicht auch so, also finster, überleben?

    lg kathrin

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  3. So ganz ohne Licht? Ehrlich gesagt kann ich mir das nicht vorstellen. Pflanzen das Licht zu entziehen ist auch eine sehr gründliche Methode zur Unkrautbeseitigung - dauert nur ein paar Wochen. Aber du kannst es ja auf einen Versuch ankommen lassen.

    Gruß, Jan

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  4. Lieber Jan! Ich werde morgen Abend wieder nach den Pflanzen schauen und mir überlegen, wie ich ihnen etwas Licht bieten kann.

    lg kathrin

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  5. Kathrin,

    dieser Gedankengang von mir muss nicht stimmen, ich habe Erdbeeren so noch nicht drinnen überwintert. Vielleicht liege ich auch falsch mit meiner Mutmaßung! Unsere stehen im Garten und überstehen den Winter hoffentlich unbeschadet!

    Ich habe aber gerade dieses Blog entdeckt:
    http://www.erdbeeranbauer.de/?p=1852
    vielleicht hilft dir das besser weiter!

    Jan

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  6. Lieber Jan!
    Vielen Dank, dieses Blog kenne ich bereits, aber für mich habe ich darin noch nicht die richtige Lösung gefunden.
    Bis jetzt habe ich meine Erdbeeren in Töpfen immer draußen überwintert, allerdings sind viele dann nicht über den Winter gekommen. Mittlerweile stehen sie schon eine Woche im Keller und sehen besser aus als davor.

    lg kathrin

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