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Freitag, 9. November 2018

Unerfüllter Kinderwunsch: Kann man trotz niedrigem AMH-Wert schwanger werden? Ursachen rechtzeitig erkennen und handeln!

By On 06:30
Diese Frage habe ich mir 100te Male, wenn nicht 1000te Male gestellt. Wieso werden alle rund um mich schwanger, nur ich nicht. Wieso scheint das Einfachste und Normalste auf der Welt nicht zu funktionieren? Ich rauche nicht, habe kein Übergewicht, nahm nie in meinem Leben Drogen und konsumiere lediglich sehr selten ein bisschen Alkohol. Und trotzdem passierte einfach nichts. Gar nichts. Rückblickend begann der Leidensweg schleichend als sämtliche Mädels im Bekannten- und Freundeskreis vor etwa 5 Jahren mit Anfang 30 nach dem Studium und dem Jobeinstieg die ersten Kinder bekamen. Und ich? Bei mir tat sich überhaupt nichts! Womit hatte ich das verdient? Aus heutiger Sicht hätte man viel eher handeln können, wenn ich nicht all die Zeit auf meinen Gynäkologen vertraut hätte, der mich stets im Glauben ließ, wenn man einen Eisprung hat, dann ist alles im Lot und es wird schon klappen. Wenn Du diesen Artikel liest, dann hoffe ich, dass Du nun keine unnötige Zeit mehr verlierst, wenn die Frage aufkommt, warum werde ich einfach nicht schwanger?! Und nein, hier geht es jetzt nicht um sinnlose Wundermittel, Yoga oder Spezialdiäten!

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1. Setze Dich früh genug mit dem Thema Schwangerschaft auseinander!

Leider habe auch ich den Fehler gemacht, einfach darauf zu vertrauen, dass es schon einmal klappen wird mit einer Schwangerschaft, nach Ende des Studiums und ein paar Jahren im Job. Doch alsbald wurde ich eines besseren belehrt. Schwangerwerden ist nämlich nicht so einfach, wie man sich das vorstellen könnte und nicht jede ist in der schönen Situation, dass es einfach passiert. Auch sollte man sich vom Gedanken verabschieden, dass man ewig  dafür hat Zeit ein Baby zu bekommen, selbst wenn einem dies gerne vorgegaukelt wird. Dem ist einfach nicht so. Wenn der Familienplanung nichts im Wege steht und es mit dem Partner passt, sollte man loslegen. Es bringt überhaupt nichts, sich durch den Job und Meinungen anderer verunsichern lassen. Ein Baby zu bekommen ist nur die Entscheidung zwischen Deinem Partner und Dir. Sonst geht dies niemanden etwas an. Punkt. Aus. Fertig.

2. Hole eine zweite Meinung ein!

Wir schreiben das Jahr 2015. Die Monate ziehen ins Land und nichts tut sich. Schon seit einiger Zeit fällt mir auf, dass ich gefühlt meine Regel recht häufig bekomme. Zuvor habe ich eigentlich nie besonders darauf geachtet. Da ich zu diesem Zeitpunkt aber keinen Zykluskalender führe, kann ich es nicht einmal genau sagen. Es ist ein Bauchgefühl. Irgendwann raffe ich mich doch dazu auf und vereinbare einen Termin mit meinem Frauenarzt. Er erstellte einen gewöhnlichen (!) Hormonstatus, überprüfte das Vorhandensein des Eisprungs und teilte mir mit, dass alles in Ordnung sei. Angesprochen auf den Umstand, dass mir vor einigen Jahren bereits ein anderer Arzt mitgeteilt hatte, es könnte Schwierigkeiten geben schwanger zu werden, hieß es lapidar: Dies ist nicht ersichtlich. Es sei alles in Ordnung. 

Da ich schon damals keine Antwort auf das warum und wieso bekommen hatte, ging ich nun einfach davon aus, dass ein Irrtum vorlag. Ich wurde schlussendlich mit den Worten vertröstet, wir sollten es einfach weiter versuchen. Zur Unterstützung der zweiten Zyklushälfte wurde mir Utrogestan verschrieben, allerdings zur Einnahme nach Kalender und nicht wie es sich lege artis gehört hätte, nach korrekter Bestimmung des Eisprungs. Dieses Vorgehen hat im Nachhinein überhaupt nichts gebracht, sondern nur Zeit und Nerven gekostet.

Mittlerweile ist es bereits 2016. Eine Schwangerschaft ist noch immer nicht eingetreten. Es gibt weitere Gespräche mit dem Gynäkologen, weitere gewöhnliche Hormonstati werden erhoben. Nichts passiert. Im Sommer 2016 reicht es mir mit den Vertröstungen endgültig. Ich ersuche den Arzt erneut um ein Gespräch und um die Überweisung zu einem Spezialisten, notfalls an eine Kinderwunschklinik oder an die Hormonambulanz der Salzburger Landeskliniken. 

Langer Rede kurzer Sinn: ich hätte von Anfang an sofort in eine Spezialeinrichtung überwiesen werden müssen und könnte mich heute noch darüber ärgern, dies nicht eher verlangt zu haben. Also wenn Dir etwas komisch vorkommt und Du nur vertröstest wirst, nimm die Beine in die Hand und hole eine zweite Meinung ein. Viele Ärzte vergehen sich in der Routine und sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr. Des Weiteren ist es von Vorteil, sobald man mit der Familienplanung beginnt, auch mit einem Zykluskalender zu starten. Hier lassen sich oftmals schon erste Unregelmäßigkeiten im Zyklus, wie z.B. verkürzte oder verlängerte Zyklen erkennen. Bist Du zudem schon über 30 dann werde spätestens nach 6 Monaten vergeblichen Wartens aktiv und lass Dich und Deinen Partner durchchecken.

Ich werde einfach nicht schwanger obwohl ich schon ein Kind habe - Blog Topfgartenwelt

3. Lass ein großes Hormonbild erstellen! Überprüfe Deinen AMH!

Wie bereits erwähnt, erstellte der Gynäkologe mehrere gewöhnliche Hormonbilder, die für ihn nicht schlecht aussahen und ihm schon gar nicht einen unmittelbaren Handlungsbedarf offenbarten. Die Krux an der Sache, bei einem gewöhnlichen, einfachen Hormonstatus wird der AMH-Wert (Anti-Müller-Hormon) nicht überprüft. Der AMH-Wert gibt Auskunft über die Eizellenreserve und ist damit ein Indikator ob rasch gehandelt werden muss. Bei mir war es 5 vor 12. Grundsätzlich sollte der AMH-Wert bei einer Frau im gebärfähigen Alter über 1 sein, liegt er darunter, ist lediglich noch von einer ovariellen Restfunktion auszugehen. Wenn man eine Familie gründen will, sollte man nun keine Zeit mehr verlieren. Leider ist ein verfrühter niedriger AMH-Wert absolutes Pech in der indivuellen Genetik eines Menschen bzw. einer Frau, wenn man das so sagen kann.

Typische Kennzeichen für einen niedrigen AMH-Wert sind:

  • Es sind nur wenige Follikel sind beim Ultraschall zu sehen (Normalerweise reift eine Eizelle pro Monat heran, welche von mehreren Begleitfollikeln umgeben ist. Erkennbar sind die Follikel als viele schwarze, kleine Punkte am Ultraschall. Dies ist meinem Frauenarzt aber nicht aufgefallen!)
  • Die zweite Zyklushälfte ist verkürzt. Dies bedeutet, selbst wenn ein Eibläschen gut herangereift und befruchtungsfähig ist, hat es keine Zeit sich einzunisten. Es geht mit der nächsten Regel einfach wieder ab. Eine Unterstüzung des Gelbkörpers in der zweiten Zyklushälfte mit Utrogestan (das Mittel der Wahl bei diesem Problem) ist somit von Vorteil. Allerdings muss hier der Eisprung stets genau bestimmt werden. Denn beginnt man mit der Anwendung von Utrogestan zu früh, kann dies den Eisprung hemmen und dies wäre kontraproduktiv. 
  • Frühe Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte.
  • Erhöhter FSH-Wert (= Follikelstimulierendeshormon).  Bildlich gesprochen, muss die Hirnanhangdrüse eine größere Portion davon ausschütten lassen, damit die Eierstöcke arbeiten. Allerdings schwankt der FSH-Wert von Zyklus zu Zyklus und kann einmal gut, das heißt unter 10 oder schlecht, das heißt über 13/14 sein. Als individueller Maßstab wird stets der am höchsten gemessene Wert herangezogen.
  • Individuell kann sich das hormonelle Ungleichgewicht auch durch prämenstruelle Akne, fettige Haut und dergleichen zusätzlich verstärkt äußern. 
Lass den Kopf nicht hängen, denn ein niedriges AMH bedeutet nicht, dass:
  •  man auf natürlichem Wege nicht schwanger werden kann. 
  • die Eizellenqualität (!) generell schlecht ist. 
  • die Fruchtbarkeit von vornherein eingeschränkt ist. Allerdings gehen hier die Meinungen auseinander. Schneller und leichter Schwangerwerden geht mit dieser Diagnose entsprechend meiner persönlichen Erfahrung nicht. Es ist eine verdammt langwierige Sache.
Ein erhöhter AMH-Wert kann übrigens auf das PCO-Syndrom (Polyzystisches Ovarialsyndrom) hindeuten. Auch hier sollte man keine unnötige Zeit verlieren!

Darum ist der AMH bzw. ein großes Hormonbild so wichtig!

Ganz einfach, weil er ein Indikator dafür ist, wie schnell gehandelt werden muss. Das ganze Üben bringt nämlich nichts, wenn Dir die zweite Zyklushälfte einen Strich durch die Rechnung macht. Des Weiteren darf man das Zusammenspiel zwischen AMH und FSH nicht außer Acht lassen. Denn oftmals erreicht man sein Ziel, die Schwangerschaft, einfacher und zügiger, wenn man sich helfen lässt. Der FSH kann nämlich hormonell nach unten gedrückt werden, wenn er ständig erhöht ist.

Ein großes Hormonbild sollte aber schon allein aus diesem Grund erstellt werden, da nur dann mit Sicherheit gesagt werden kann, dass zumindest aus hormoneller Sicht alles in Ordnung ist. Es könnte nämlich auch gut sein, dass ein anderes Hormon aus dem Gleichgewicht geraten ist oder überhaupt fehlt. Zudem sollte ein Hormonstatus in den ersten vier Tagen der Regelblutung erhoben werden und ein weiteres Mal rund um den Eisprung. Im Laufe des Zyklus schwankt nämlich die Hormonkonzentration nach einem gewissen Muster (Follikelphase, Ovulationsphase, Lutealphase). Es muss daher kontrolliert werden, ob der Zyklus in den Normwerten liegt.

Bei einem großen Hormonstatus werden folgende Hormone überprüft: 

  • AMH  Referenzwert 1.0-8.0 ng/ml (Antimüller-Hormon, zeigt Eizellenreserve an)
  • FSH Referenzwerte Follikelphase 3,5-12,5 mU/ml, Ovuluation 4,7-21,5 mU/ml, Lutealphase 1,7-7,7 mU/ml
  • TSH Referenzwerte 0.50-4.20 mU/ml (Schilddrüse; Liegt hier eine Über- oder Unterfunktion vor, kann dies auch zu massiven Problemen im Hinblick auf eine Schwangerschaft führen. Die Schilddrüse lässt sich allerdings gut einstellen.)
  • LH Referenzwerte Follikelphase 2,4-12,6 mU/ml, Ovulation 14.0-95.6 mU/ml, Lutealphase 1.0-11.4 mU/ml (Luteinisierendes-Hormon, fördert Eisprung und Gelbkörperbildung)
  • Prolactin Referenzwerte 102.0-496.0 μU/ml (steuert das Wachstum der Brustdrüse und die Milchbildung während der Stillzeit, eine Überproduktion unterdrückt den Eisprung)
  • E2 / Estradiol Referenzwerte Follikelphase 12,4-233 pg/ml, Ovulationsphase 41-398 pg/ml, Lutealphase 22,3-341 pg/ml (Estrogen, wichtig für das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut)
  • Progesteron Referenzwerte Follikelphase 0.06-0.89 ng/ml, Ovulationsphase 0.12-12.00 ng/ml, Lutealphase 1.83-23.90 ng/ml (ebenfalls wichtig für das Wachstum der Gebärmutterschleimhaut und die Einnistung der Eizelle)
  • Testosteron Referenzwerte 0.08-0.48 ng/ml
  • freies Testosteron Referenzwerte 0.29-3.18 pg/ml
  • ADION Referenzwerte 0.50-4.80 ng/ml
  • Sexualhormonbindendes Globulin Referenzwerte 32.40-128.00 nmol/l (Erhöhung kann auf Schilddrüsenfehlfunktion hindeuten, allerdings soll dieser Wert generell nicht sehr aussagekräftig und einflussreich sein)
  • DHEAS Referenzwerte 1.650-9.150 μmol/l (Dehydroepiandrosteronsulfat)
  • 17OHP Referenzwerte Follikelphase 0.97-4.45 nmol/l, Lutealphase 0.76-8.79 nmol/l (17-Hydroxy-Progesteron, ist ein natürliches Gestagen)
*) Sämtliche Referenzwerte stammen aus einem großen Hormonstatus vom Sommer 2018! Beim Vergleichen der Werte, musst Du unbedingt auf die Einheiten achten!! 

ich werde einfach nicht schwanger tipps um keine zeit zu verlieren - Blog Topfgartenwelt

4. Sprich Deinen Arzt auf DHEA oder Asparaginsäure an!

Dehydroepiandrosteron kurz auch DHEA genannt, ist ein Vorstufenhormon für sowohl die weiblichen als auch männlichen Sexualhormone. In der Kinderwunschbehandlung wird es quasi als Booster für die Eizellen und Eierstöcke eingesetzt. Die Wirkung tritt nach ca. 3 Monaten ein. Bei mir persönlich äußerste sich vor allem darin, dass sich bereits nach kurzer Zeit Beschwerden aufgrund von Hormonschwankungen (z.B. Pickel) massiv verbesserten. Auch hörten die Schmierblutungen in der zweiten Zyklushälfte auf und die Regel selbst hatte plötzlich wieder einen richtigen Anfang und ein richtiges Ende. 

Asparaginsäure hat eine ähnliche Wirkungsweise. Da ich diese selbst aber nie genommen habe, kann ich Dir darüber nichts berichten. Fakt ist jedenfalls als mein Mann und ich uns mit DHEA in der Vorbereitung für eine IVF befunden haben, pendelte sich damit mein Zyklus ein und ich hatte eine Spontanschwangerschaft. Der Assistenzarzt, welcher bei mir eine Spontanschwangerschaft ausgeschlossen hatte, tat das Ausbleiben der Regel als Wechseljahresbeschwerden ab. Gut diese sind nun über 10 Monate alt und machen die Wohnung unsicher :)

Auch wenn sich DHEA entsprechend der aktuellen Studien nicht direkt auf die Fertilität auswirkt, werden damit im Hintergrund ein Prozesse in Gang gesetzt, welche sich positiv auf eine mögliche Schwangerschaft auswirken. Ich wurde übrigens im 5 Monate nach dem Beginn mit DHEA schwanger. 

5. Lass ein Zyklusmonitoring machen!

Es gibt Ovulationstests von zahlreichen Marken, um den Eisprung selbst zu Hause per Pinkeltest festzustellen. Diese mögen zwar bei vielen Frauen funktionieren, aber nicht bei allen! Passt die Sensitivität nicht, kommt es zu falschen Ergebnissen. Ebenso kann das Ergebnis verfälscht sein, wenn man Morgenurin verwendet oder einfach zu viel getrunken hat. Am Sichersten ist ein Bluttest gemeinsam mit einem Ultraschall beim Arzt. Zum einen lernt man dadurch seinen Zyklus gut kennen und zum anderen funktioniert diese Vorgehensweise auch bei unregelmäßigen Zyklen. Denn gerade bei unregelmäßigen Zyklen hat man mit Ovulationstests kaum eine Chance. 

Kurz gesagt, ein Zyklusmonitoring spart Zeit und schließt Unsicherheiten aus. Treten Probleme auf, so kann umgehend auf diese reagiert werden ohne, dass man den gesamten Zyklus sofort abhacken muss.

6. Bestehe auf eine umfassende Abklärung!

Grundsätzlich sollte beim Wunsch nach einer Schwangerschaft neben dem Hormonstatus auch anderweitig eine umfassende Abklärung gemacht werden. Erkrankungen und negative Faktoren wie Myome, PCO-Syndrom, Endometriose, verklebte Eilleiter, usw. sollten möglichst früh erkannt, ausgeschlossen oder behandelt werden. Auch hier sollte man sich keinesfalls vertrösten lassen, es kostet nur unnötig Zeit. Insbesondere wenn man bereits eine Chemotherapie hinter sich hat, sollte man sich gründlich untersuchen lassen. Denn vor einigen Jahren war es noch nicht üblich vor Beginn einer Chemotherapie Eizellen und Eierstockgewebe für eine spätere Schwangerschaft zu entnehmen. Eine Chemotherapie wirkt sich leider sehr negativ auf die Fruchtbarkeit und die Eizellenreserve aus.

Daneben sollte man seinen Zähnen und der Zahngesundheit ein wenig Aufmerksamkeit widmen. Kaputte, unbehandelte Zähne können sich negativ auf den Eintritt einer möglichen Schwangerschaft auswirken.

Lass Dich auf Chlamydien hin kontrollieren. Bei Chlamydien handelt es sich um eine Geschlechtskrankheit, welche dazu führen kann, dass die Eilleiter verstopfen und allein schon deswegen eine Schwangerschaft ausgeschlossen ist. Sie lassen sich gut mit Antibiotika behandeln. Das Gemeine an Chlamydien ist allerdings, dass sie extrem leicht übertragbar sind und man sie sich schon auf einer infizierten öffentlichen Toilette oder im Schwimmbad holen kann. Auch beim Umgang mit Katzen sollte man vorsichtig sein. Sie können bestimmte Bakterienstämme, die z.B. via Kot in die Umgebung gelangen, übertragen. Die Infektion kann sehr lange unbemerkt bleiben.

Bei der umfassenden Abklärung muss auch Dein Partner miteinbezogen werden. Es kann nämlich auch sein, dass bei ihm etwas nicht in Ordnung ist. Daher nichts wie ab zum Urologen!

warum werde ich nicht schwanger trotz eisprung - Blog Topfgartenwelt


7. Zügle Deine Erwartungshaltung: Entspannung - nicht hineinsteigern!

Das Schwierigste in der ganzen Kinderwunschzeit ist wohl das Gefühlschaos in welches man gestürzt wird. Gemein daran ist, dass man sich einfach nicht darauf vorbereiten und einstellen kann. Es ist eben ein sehr emotionales Thema. Selbst bei gesunden Paaren, liegt pro Zyklus nur eine Schwangerschaftsrate, nach unterschiedlichen Quellen, zwischen 10-15% bzw. 20-25% vor. Mit dem Alter wird dieser Prozentsatz geringer, fällt aber nicht, wie gerne behauptet, mit dem Tag des 35. Geburtstags plötzlich rapide ab. Das ist schlicht und einfach Unsinn. Was ich damit sagen will, man hat nie im Leben die 100% Chance schwanger zu werden. Es ist immer ein Lotto 6er, wenn es klappt. Aber sich dies zu verdeutlichen ist nicht immer leicht. Je länger keine Schwangerschaft eintritt desto mühsamer und psychisch belastender wird die ganze Situation. Leider verleitet dies sehr dazu, sich hineinzusteigern und nur noch das Negative zu sehen.

Ist man schon dabei das Problem, welches einer Schwangerschaft im Wege steht an der Wurzel zu packen, muss man möglicherweise trotzdem mit zahlreichen Fehlschlägen rechnen.  Enttäuschung, Wut auf den Umstand, dass man selbst davon betroffen ist, Verzweiflung und viele vergossene Tränen lassen sich nicht immer vermeiden. Aber man kämpft umso mehr damit, wenn man sich von Monat zu Monat mehr darauf versteift, dass es endlich funktionieren MUSS. Es muss nämlich nicht. Leider! Entspannung und Ablenkung sind hier die Zauberworte, auch wenn es verdammt schwer fällt! Doch eines ist auch klar, die Emotionen müssen raus. Angestaute Emotionen machen krank! Eine Partnerschaft muss das aushalten können.

Ein Körper merkt sich eine Schwangerschaft, beim zweiten Kind geht's leichter

Verabschiede Dich am besten gleich von diesem Gedanken. Er führt unterbewusst zu einer Erwartungshaltung, die Dich nur unnötig unter Druck setzt. Doch genau dieser Druck ist fehl am Platz. Er bringt Dich einer Schwangerschaft nicht näher. Ich selbst habe den Spruch auch mehrfach gehört. Es ist nichts weiter als blöde Rederei, wenn hormonelle Probleme oder Vorerkrankungen vorliegen, werden diese nicht zwangsläufig durch Schwangerschaft Nr. 1 aus dem Weg geblasen, sie sind leider nach der Geburt noch immer vorhanden. Sie machen bei einem etwaigen Wunschbaby Nr. 2 dieselben Probleme wie bereits zuvor. Man beginnt quasi mit Hoffen und Bangen wieder von vorne. Das ist das unglaublich gemeine an der Sache. Einzig und allein verschafft einem das Wissen aus dem Behandlungsverlauf bei der ersten Schwangerschaft einen kleinen Zeitvorteil. Man beginnt nicht mehr ganz bei null, sondern kennt schon den einen oder anderen Weg, welcher zumindest schon einmal zum Erfolg geführt hat. Doch bleibt am Ende stets die Frage offen, ob es AUF DIESE WEISE wieder funktioniert?!

Finger weg von Internet-Foren!

Für die Psyche ist es zudem wesentlich besser die Finger von Schwangerschafts- und Kinderwunschforen zu lassen. Sie eigenen sich lediglich dazu die Ist-Situation um ein vielfaches zu verschlimmern. Auch wenn es einiges an Überwindung kostet, nicht via Google einen der zahlreichen Links anzuklicken. Aber hier lohnt sich die mentale Stärke auf jeden Fall. Denn vielfach wird dort einfach nur Blödsinn geschrieben, der einen selbst irre macht. Demnach sollen Befruchtung und Einnistung spürbar sein, vor der Regel soll der LH-Wert steigen, usw. usf. Die sogenannten Expertenartikel geben häufig nur das Geschreibsel von einigen Foren-Userinen wieder und sind wenig fundiert. Zudem wird man dazu verleitet, viel zu früh Schwangerschaftstests durchzuführen, obwohl selbst ein 10er Schwangerschaftstest erst ab Eisprung + 14 ein sicheres Ergebnis anzeigt. Oder wird ermutigt unsinnige Testreihen mit Ovulationstests durchzuführen, um zu orakeln, ob man nun schwanger ist oder nicht. Am Ende bildet man sich schon Schwangerschaftsanzeichen ein, die zu Beginn einer Schwangerschaft, also noch vor Ausbleiben der Periode, gar nicht vorhanden sein können, weil man plötzlich in jeden Furz etwas hineininterpretiert. Wenn es 10 andere Frauen spüren, muss es doch bei mir auch so sein?! Völliger Schwachsinn! Also daher noch einmal Finger weg! Vergleiche sind tabu! Es muss ja nicht einmal Schwangerschaft Nr. 2 gleich sein wie Schwangerschaft Nr. 1.

8. Wenn man mit der Situation nicht mehr klar kommt, sich professionell helfen lassen!

Ist die Situation bereits derart verfahren, ist es vielleicht ein guter und gangbarer Weg, wenn man psychologische Hilfe in Anspruch nimmt, welche einen während der Kinderwunschbehandlung begleitet. Es ist nämlich durchaus möglich, dass man phasenweise in ein tiefes Loch fällt, da sich der Erfolg einfach nicht einstellen will. Leider kann Dir auch niemand auf der Welt die Garantie geben, dass es überhaupt einmal zu einer Schwangerschaft kommt. Aber mit entsprechender Begleitung ist es leichter, ein Licht am Ende des Tunnels zu sehen und sich wieder auf das Leben an sich zu konzentrieren. Denn das Wichtigste ist wohl die Perspektiven wieder so auszurichten, dass sich nicht nur alles auf eine mögliche Schwangerschaft projeziert wird, sondern das bisher vorhandene Positive im Leben wieder in den Fokus rückt. Das zaubert zwar weder eine Schwangerschaft noch ein Baby herbei, macht aber den Kopf wieder freier.

Mit der Familie und Freunden darüber sprechen

Hilfreich ist es auch, wenn eine Kinderwunschbehandlung nicht als völliges Tabuthema im Familien- und Freundeskreis betrachtet wird, worüber man mit niemanden sprechen sollte. Die Unterstützung von Familie und Freunden ist in dieser emotional doch belastenden Zeit ein großer Pluspunkt. Ja, eine Hilfestellung, die man nutzen sollte. Es ist einfach gut weitere Schultern zum Ausweinen zu haben und einfach wieder aufgerichtet zu werden, wenn es erneut heißt: NEGATIV!


hilfe ich werde einfach nicht schwanger 10 Tipps - Blog Topfgartenwelt


9. Ordentliche Schwangerschaftstests verwenden

Da man leider um das Testen nicht herum kommt, sollte man sich für das Ende des Zyklus zumindest einen guten Test besorgen. Dies nimmt die extreme Spannung während des Wartens auf das Blutergebnis (ein Bluttest ist die sicherste Methode überhaupt eine Schwangerschaft festzustellen) doch  heraus, da ab Eisprung +14 die Tests doch schon sehr sicher sind. Man kann sich damit auf die etwaige Bestätigung durch den Arzt, dass es mal wieder nicht funktioniert hat wesentlich besser seelisch darauf einstellen. Es muss kein Clearblue um über 20 Euro sein, aber es sollte ein zuverlässiger Schwangerschaftstest sein. Im Internet gibt es zahlreiche Billigtests von der Marken One Step Nantong, David, usw. zu bestellen, die eher mit Vorsicht zu genießen sind. Man bekommt zwar für wenig Geld viele Teststreifen, aber kauft dafür eine große Portion Unsicherheit mit. Denn es ist gar nicht der Umstand, dass diese Teststreifen nicht funktionieren würden, sondern vielmehr die Tatsache, dass man so viel Widersprüchliches darüber findet. Das ist gar nicht gut, wenn man sich ständig Gedanken über das Testergebnis macht, weil andere damit erst sehr spät oder bereits extrem früh positiv getestet hätten oder wie auch immer. Die Grübelei, ob ein Testergebnis korrekt oder falsch ist, treibt Dich mit der Zeit in den Wahnsinn. Das ist nicht gut für die Psyche und das ist wiederum nicht gut, um schwanger zu werden. Es baut lediglich wahnsinnig viel Druck auf, der absolut unnotwendig ist.

10. Keine Selbstexperimente - Vorsicht bei Mönchspfeffer und Co

Im Internet stolpert man relativ häufig über Mönchspfeffer, um den weiblichen Zyklus zu regulieren. Mönchspfeffer oder Agnucaston enthält Phytoöstrogene, welche einen langen Zyklus verkürzen, einen zu kurzen Zyklus verlängern und PMS erleichtern SOLLTEN. Allerdings ist Mönchspfeffer auch für zahlreiche ungewünschte Begleiterscheinungen verantwortlich, wie verfrühte Blutungen, extremer Blähbauch, Ausschläge, usw. Er kann den ganzen Zyklus völlig durcheinander schmeißen und abgesehen von Schmier- und Zwischenblutungen ab Eisprung, noch dazu langanhaltende Monatsblutungen auslösen. Zudem kann es zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten kommen. Mönchspfeffer ist frei in der Apotheke erhältlich und verleitet daher gerne zum Experimentieren. 

Bei Experimenten sollte man generell sehr, sehr vorsichtig sein. Sie können die Ist-Situation verschlimmern und eine ganze Behandlung oder zumindest Deinen Zyklus von jetzt auf gleich in den Wind schießen. Wie heißt es so schön, zu viele Köche verderben den Brei. Genauso verhält es sich auch hier. Je größer der Cocktail Medikamenten und freiverkäuflichen Unterstützern wie Mönchspfeffer, Coenzym Q10 usw. wird, umso größer wird das körperinterne Chaos. Vielfach steckt einfach nur Geschäftemacherei dahinter, denn die Überwindung eine Tablette, die angeblich hilft, frei in der Apotheke zu kaufen, ist nicht so groß als sich durchchecken zu lassen und eventuell mit einem unschönen Ergebnis konfrontiert zu werden.

Entweder Du gehörst zu den Glücklichen, die in puncto Schwangerwerden keine Probleme haben oder ich konnte Dir mit meinem Artikel zumindest ein wenig Mut machen zu handeln. Wenn ich damit nur einer einzigen Person helfe nicht unnötig Zeit zu verlieren, freut es mich sehr! Vielleicht interessieren Dich auch meine Artikel über furchtbare Schwangerschaftsbücher und Stillterror, Kaiserschnitt oder die negative Behaftung von Kindern heutzutage.

Zum Pinnen:

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Bis bald und baba,
Kathrin

Donnerstag, 18. Oktober 2018

Familie: Gibt es nur noch Negatives über Kinder und Schwangerschaft zu sagen? Eine Antwortsuche!

By On 06:30
Lange habe ich überlegt, ob ich zu diesem doch recht heiklen Thema einen Blogbeitrag veröffentlichen sollte, aber mir ist es trotz allem ein Anliegen. Bin ich doch vor Kurzem über eine Meldung in einem Lifestyle-Magazin gestolpert, wo eine Studie zitiert wurde, die herausgefunden haben will, dass Kinder gezeugt mit Hilfe von IVF in ihrem späteren Leben eher zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ADHS neigen würden als natürlich entstandene Babys. Bitterer Nachgeschmack des Artikels, wenn es auf natürlichem Wege nicht klappt, dann lass es lieber bleiben mit Kindern. Andernfalls bist Du ein Egoist, der das Wohl des möglichen Nachwuchses für sein eigenes opfert. Pfui! Ich war fassungslos.

Leider ist das nicht der einzige Bericht, der dem Kinderkriegen bzw. Kinderhaben einen negativen Beigeschmack verleiht. Das Internet und die Zeitungen sind voll davon: Regretting Motherhood, Geburtstraumata, gestresste Eltern und dann noch all die vielen Artikel, die Schwangere über 30 oder noch schlimmer über 35 per se als schlechte Mütter abstempeln. Dies obwohl heutzutage von Frauen zwischen 30 und 40 die meisten Babys geboren werden. Aber warum sind Kinder und Schwangerschaft derart negativ behaftet in den Medien und Sozialen Netzwerken?

Schwangerschaft, Geburt, Kinder sind extrem Negativ behaftet - wieso? - Topfgartenwelt

Tatort Pinterest: Geburtstraumatisierte und bereuende Mütter

Nicht nur das in Zeitungen und Magazinen laufend negative Studien, Berichte und sonstige geistige Ergüsse auftauchen, die einem das Kinderkriegen eher madig machen, auch Pinterest ist voll davon. Bislang wurde mir kaum ein Pin vorgeschlagen, der Kinderkriegen und vor allem auch Kinderhaben mit etwas Positivem assoziiert. Vielmehr gibt es gefühlt tausende Berichte von Müttern, die ein Geburtstrauma erlitten haben. Da ich auf solche Lektüre gerne verzichte, kann ich Dir nun nicht im Detail verraten, wo das Trauma nun lag, aber das ist hier auch gar nicht so wichtig, denn die Botschaft die ausgesendet wird, lässt sich kurz und bündig zusammenfassen: eine Geburt ist ein negatives Erlebnis, überlege es Dir daher lieber im Vorfeld gut, ob Du diese Strapazen auf Dich nimmst. Immerhin kann es schnell vorbei sein mit der Illusion einer Traumgeburt, die in diversen Schwangerschaftsratgebern aufgebaut wird und im schlimmsten Fall trifft Dich ein Kaiserschnitt. Dieser bedeutet ohnehin das Ende der Welt. Er betrügt Dich um das Geburtserlebnis und ist schuld an allen möglichen Beschwerden, die dein Kind später haben wird (ADHS, Diabetes,...). Also noch einmal, überleg es Dir lieber zweimal, ob Du ein Kind in die Welt setzen willst.

Ein anderer Pin, der mir auf besagter Plattform gerne am goldenen Tablet der Startseite gezeigt wird, bringt es gleich auf den Punkt: Kinder machen nicht glücklich! Mhm. Ob diese generelle Aussage breite Zustimmung findet, wage ich zwar zu bezweifeln, aber dennoch geistert sie durch das weltweite Netz. Ausnahmen wird es immer geben, doch ich bin überzeugt, dass der Großteil der Menschen, welche sich für ein Kind entscheiden, auch glücklich darüber sind dieses zu haben. Denn ist der Weg zum "Wunsch"-Kind nicht immer ein einfacher. Scheinbar hat dieser Umstand wenig Bedeutung für so manchen Schreiberling. 

Auch den körperlichen Veränderungen im Zuge einer Schwangerschaft wird mächtig viel Raum eingeräumt. Der Lesestoff hinsichtlich "Gefahren und negativer Auswirkungen", die normalerweise keiner Schwangeren vorab verraten werden, ist ebenfalls schier unendlich. Von Akne, Ausfluss und Gewichtszunahme ist die Rede. Es wird kein Detail ausgelassen, um so gut wie möglich zu vermitteln, wie "scheiße" eine Schwangerschaft sein kann. Intiminität ist anscheinend für viele ein Fremdwort. Im Hintergrund hört man zudem noch leise eine Stimme flüstern, die Figur kann durch ein Baby auch nachhaltig ruiniert sein, willst Du dieses Risiko eingehen? Willst Du wirklich? Vielleicht hast Du später Dehnungsstreifen oder gar einen Schwabbelbauch?

Angst vor Kindern, Schwangerschaft und Geburt wird durch negative Berichterstattung geschürt - Topfgartenwelt
Wer hingegen die Schwangerschaft und Geburt einigermaßen überstanden hat, muss nun aber nicht zwangsläufig glücklich sein. Wo kämen wir dahin in unserer Gesellschaft?! Vielmehr schickt es sich, wenn man öffentlich ein Bekenntnis ablegt, dass man den Schritt Kinder bekommen zu haben bereut. Damit wären wir beim Thema Regretting Motherhood. Kinder stellen demnach eine nicht revidierbare Einschränkung dar. Andere genießen Partys, Fernreisen und so manchen anderen Schnickschnack. Aber mit Kind? Mit Kind schaut es anders aus, Du bist "eingeschränkt". Diese Einschränkung kann zu einer Depression führen. Kernaussage: Überlege Dir Kinder gut, denn gewissermaßen sind sie ein Störfaktor. Sie hängen Dir sehr lange am Rockzipfel und Du wirst sie eigentlich nie mehr los. Unabhängigkeit war einmal. Dein Leben geht ab jetzt den Bach runter. Was mich zur nächsten Frage bringt:

Gibt es nur noch anstrengende Kinder?

Manchmal habe ich das Gefühl, möchte man dazugehören, so muss man über sein Kind jammern. Und je ausgiebiger man das macht, desto besser. Vielleicht vergeht der einen oder anderen ja doch die Lust auf  eigenen Nachwuchs. Oder geht es diesen Müttern insbesondere darum sich selbst als Übermensch darzustellen? Aber das ist wohl ein anderes Thema.

Allen voran ist hier jedenfalls das Zeitargument hervorzuheben. Als Mutter gilt: man hat für nichts mehr Zeit. Punkt aus fertig. Der Haushalt vergammelt und Mutter selbst vegetiert auch nur noch vor sich hin. Weder Duschen noch Schminken sind möglich. Von einer passenden und sauberen Kleidung ganz zu schweigen. Der kleine Terrorist beansprucht jede Minute für sich, ist nicht zu bändigen und egozentrisch. Kurz gesagt eine Zumutung für seine Mitmenschen. Aber he, macht doch nichts. Mama lässt nichts über ihren kleinen Querulanten kommen und zaubert sogleich das Totschlagsargument schlechthin aus dem Hut: Kinder sind eben so! Ach, wirklich? Regeln schaden schließlich der Psyche des Nachwuchses, daher verzichtet man lieber auf solche. Vergessen sind Sprichwörter wie "Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr". Schuld sind ohnehin immer die anderen, also was soll's. Sieht man sich gar nicht mehr heraus, zaubert man eine ADHS-Diagnose aus dem Ärmel. Eine psychische Störung, die anscheinend auf jedes Kind zutrifft, welches offensichtlich unter mangelnder und vernachlässigter Erziehung leidet. Jegliches Versagen der Eltern ist damit entschuldigt!

Normale Kinder bekommen in den Medien viel zu wenig Raum - Topfgartenwelt
Reicht diese Katastrophe allein nicht schon aus, wird man vielleicht auch noch mit einem "hochsensiblen" Kind "bestraft". Hochsensible Kinder bedürfen noch größerer Aufmerksamkeit als "normale" Kinder. Auf sie muss überall und stets Rücksicht genommen werden. Die natürlich in einem völlig überbordenden Ausmaß.

Was natürlich die Frage aufwirft, gibt es denn gar keinen normalen Kinder mehr? Kinder, die ausgeglichen, fröhlich und lebenslustig sind? Kinder, die einfach Kinder sind, ohne das in ihr Verhalten sofort etwas hineininterpretiert wird, das umgehend monetär ausgeschlachtet oder gar als Abschreckung missbraucht werden kann? Wo aber sind auch die Kinder, die ihre Grenzen kennen und sich in eine Gesellschaft eingliedern können? Wenn es sie gibt, dann sind sie jedenfalls keinen Bericht Wert. Es könnte ja sonst noch jemand auf den Geschmack kommen, Kinder in die Welt zu setzen. Außerdem ist an ADHS und anderen Problemen ohnehin ein IVF-Eingriff oder eine viel zu alte Mutter schuld. Wo wir auch schon beim nächsten Punkt wären:

Wie lange darf man überhaupt Kinder bekommen?

Ja, kaum zu glauben, über dieses Thema wird ebenfalls heftigst gestritten und nein, hier geht es nicht um Schwangerschaften von über 50jährigen Promis mittels Eizellenspende, sondern um Ottonormalverbraucher. Einerseits ist es bei guter Ausbildung und anschließendem Jobeinstieg kaum möglich "früh" Kinder zu bekommen, andererseits ist man mit "35" bereits zu alt dafür, möchte man diversen (selbsternannten) Expertenmeinungen und Studien glauben schenken. Schließlich befindet man sich in diesem Alter bereits mit einem Bein im Grab. Bekräftigt wird dies noch von Artikeln zum Thema Schwangerschaft mit 35+, welche fast nur Fotos von Damen mit ergrauten Schläfen zeigen. Garniert mit Kommentaren von Lesern, die bemerken, dass man in diesem Alter schon für die Oma des Kindes gehalten werden könnte. Um die Diskussion noch ein bisschen anzuheizen, wird zudem ausführlich erklärt, dass frau in ihren 30igern es psychisch und physisch ohnehin kaum mehr schafft sich um ein Baby zu kümmern. Des Weiteren sind die Gewohnheiten in der Partnerschaft ohnehin schon so festgefahren, dass eine Veränderung durch ein Kind quasi nicht mehr möglich ist. Also sollte man es doch lieber gleich bleiben lassen. Nur ... stopp! Wo war nun das Zeitfenster für die Familienplanung? Hab ich das übersehen oder gibt es schlicht und einfach keines? Aber wer sich davon nicht abhalten lassen will und eventuell noch mit 40 überlegt Nachwuchs zu bekommen, der lässt sich vielleicht aus Rücksicht auf die Umwelt von seinem Vorhaben Familienplanung abbringen...

Kinder verursachen CO2

Kein Scherz, eine Studie fand unlängst heraus, dass Kinder, etwa vergleichbar mit Kühen, eine der Hauptursachen für den erhöhten CO2-Ausstoß sind. Aussage: Wer die Umwelt schützen will, verzichtet auf Kinder! Ob die Message in überbevölkerten Ländern, wo ein Mindestmaß an Geburtenkontrolle und Aufklärung notwendig wäre, ankommt, bezweifle ich. Aber immerhin kann man uns hier im "Westen" ein schlechtes Gewissen für oftmals ein einziges Kind machen.

Nur negative Berichte über Kinder und Schwangerschaft anstatt Ermuting Kinder zu bekommen - Topfgartenwelt

Warum so viel Negatives?

Ganz ehrlich, auf gut österreichisch gesagt: Mich zipft diese negative Berichterstattung im Zusammenhang mit Kinderkriegen und Kinderhaben schon ziemlich an. Warum ist es nicht möglich auch einmal etwas Positives über Schwangerschaft, Geburt und Kinder zu schreiben? Gerade eine Gesellschaft, die mit Überalterung zu kämpfen hat, sollte alles daran setzen, junge, gut ausgebildete Menschen wieder zu motivieren Kinder zu bekommen und auch die entsprechenden Möglichkeiten dafür schaffen. Aber was passiert? Genau das Gegenteil! Es werden völlig destruktive Berichte und undurchsichtige Studien veröffentlicht, die Angst vor Kindern machen und vor allem Kinder und Schwangerschaft mit dem Ende der eigenen Selbstverwirklichung gleichsetzen. Kinder sind hier nicht der Anfang, sondern das Ende. Eine Einstellung, die ich überhaupt nicht teilen kann. Oder ist das Kalkül?

Klar, erfordert das Leben mit Kindern mehr Planung und manchmal ist auch die Spontanität eingeschränkt. Aber bedeutet dies sofort das Aus? Wohl nicht! Mit ein bisschen Disziplin lässt sich Vieles in den Griff kriegen! Unser Leben wurde nicht aus der Bahn geworfen nur weil nun ein Kind da ist. Wir haben nach wie vor einen geregelten Tagesablauf und mussten uns selbst nicht aufgeben. Den Blog gäbe es ja ansonsten auch nicht mehr ;)

Und überhaupt, was gibt es Schöneres als schon in der Früh von einem (fast) zahnlosen Lächeln begrüßt zu werden?! Jeden Tag einen neuen Fortschritt zu erleben und einfach an der neuen Situation zu wachsen?

Wie denkst Du darüber? Hast auch Du den Eindruck, dass sehr viel Negatives über Kinder und Schwangerschaft berichtet wird? Sind für Dich Kinder Fluch oder Segen?

Zum Pinnen:

Warum so viel Negatives über Kinder und Schwangerschaft? #kinderkriegen #schwangerschaft #kinderhaben #eltern #elternschaft #negatives #kinder #familie #kinderwunsch #nachwuchs #familienplanung


Die Ablehnung von Kindern in der Gesellschaft wird immer größer - wieso? #kinder #familie #familienplanung #regrettingmotherhood #baby #wunschkind #familiengründung #ablehnungvonkindern #kinderhass #negativ



Bis bald und baba,
Kathrin

Montag, 3. September 2018

Buch & Rezept: Zucchini-Kartoffel-Brei aus Das Baby Kochbuch - Die besten Rezepte für Ihr Kind von 4 bis 12 Monaten!

By On 06:30
Heute gibt es einmal eine Buchvorstellung der etwas anderen Art. Wie Du ja weißt, kochen wir sehr gerne und so gibt es hier auch immer wieder das eine oder andere Koch- oder Backbuch, welches rezensiert wird. Aber das gab es noch nie! Seit Dezember 2017 sind wir ja zu dritt und nun ist aus unserem kleinen Schatz ein kleiner "Mitesser" geworden. Daher habe ich mich nun näher mit der Babyküche auseinander gesetzt. Wie sollte das besser gehen als mit Hilfe des Baby Kochbuchs von Annabel Karmel, erschienen im Bassermann-Verlag? Im Zuge der Buchvorstellung gibt es natürlich ein Rezept: Zucchinibrei von mir aufgemotzt zum Zucchini-Kartoffel-Brei, denn unser kleiner Mann benötigt schon eine etwas "deftigere" Küche.

Zucchini-Kartoffel-Brei für Babys ab vier Monaten - Foodblog Topfgartenwelt

Buchtipp: "Das Baby Kochbuch"


Hmm, wie sollte ich anfangen?! Was erwartet man sich von einem Baby Kochbuch? Ich erwarte mir von einem solchen Kochbuch in erster Linie Rezepte, die sich eignen Babys an normales Essen zu gewöhnen, ihnen verschiedene Geschmacksrichtungen näher bringen, ohne zu ausgefallene Rezepte nachkochen zu müssen. Zudem erwarte ich mir einen Input für eine abwechslungsreiche Küche, die sich für ein Baby ab vier Monaten eignet. Dies, sofern das Baby mit vier Monaten für Beikost bereit ist. Unser Sohn war es nicht und wir begannen mit dem Zufüttern erst zu Beginn des siebten Monats. Geschadet hat das bislang nicht.

Das Baby Kochbuch - die besten Rezepte für Ihr Kind von 4 bis 12 Monaten #babykochbuch #kochbuch #kochenfürbabys #buchvorschlagbaby #buchrezension - Foodblog Topfgartenwelt

Das Baby Kochbuch beginnt mit einer kurzen Einführung zum Thema Essen. Hierbei liegt das Augenmerk vor allem darin als allergen geltende Lebensmittel am Anfang zu meiden. So weit so gut, aber was bleibt dann noch übrig? Es gibt nämlich kein Lebensmittel, welches nicht eine negative Reaktion auslösen könnte. Hier muss wohl das Bauchgefühl entscheiden. Zudem gibt es eine Aufzählung, welche Lebensmittel in den ersten 12 Monaten absolut tabu sind: Honig, Zucker, Salz, Gewürze, Meeresfrüchte, Pasteten, Geräuchertes, Weich- und Schmimmelkäse. So weit, so gut, denn ab dem 9. Monat wird diese Regelung durch die Autorin ohne näher darauf einzugehen ein wenig aufgelockert.

Nicht ganz d'accord

Für den Beginn werden in puncto Gemüse Karotte, Kartoffel, Rübchen, Pastinake, Kürbis, Süßkartoffel und Zucchini empfohlen. Bei Obst legt die Autorin Apfel, Birne, Banane, Papaya und Avocado ans Herz. Zudem wird erwähnt, dass man sämtliche Breie mit Mutter- bzw. Folgemilch verdünnen kann. Also das machte ich mich doch ein wenig stutzig. Was macht Muttermilch in einem Zucchini- oder Karottenbrei? Ich persönlich kann mir das nicht wirklich vorstellen und möchte so auch nicht unbedingt kochen. Aber es steht jedem frei, es so zu halten wie er will. Als Alternative kann man natürlich auch Wasser verwenden. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann dieses auch vorher abkochen.

Brei aus Kartoffeln und Zucchini gemischt mit Fleisch für Babys ab vier Monaten - Foodblog Topfgartenwelt

Etwas irritierend fand ich des Weiteren auch, dass zwar schon auf den ersten Seiten des Buches erwähnt wird keine Gewürze im ersten Lebensjahr zu verwenden, doch in zahlreichen (!) Rezepten Vanille zum Einsatz kommt. Glaubt man Wikipedia, so handelt es sich hierbei sogar um die Königin der Gewürze. Also was nun? Man darf zwar kein gängiges Küchengewürz in geringester Dosierung verwenden, aber Vanille schon? Ich persönlich bin der Überzeugung, dass nicht jedes Gericht mit einem süßlichen Geschmack verfeinert werden muss. Davon abgesehen kommen Basilikum, Lorbeerblätter, Thymian, Zimt, usw. zum Einsatz. In einem Rezept wird sogar Worcestersauce (!) verwendet. Für mich sind ja Gewürze grundsätzlich in Ordnung, warum auch nicht. Aber wieso wird am Anfang des Buches davon abgeraten diese zu verwenden, wenn sie dann doch zum Einsatz kommen?

Kochen für Babys ab dem vierten Monat - Foodblog Topfgartenwelt

Vielfach wird auch mit Dörrobst gekocht. Hierbei handelt es sich meist um stark blähende Lebensmittel, die in weiterer Folge zu starkem Bauchweh führen können. Das soll Anfangsnahrung für die ersten Monate sein? Ein Blick auf das schier unendliche Sortiment an Baby-Gläschen-Nahrung im Drogieremarkt zum Vergleich, gibt meinem Bauchgefühl Recht. Dörrobst findet sich eigentlich nicht in der Babyküche.

Das leidige Thema Salz

Das Thema Salz und Baby ist ein eigenes Kapitel. Das Baby Kochbuch liefert einerseits völlig salzlose Gerichte, sieht als Zutaten aber wiederum Edamer und Parmesan vor. Käse enthält eigentlich relativ viel (verstecktes) Salz. Dies passt ebenfalls nicht zum Eingangskapitel, in welchem beschrieben wird, das Salz für Kinder unter einem Jahr absolut tabu ist. 

Rezept: Zucchini-Kartoffel-Brei

2 mittelgroße Zucchini ca. 10 Minuten dämpfen und anschließend pürieren. Zucchini können mit Kartoffeln, Möhren oder Süßkartoffeln kombiniert werden. Ich verwende in diesem Fall ebenfalls 2-3 mittlere Kartoffeln.

einfache Gerichte wie Zucchini-Kartoffel-Brei für Babys ab dem vierten Monat - Foodblog Topfgartenwelt

Fazit

Die vorgestellten Babygerichte treffen leider weitgehend weder meinen Geschmack noch meine Erwartungen. Ich persönlich werde es daher wohl so halten, dass unser Sohn nach einer Übergangsphase einfach passende Speisen vom Familientisch mitessen darf - ohne viel Firlefanz und eine Religon daraus zu machen. Den vielen positiven Rezensionen kann ich mich dieses Mal leider nicht anschließen.

"Das Baby Kochbuch - Die besten Rezepte für Ihr Kind von 4 bis 12 Monaten", Annabel Karmel, Bassermann-Verlag, 94 Seiten, ISBN 978-3-8094-3307-1, € 9,99.

Vielen herzlichen Dank für die Überlassung eines kostenlosen Exemplars zur Rezension.

Zum Pinnen:

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Bis bald und baba,
Kathrin

Donnerstag, 8. März 2018

Familie: Kaiserschnitt vs. vaginale Geburt - eine Frage der Intelligenz?!

By On 06:30

Kaiserschnitt - ein Thema in aller Munde

Vor einigen Wochen geisterte das Thema Kaiserschnitt mal wieder durch die Medien. Diverse Zeitungen und Fernsehnachrichten griffen eine Studie auf, wonach es nach einem Kaiserschnitt angeblich zu mehr Fehl- und Totgeburten kommen würde. Auch für die Kinder sei eine Sectio eine üble Sache, stiege doch das Risiko für starkes Übergewicht und Asthma im späteren Leben dramatisch an. Das Kuriose daran, besagte Studie konnte dies zwar wissenschaftlich nicht belegen, stellte diese Behauptungen aber vorsorglich mal in den Raum. Ganz nebenbei wurde noch angeprangert, dass die Kaiserschnittrate in westlichen Nationen ohnehin zu hoch sei und gesenkt gehöre. Bei Studien zur Geburtsform ist dieser Hinweis  aktuell wohl unablässlich. Dann wurde es wieder ruhig um dieses Thema. Lediglich im Internet fand man weiterhin Berichte, die unterschwellig vermittelten, dass die Wahl der Geburtsform, ob Kaiserschnitt oder doch vaginale Geburt, im Grunde eine Frage der Intelligenz der Mutter sei. Die Parallelen zum Stillen  sind hierbei unübersehbar. 

Gartenblog Topfgartenwelt Kaiserschnitt vs. vaginale Geburt: natürliche Geburt

Eine Fernsehdoku, die  zwischen "dumm" und "intelligent" polarisiert

Neulich Abend saßen nun mein Mann und ich gemütlich vor dem Fernseher. Unser Sohn, trotz Kaiserschnitt die Ausgeglichenheit in Person, ohne Hang zum Übergewicht oder Asthma, machte voller Freude und Elan seine Turnübungen im Babybay. Eine Doku zum Thema Kaiserschnitt vs. vaginale Geburt fing gerade im TV an.

Die Fronten waren von Anfang an klar ersichtlich: Die eine Frau, Mutter von bereits mehreren Kindern, wohnhaft in einem schmucken Reihenhaus (?), gut gebildet, ein aufgesetztes Deutsch redend, entscheidet sich in Begleitung ihrer Hebamme für eine vaginale Hausgeburt (!). Die andere Frau, welche vom Fernsehteam begleitet wird und bereits drei fehlgeschlagene künstliche Befruchtungen hinter sich hat, stammt (anscheinend) aus einem schwächeren sozialem Umfeld, lebt mit ihrem Mann in einer Hochhaussiedlung, spricht Dialekt und wählt als Geburtsform, welch Wunder, den Kaiserschnitt. Die Kernbotschaft der Sendung ist somit schnell und deutlich übermittelt: hälst du etwas auf Dich, wirst Du alles daran setzen vaginal zu gebären, vielleicht auch noch als Krönung daheim in den eigenen vier Wänden. Bist Du eher aus einer bildungsfernen Schicht, wünscht Du Dir einen Kaiserschnitt oder lässt Dir diese Geisel der modernen Medizin vom Arzt aufschwatzen. Vielleicht wegen der besseren Planbarkeit, einer unbegründeten Angst oder aus Bequemlichkeit?! Die oftmals gegebene medizinische Notwendigkeit für eine Sectio wird geflissentlich unter den Tisch fallen gelassen, ebenso die legitime Wahlfreiheit der werdenden Mutter.

Gartenblog Topfgartenwelt Kaiserschnitt vs. vaginale Geburt: Selbstbestimmung Wahlfreiheit

Die Hebamme, die vaginale Hausgeburt und dazu noch ein Plazenta-Shake

Die Hebamme, welche Frau Nr. 1 begleitet, wettert erst einmal generell gegen Geburten im Krankenhaus. Denn was sollte das Krankenhaus anderes sein, als ein Moloch des Bösen? Überhaupt in Bezug auf Gebärende! Ärzte lassen den Schwangeren keine Zeit und wollen stets in die Geburt eingreifen. Ärztliche Maßnahmen sind nicht notwendig und führen nur zu Stress. Die Natur regelt schon alles. Zudem empfinden Frauen einen Kaiserschnitt als ein Versagen ihrerseits, denn Frauen sind dazugemacht zu gebären und die mit der Geburt verbundenen Schmerzen auszuhalten. Alles andere, Kaiserschnitt oder PDA, kann nur ein Versagen sein. So die unterschwellig übermittelte Botschaft.

Ein paar Szenen später wird festgehalten, dass diese Mutter nur die drei gesetzlich vorgeschriebenen Ultraschalluntersuchungen beim Baby durchführen ließ (Anmerkung: insgesamt sind in Österreich fünf pränatale Mutterkindpassunterschungen vorgesehen ansonsten gibt es kein Kindergeld). Begründung: der Ultraschall schadet dem Kind. Was für ein Humbug! Ultraschallwellen werden von uns Menschen in keinem unserer Lebensstadien wahrgenommen. Dies wird allerdings in der Sendung nicht erwähnt. Wozu auch? Es ist ja nicht so, dass es pränatale Ultraschallunterschungen schon seit mehr als 30 Jahren gäbe...

Ab dem Zeitpunkt wo sich die Geburt bei Frau Nr. 1 ankündigt, ist das Fernsehteam nahezu ohne Unterbrechung vor Ort. Die Geburt soll in der Badewanne erfolgen. Die Wehen dauern Stunden. Die Frau schreit vor Schmerzen. Ihre Kinder bekommen alles live mit (die Nachbarn wahrscheinlich auch) und werden gemeinsam mit dem Vater zum eigentlichen Geburtsvorgang ins Badezimmer geholt (!). Sprich, sie sind bei den Presswehen mit dabei und dürfen ihre Mutter im Evakostüm beim Gebären beobachten. Die Geburt findet kurz gesagt im Kreise der gesamten Familie statt. Die Doku endet als die Frau bekannt gibt, noch einen Plazenta-Shake zur Stärkung zu genießen, um von den darin enthaltenen Hormonen und Stoffen zu profitieren. Wie dies kombiniert mit ihrer Mahlzeit von McDonald's schmeckte, möchte ich allerdings nicht wissen.

Gartenblog Topfgartenwelt Kaiserschnitt vs. vaginale Geburt: unterschwelliger Druck
 

Was ist ein Plazenta-Shake?

Wer sich nun fragt, was ein Plazenta-Shake ist, hier die Antwort: ein Stück pürierte Plazenta. Sie wird getrunken. Für mich ist das an Widerlichkeit nicht mehr zu überbieten. Die Plazenta ist ein Abfallprodukt des Körpers. Sie verliert mit der Geburt des Kindes ihre Funktion. Inzwischen warnen Gesundheitsbehörden eindringlichst vor solchen Genüssen. Grund: es kann lebensgefährlich für das Baby werden. Wenn man weiter recherchiert, findet man jedoch zahlreiche Promis, die diesen Trend hypen und noch mehr Rezepte vom Kuchen via Pille bis zum besagten Shake, um seine Plazenta verzehren zu können. Laut Ärzen birgt die Plazenta anstatt der vielgepriesenen, jedoch nicht belegten, Wunderstoffe ein hohes Infektionsrisiko für Mutter und Kind. Wer's braucht...

Der Arzt und der Kaiserschnitt

Die Berichterstattung im Zusammenhang mit dem geplanten Kaiserschnitt ist eher unspektakulär. Sie zeigt Frau Nr. 2, die von ihrem Mann ins Spital gefahren wird. Sie erhält ein Wehenmittel, um das Baby auf die Geburt vorzubereiten und wird für den OP fertig gemacht. Der Mann darf dabei sein. Die Geburt selbst ist in kürzester Zeit erledigt. Die Frau bleibt während des Eingriffs bei Bewusstsein. Es erfolgt ein Schnitt (im Fernsehen nicht zu sehen), danach wird das Baby aus der Gebärmutter herausgehoben, abgenabelt und umgehend den frisch gebackenen Eltern gezeigt. Die weitere Versorgung der Frau nach der Geburt bleibt dem Zuseher verborgen. Der interviewte Arzt zeigt sich zum Thema vaginale Geburt vs. Kaiserschnitt eher nüchtern. Er polarisiert weniger als erwartet. Allerdings hält er fest, dass ein vaginales Geburtserlebnis wesentlich unbeschreiblicher ist als jenes bei einem Kaiserschnitt. Sein Zusatz: Aber manchen ist das eben nicht so wichtig. Hmm, wie er dieses Erlebnis als Mann generell beurteilen möchte, ist für mich zwar fraglich, aber darauf wird nicht näher eingegangen. Und wieso soll eine Schnittgeburt, die man bewusst erlebt, schlechter sein als ein natürliches Geburterlebnis? Die Doku endet im Krankenzimmer. Die Frau will aufgrund der Schmerzen (!) - trotz sichtbarer Schmerzmittelinfusion - kein Interview mehr geben. Gut, dass man auf diese postoperativen Schmerzen kurz vor Ende der Sendung noch hinweist, sonst hätte man ja glatt vergessen ein Klischee zu bedienen. Unerwähnt bleibt, dass es auch sehr viele Frauen gibt, die nach einem Kaiserschnitt nicht von Schmerzen geplagt werden und rasch wieder fit sind.

Gartenblog Topfgartenwelt Kaiserschnitt vs. vaginale Geburt: Frage der Intelligenz

Wann endet endlich diese unterschwellige Bevormundung hinsichtlich Geburtsart über das psychische Druckmittel Intelligenz?

Wir leben in einer Zeit, wo uns von den Medien stets gepriesen wird, dass die Meinungs- und Handlungsfreiheit das höchste Gut in einer zivilisierten Welt ist. Doch langsam habe ich das Gefühl, dass eben diese Freiheit durch einen unterschwelligen Druck, den sowohl Medien als auch ein gewisser (kleiner) Teil der Gesellschaft aufbaut, eingeschränkt wird. Vielmehr noch, eine andere Meinung gar nicht mehr toleriert wird. Mit dem Zeigefinger wird gewedelt, ja wer intelligent ist, wer zur Bildungselite gehört, ja der, der lehnt einen Kaiserschnitt ab, bevorzugt eine alternative Geburtsvariante, wird alles Mögliche daran setzen zu stillen und ein Tragetuch für intensives Bonding zu verwenden. Kinderwagen sind schließlich out. Ja dann, dann gehört man dazu! Aus dem Fokus gerät dabei völlig, dass jede Frau auf ihr eigenes Bauchgefühl hören sollte. Denn was für die eine richtig ist, muss nicht zwangsläufig für eine andere gelten.  Dies alles nur, um nicht von selbsternannten Meinungs- und Moralaposteln, gefolgt von ihrer Schar von Lemmingen, die das Vorgekaute ohne eigene Reflexion für bare Münze nehmen, als "dumm" abgestempelt werden? Ist das eigene Bauchgefühl weniger Wert als eine Anerkennung durch den Mainstream?

Und wer bitte schön definiert nun, was ein intelligenes Verhalten ist? Diverse Buchautorinnen, die trotz ihrer oftmals medizinisch bedenklichen Empfehlungen von einem kleinen Teil der Gesellschaft - jedoch mit großem Einfluss - gehypt und gepusht werden? Militante Hebammen, die der Meinung sind nach Gott kommen sie und dann irgendwann der Arzt? Eine Pseudo-Zurück-zur-Natur-Bewegung mit guten Kontakten zu den Medien?

Gartenblog Topfgartenwelt Kaiserschnitt vs. vaginale Geburt: Druck von außen, Bevormundung


Ein Hoch auf die Meinungsfreiheit: Kaiserschnitt vs. vaginale Geburt

Jeder Frau sollte es freistehen auch im Zusammenhang mit einer Geburt ohne Beeinflussung von außen über ihren Körper entscheiden zu können, insbesondere im Hinblick auf geplante Sectios. Immerhin muss auch sie selbst, mit den (psychichischen und körperlichen) Folgen einer vaginalen Geburt oder denen eines Kaiserschnitts leben. Aber es sollte endlich aufhören, im Namen der Intelligenz mit dem Zaunpfahl zu winken, um auf Teufel komm 'raus eine einschlägige Entscheidung pro vaginaler Geburt zu erzwingen. Dies selbst dann, wenn medizinische Gründe entschieden gegen eine solche Geburt sprechen. Keine Frau auf der Welt sollte sich rechtfertigen müssen, wieso sie mit Hilfe einer Sectio gebiert. Männern wird ja schließlich gesellschaftlich auch nicht suggeriert, dass eine Nassrasur intelligenter wäre als eine Trockenrasur?! Wieso nimmt man sich also dieses Recht bei Frauen heraus? Wenn schon immer von Toleranz geredet wird, sollte auch ein Kaiserschnitt akzeptiert werden, egal aus welchem Grund er durchgeführt wurde.

Kritik muss erlaubt sein

Zurückkommend auf die Doku kann ich als pragmatischer Mensch einfach nicht mit Kritik sparen. Die Sendung bediente gekonnt gängige Klischees und zeigte eine, zumindest mir sehr befremdlich anmutende Herangehensweise an das Thema Geburt. Selbst, wenn man sich für eine Hausgeburt entscheidet, müssen nicht die Kinder anwesend sein. Hätte man mich als 7- oder 8-Jährige gezwungen eine Geburt mitanzusehen, hätte ich höchstwahrscheinlich ein Trauma für's Leben davon. Auch kann ich mir nicht vorstellen, dass es früher üblich gewesen wäre, Kinder bei Geburten dabei zu haben. Für mich ist das ein Verbrechen an der Kinderseele, die solche Ereignisse gar nicht richtig verarbeiten kann. Wozu? Damit man sich in der Rolle als Übermutter bestätigt fühlt? Generell finde ich Hausgeburten in Anbetracht des Risikos für Mutter und Kind bedenklich.

Parallelen zum Stillen

Wie bereits erwähnt, ist für mich die Parallele zum Stillen unter allen Umständen auch nicht von der Hand zu weisen. Auch hier wird das Totschlagsargument "Intelligenz" verwendet. Gebildete Mütter stillen, ungebildete wollen lediglich so schnell wie möglich ihr altes Leben zurückhaben und sich beim Essen nicht einschränken. Hier wird starr einer Doktrin folgend überhaupt nicht mehr darauf Rücksicht genommen, dass nicht jede Frau stillen kann. Denn Nicht-Können hat schlichtweg nichts mit Nicht-Wollen zu tun. Selbst dann nicht, wenn einem dies unterschwellig so verkauft wird. 

Gartenblog Topfgartenwelt Kaiserschnitt vs. vaginale Geburt: spontane Geburt vs. Kaiserschnitt

Fazit - eine Frage der Intelligenz?

Wie Du bereits aus diesem Artikel "Wir sind nun zu dritt" weißt, war bei mir ein Kaiserschnitt notwendig und das Stillen klappte ebenfalls nicht. Demnach müsste ich mich bei den ungebildeten, ja sogar als "dumm" dargestellten Gebärenden einordnen. Auch hätte ich demnach in puncto Mutterschaft schon versagt, bevor diese überhaupt richtig begonnen hätte! Tue ich aber nicht! Warum nicht? Weil ich diese Kategoriserung anmaßend und abstoßend zugleich finde. Zudem kann ich gut und gerne auf unterschwellige Maßregelungen und Absprachen der Intelligenz verzichten. Es ist ja anscheinend jedes Mittel recht, um ein schlechtes Gewissen zu erzeugen.

Anstatt mit Vorverurteilungen nicht zu sparen, sollte vielmehr offen und ehrlich danach gefragt werden, warum heutzutage so viele Frauen einen Kaiserschnitt als ein Versagen ihrerseits empfinden und psychisch mit diesem Eingriff nicht klar kommen, selbst wenn er unumgänglich war. Oder diesen sogar trotz eines bekannten medizinischen Risikos ablehnen. Aus Angst eine falsche Entscheidung zu treffen, weil ständig eine vaginale Geburt als das non plus ultra angepriesen wird? Um ihren Wunsch nach einer selbstbestimmten Geburt nicht zu gefährden? Oder vielleicht deswegen, weil es ihnen ohne Unterlass eingebläut wird? Denn Hand auf's Herz, bevor ich es nicht in einer Elternzeitschrift beim Gynäkologen im Warteraum gelesen hatte, hätte niemals einen Gedanken daran verschwendet, dass ein Kaiserschnitt mit Versagen und mangelnder Selbstbestimmung gleichzusetzen ist. Immerhin hat jede Mutter eine Schwangerschaft inklusive Geburt mit all ihren Höhen und Tiefen durchgestanden. Also was soll diese Wertung? Warum sind wir nicht einfach froh, über eine tolle medizinische Versorgung zu verfügen? Überhaupt wenn man bedenkt, wie viele Frauen und Kinder früher bei Geburten sterben mussten oder schwert behindert überlebten! Ist das etwa erstrebenswert?

So, jetzt bist Du an der Reihe: Ist auch für Dich ein Kaiserschnitt oder eine vaginale / natürliche Geburt eine Frage der Intelligenz oder stehst Du darüber?

Vielleicht interessieren Dich auch meine Artikel über unerfüllten Kinderwunsch oder die negative Behaftung von Kindern und Schwangerschaft im Alltag

Zum Pinnen:

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Bis bald und baba,
Kathrin

Donnerstag, 4. Januar 2018

Familie: Wir sind nun zu dritt - warum ein Kaiserschnitt kein Drama bzw. Trauma ist, vom Stillterror im Krankenhaus und die furchtbarsten Bücher zum Thema Schwangerschaft!

By On 06:30

Wir sind nun zu dritt!

Einige von meinen Leserinnen hatten es schon vermutet und ja Ihr hattet Recht :) Seit dem Frühling stand die Topfgartenwelt auf dem Kopf, denn es war ein Baby unterwegs. Dieses kam nun gesund und munter am ersten Weihnachtstag zur Welt. Ein süßer kleiner Bub ist es geworden. Er hat seine Eltern jetzt schon fest im Griff! Wir sind jedenfalls überglücklich! Am Gartenblog war es daher in den letzten Tagen verständlicherweise sehr ruhig. Je nach Zeit wird es aber nun auch hier wieder weitergehen. Fertig vorbereitete Artikel sind Gott sei Dank ausreichend vorhanden, wenn auch weitgehend aus dem Bereich Food. An Gartenarbeit und ausgiebige Fotosessions im Freien war nämlich diesen Sommer überhaupt nicht zu denken. Als ich wieder einigermaßen fit und auf den Beinen war, war die Gartensaison gelaufen. Aber ein Blog bietet Platz für ganz unterschiedliche Themen auch aus dem Bereich Familie. Das ist gut so. Drei davon möchte ich gleich jetzt aufgreifen: ein Kaiserschnitt ist kein Drama, Stillterror im Krankenhaus und die furchtbarsten Bücher zum Thema Schwangerschaft. Dies vor allem, weil ich mich darüber in der Schwangerschaft bzw. nach der Geburt richtig geärgert habe.

Gartenblog Topfgartenwelt Familie: Wir sind nun zu dritt - warum ein Kaiserschnitt kein Drama bzw. Trauma ist, vom Stillterror im Krankenhaus und die furchtbarsten Bücher zum Thema Schwangerschaft

Ein Kaiserschnitt ist kein Drama/Trauma und Schwangerschaftsliteratur

Aufgrund einiger Faktoren meinerseits stand bereits relativ früh in der Schwangerschaft fest, dass eine Spontangeburt ein zu hohes Risiko darstellt. Nun gut, ich persönlich konnte damit leben, denn es gibt bei Weitem Schlimmeres als eine geplante Geburt. Um mich ein wenig mit der Materie "Kaiserschnitt" auseinander zu setzen besorgte ich mir ein entsprechendes Buch: "Mein Baby kommt per Kaiserschnitt". Es ist wirklich ein gutes Buch, sehr sachlich und nicht wertend (!). Aus meiner Sicht daher empfehlenswert, wenn man sich mit diesem Thema auseinandersetzen muss. Mehr an Literatur hätte ich eigentlich nicht gebraucht, aber als Schwangere kann man sich vor Leihgaben an Büchern kaum erwehren. Schon allein die Titel der Bücher ließen mich zum Teil erschaudern. Eines war der modernen Schwangerenliteratur jedenfalls gemein, je alternativer desto besser. Für Schulmedizin oder Hausverstand war kein Platz vorgesehen. 

Die beiden furchtbarsten Bücher 

Schwangerschaftsliteratur ist nichts für schwache Nerven. Davon konnte ich mich ausreichend überzeugen. Denn Bücher mit einem normalen Zugang zu diesem Thema sind kaum noch erhältlich. Es wird übertrieben, dass sich die Balken biegen und im selben Zuge wird eine extrem alternative Schiene bedient. Zwei Bücher sind mir diesbezüglich besonders negativ aufgefallen. Ein drittes, "Hypnobirthing" schenkte ich mir, nachdem darin in etwa dieselben Floskeln gedroschen wurden, wie in den beiden näher erörterten Büchern zum Thema Schwangerschaft. 

Gartenblog Topfgartenwelt Familie: Wir sind nun zu dritt - warum ein Kaiserschnitt kein Drama bzw. Trauma ist, vom Stillterror im Krankenhaus und die furchtbarsten Bücher zum Thema Schwangerschaft - Stillwut und Aufwecken von Babys in der Nacht

Die Hebammensprechstunde

Eines der furchtbarsten Bücher für mich war mit Abstand die "Hebammensprechstunde". Es ist ein absolutes Werbeprospekt für den Globolivertrieb der Autorin, die für jedes Wehwehchen ein spezielles Pillchen parat hat. Diese können natürlich teuer im Online-Shop erworben werden. Grundsätzlich habe ich nichts gegen Eigenwerbung aber diese hier ist teilweise schon penetrant. Wenn Hilfe durch diese Wundermittelchen eher ausgeschlossen ist, wird die Psychoschiene aufgefahren. So wird Schwangerschaftsübelkeit mit einer unterbewussten Ablehnung des Babys und der plötzliche Kindstod lapidar mit der Begründung, dass das Baby halt nicht bei seinen Eltern bleiben wollte, erklärt. Schmerzen jeder Art, insbesondere im Zusammenhang mit der Geburt, werden mit Arnika bekämpft. Wer meint, das wäre es schon gewesen, der irrt gewaltig, denn die Liste an weiteren gleichgearteten Weisheiten ließe sich noch schier unendlich fortsetzen. Ich als pragmatisch denkender Mensch konnte nur noch den Kopf schütteln ob diesen Inhalts. Besonders schlimm fand ich den Umstand, dass werdende Mütter direkt als auch indirekt aufgefordert werden hohe Risiken bei der Geburt einzugehen, da ja nur eine natürliche Spontangeburt das non plus ultra sein kann ein Kaiserschnitt ein überaus großes Übel für Mutter und Kind sei. So wird z.B. empfohlen, auch bei Fehllagen des Kindes einen natürlichen Versuch zu starten, da die zuständige Hebamme dies schon richten wird. Ärzte werden grundsätzlich als überflüssig dargestellt. Überhaupt wird das Gefühl vermittelt, ein Krankenhaus sei ein Molloch des Bösen und es wird einem jegliche Möglichkeit genommen über seinen Körper selbst zu bestimmen. Besser sei vielmehr eine Hausgeburt oder alternativ ein Geburtshaus. Berichtet wird in diesem Zusammenhang nur über Fälle, die gut ausgegangen sind, aber was ist mit den anderen? Was ist bei Komplikationen? Was sind die Folgen, wenn notwendige, ärztliche Hilfe nicht oder erst zu spät erreichbar ist? Wieso wird davon nicht gesprochen?

"Die Alleingeburt"

In dieselbe Kerbe schlägt das Buch "Die Alleingeburt“. Hier wird eine Hausgeburt ohne Unterstützung von Hebammen und Ärzten als erstrebenswert angepriesen. Begründung: Frau schafft das schon. Spätestens beim zweiten Kind wird man von seinen Instinkten geleitet und hat die Situation von Anfang bis zum Ende voll im Griff. An einer Stelle wird sogar hervorgehoben, dass das Risiko einer solchen Geburt ohnedies relativ gering sei. Alternativ könnte man noch ein Geburtshaus wählen oder doch eine Hebamme zur Hilfe holen, aber auch hier ist die Autorin der Meinung ein Krankenhaus ist das letzte Mittel der Wahl. Wer braucht schon Ärzte, Neonatalstationen, usw.?! Übrigens ließ die Autorin ihre kleine Tochter bei der Geburt zusehen. Soweit mir bekannt ist, wurden selbst früher Frauen während einer Geburt nicht alleine gelassen, sondern unterstützt.

Gartenblog Topfgartenwelt Familie: Wir sind nun zu dritt - warum ein Kaiserschnitt kein Drama bzw. Trauma ist, vom Stillterror im Krankenhaus und die furchtbarsten Bücher zum Thema Schwangerschaft - Hebammensprechstunde, die Alleingeburt

Fazit

Nun gut, diese Bücher und andere gleichartige waren schnell wieder zur Seite gelegt, denn in meinem Fall waren sie keine Hilfe. Eher kontraproduktiv! Aber auch das Internet ist voll mit diesen Tendenzen. Die Message ist aber stets dieselbe, eine gute Mutter gebiert spontan und stillt, alle anderen werden auf die Stufe einer Rabenmutter gestellt. Super! Als ob Geburtsform und Versorgungsmethode des Babys einen Einfluß auf die ihm geschenkte Liebe und Zuwendung hätten. Und nicht zu vergessen, dass ein Kaiserschnitt schuld ist an etwaigen Depressionen der Mutter, fehlendem Bonding, Diabätes und eingeschränkter Intelligenz des Kindes. Auch diese Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Allerdings  frage ich mich, wie kann eine OP Auswirkungen auf genetische Gegebenheiten haben? IQ, Krankheiten und vieles mehr werden doch bereits zum Zeitpunkt der Zeugung festgelegt! Oder ist mir etwas entgangen und diverse back to the roots-Trends beeinflußen nun auch schon die evolutionäre bzw. biologische Entwicklung des Menschen?! Sollte man nicht froh sein, in einem Teil der Welt zu leben, wo die medizinische Versorgung zu jeder Zeit gegeben ist? Auch sollte man nicht vergessen, wie viele Frauen früher ihr Leben bei einer Geburt gelassen haben, weil es eben diese medizinische Versorgung nicht gab.

Gartenblog Topfgartenwelt Familie: Wir sind nun zu dritt - warum ein Kaiserschnitt kein Drama bzw. Trauma ist, vom Stillterror im Krankenhaus und die furchtbarsten Bücher zum Thema Schwangerschaft - Psychoterror für das Baby

Aber wie lief es nun mit dem Kaiserschnitt?!

Mit gemischten Gefühlen harrte ich nun der Dinge. Horrorgeschichten über einen Kaiserschnitt waren mir genügend zu Ohren gekommen. Sie reichten von unsagbaren Schmerzen über angeblich nicht verabreichte Schmerzmittel, so wie tagelanger Bewegungsunfähigkeit und negativen Folgen für das Baby. Und was traf davon zu? NICHTS!! Ich war in den Händen eines wirklich sehr guten und eingespielten OP-Teams, welches total auf mich Rücksicht nahm, mir den Ablauf erklärte und mich beruhigte. Natürlich ist jede Frau anders, aber ein Kaiserschnitt ist wirklich kein Drama und er verursacht auch kein Trauma, wenn man sich an die Vorgaben der Ärzte hält. Nach nicht einmal 40 Minuten war alles vorbei und unser Sohn quicklebendig auf der Welt. Auch konnte Jakob bei der Geburt dabei sein. Eine wirklich tolle Sache. Zu keinem Zeitpunkt der OP hatte ich zudem das Gefühl nicht über mich bestimmen zu können oder etwas zu versäumen. Denn gerade letzteres wird versucht werdenden Müttern vehement einzutrichtern. Dies ist bei einem geplanten Kaiserschnitt ohne Vollnarkose bestimmt nicht der Fall. Zur Vollnarkose kommt es übrigens nur, wenn es sehr schnell gehen muss oder sämtliche anderen Anästhesiemöglichkeiten ausgeschlossen sind.

Schmerzmedikation nach einem Kaiserschnitt - mein Tipp:

Lehne die Schmerzmedikation im Krankenhaus auf keinen Fall ab. Sie ist stillverträglich und trägt wesentlich zur Genesung bei. Manifestiert sich kein Schmerz im Hirn, ist man durchaus schon nach wenigen Tagen wieder relativ fit und beweglich. Auch bildet sich keine Schonatmung oder Schonhaltung aus, die man später wieder gezielt abtrainieren muss. Das wichtigste Gebot ist und bleibt aber wohl 6 Wochen nichts aber auch wirklich nichts Schweres zu heben, maximal das Baby allein - ohne MaxiCosi! Die Nerven im Bauch, welche beim Kaiserschnitt durchtrennt wurden, wachsen so schneller wieder zusammen und das Gefühl kehrt ebenfalls zurück. Zudem vermeidet man Wucherungen des Narbengewebes und daraus resultierende Spätfolgen. Es ist bei Gott auch nicht schlimm, bei der Versorgung des Babys Hilfe von anderen anzunehmen. Denn das Baby hat einen deswegen nicht weniger lieb. Außerdem ist nach Ablauf der 6-Wochenfrist wieder alles erlaubt. Ebenfalls ist man keine schlechte Mutter, weil man am Anfang Hilfe braucht. Diesbezüglich sollte man sich wirklich keinen Humbug einreden lassen.

Gartenblog Topfgartenwelt Familie: Wir sind nun zu dritt - warum ein Kaiserschnitt kein Drama bzw. Trauma ist, vom Stillterror im Krankenhaus und die furchtbarsten Bücher zum Thema Schwangerschaft - Entscheiden mit Hausverstand

Stillterror im Krankenhaus

So hervorragend die Betreuung im Krankenhaus war, ein Punkt irritierte mich massiv: Die Stillwut bei vorwiegend jungen Krankenschwestern. Der Zeitgeist macht auch hier nicht halt. Wie in den Büchern sind manche der Meinung, dass auf Biegen und Brechen gestillt werden muss, egal, ob es funktioniert oder nicht. Leider bleibt dabei das Baby komplett auf der Strecke. Dies nur um stur einer Ideologie zu folgen, welche ein "Anlegen" des Babys alle drei Stunden forciert und wenn notwendig mit Nachdruck: Aufwecken des Babys, Rausreißen aus der Tiefschlafphase, helles Licht und lautes Reden sowie diverse Massagen damit das Baby munter wird und saugt, werden diesbezüglich empfohlen und verlangt. Für mich gleicht dies einem furchtbaren Psychoterror. Denn wenn keine medizinische Notwendigkeit vorliegt, wieso kann man nicht den individuellen Rhythmus eines Babys akzeptieren? Ein Erwachsener will ja auch nicht nach der Uhr essen oder das Essen reingestopft bekommen, obwohl er gerade keinen Appetit hat. 

Es läuft nicht immer nach Plan...

Doch der Stillterror greift leider auch noch ein gutes Stück weiter. Laut Auskunft einer Schwester können ca. 50% der Frauen problemlos stillen, die übrigen 50% teilen sich wiederum auf in jene Frauen, die mit Unterstützung stillen können (Abpumpen, Tees, Massagen, usw.) und jene Frauen, die gar nicht stillen können. Gerade letzteres findet aber kaum Akzeptanz. Es wird gerade in jener Situation ein extremer psychischer Druck aufgebaut und unterschwellig kommt wiederholt der Vorwurf man wolle ja gar nicht stillen. Stillterror par excellence! Es ist doch ein Unterschied, ob man will und es nicht geht oder ob es ginge und man nicht will? Am Ende hilft nur auf sein Bauchgefühl zu hören und eine Entscheidung zu treffen, die das Wohl von Mutter und Kind berücksichtigt. Denn Muttermilch, die unter Stress entstanden ist, ist auch nicht das Gelbe vom Ei. Ebenfalls bringt es nichts, dass Baby bis zum Äußersten zu Quälen, nur um dem eigenen Eifer gerecht zu werden und dem aktuellen Ideal einer "guten Mutter" zu entsprechen. In ein paar Jahren schaut die Welt wahrscheinlich wieder anders aus und es heißt wie früher: Wecken Sie das Baby bloß nicht auf! Ähnlich einem Artikel, welchen ich kürzlich in der Zeitung gelesen habe. Dort wurde eine Studie zitiert, die nun oh Wunder festgestellt hat, dass es doch gut ist in der Schwangerschaft, abgesehen von rohen Speisen, alles zu essen, da Kinder dann später weniger Allergien entwickeln, als wenn sich die Mutter nur kasteit und mehr oder weniger einseitig isst.

Gartenblog Topfgartenwelt Familie: Wir sind nun zu dritt - warum ein Kaiserschnitt kein Drama bzw. Trauma ist, vom Stillterror im Krankenhaus und die furchtbarsten Bücher zum Thema Schwangerschaft - Stillwahnsinn und Ablehnung der Schulmedizin

Allerdings muss auch gesagt werden, je älter die Krankenschwestern waren, umso pragmatischer gingen sie an das Thema Stillen heran. Eine Eigenschaft, die leider immer mehr verloren geht. Jüngere Krankenschwestern neigen dazu Stillen als eigene Wissenschaft zu bezeichnen... Da fragt man sich wirklich, wie konnte die Menschheit dann so lange ohne Stillberaterinnen und Co überleben?!

So, jetzt bist Du gefragt! Wie stehst Du den Themen Geburt (Kaiserschnitt oder Spontangeburt) und Stillen gegenüber? Gab es bei Dir auch schon diesen Stillwahnsinn und eine immer stärker um sich greifende Ablehnung der Schulmedizin? Ich bin gespannt!

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Bis bald und baba,
Kathrin