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Freitag, 28. April 2017

Topfgarten: Sollte man im Garten oder im Topf besser eine Zwergkirsche oder eine Säulenkirsche pflanzen? Was ist zu beachten - Zwergbaum vs. Säulenbaum?!

By On 06:30

Die alte Zwergkirsche im kleinen Garten

Letztes Jahr habe ich Euch schon einmal erzählt, dass unsere Zwergkirsche ein eher bescheidenes Leben, geplagt von Monilia und der Schrotschußkrankheit, fristete. Insbesondere die Monilia wurde jedes Jahr schlimmer und fand letztes Jahr aufgrund der feuchten Wetterlage optimale Bedingungen vor. Die Zwergkirsche erholte sich davon nicht mehr. Auch die Zwergringlotte wollte selbst nach einigen Jahren nicht so recht anwachsen oder gar Früchte tragen - mehr als zwei, drei von Würmern bewohnte Exemplare gab es nie. Nach reiflicher Überlegung haben wir uns dann noch letzte Gartensaison dazu entschlossen beide kränkelnden Zwergbäume zu entfernen und Platz für Neues zu schaffen. Grundsätzlich sollten die Zwergbäume wieder durch jeweils einen kleinwüchsigen Kirschbaum ersetzt werden. Große Bäume oder selbst kleinere Buschbäume passen bei uns einfach nicht so recht auf das Grundstück. Der oftmals gepredigte Tipp die Pflanzen einfach durch Schnittmaßnahmen klein zu halten, ist bestimmt nicht schlecht, aber bei einer verfügbaren Fläche von etwa 20m² wohl ein eher gewagtes Vorhaben, wenn die Veredelungsunterlage bereits einen starken Wuchs bedingt. Somit war das Angebot eher beschränkt, denn der Kirschbaum der Wahl musste unbedingt für einen kleinen Garten oder im Notfall sogar für einen großen Topf passen, somit mussten wir uns entweder zwischen einer weiteren Zwergkirsche oder einer Säulenkirsche entscheiden - unser Topfgarten wurde quasi überarbeitet :)

Gartenblog Topfgartenwelt Topfgarten: Sollte man lieber eine Zwergkirsche oder eine Säulenkirsche pflanzen?

Säulenkirsche oder Zwergkirsche - was passt besser in einen Topfgarten bzw. in einen kleinen Garten?

Da wir mit der Zwergkirsche nicht ganz so gute Erfahrungen gemacht haben und ich nach einiger Recherchearbeit herausgefunden habe, dass ein Zwergbaum generell krankheitsanfälliger ist als andere Züchtungen, haben wir uns nun für einen Säulenbaum bzw. drei verschiedene entschieden. Die Krankheitsanfälligkeit kann ich bei der Zwergnektarine nicht bestätigen, aber vielleicht betrifft dies auch eher die Zwergkirsche und die Zwergbirne. Falls Ihr jetzt den Zeigefinger heben wollt um mich darauf aufmerksam zu machen, dass es gar keine echte Säulenkirsche gibt und diese spezielle Wuchsform lediglich dem Apfel vorbehalten ist, habt Ihr natürlich vollkommen Recht! Eine echte Säulenkirsche gibt es nicht, auch wenn in einer Baumschule in der Nähe, die damit wirbt Experte auf diesem Gebiet zu sein, das Gegenteil behauptet wird. Eine Säulenkirsche ist kurzum lediglich auf einer sehr schwachwachsenden Unterlagen veredelt. Eine Säulenkirsche bildet daher im Unterschied zum Apfel auch Seitenästchen, diese können aber auf 2-3 Augen eingekürzt werden und entwickeln sich zu Fruchtholz. So kann die Säulenkirsche recht schmal erzogen werden und nimmt nicht viel Raum in Anspruch - wesentlich weniger als ein Buschbaum. Eine Säulenkirsche ist daher ebenfalls perfekt für einen Topfgarten geeignet, sofern der gewählte Topf groß genug ist.

Gartenblog Topfgartenwelt Topfgarten: Säulenbäume sind gesünder als Zwergbäume, daher viel die Wahl auch auf eine Säulenkirsche und nicht auf eine Zwergkirsche.
Als wir die Baumform geklärt hatten, standen wir jedoch vor dem nächsten Problem. In sämtlichen Gärtnereien und Baumschulen wurde nur die Sorte Sylvia angeboten, teils sogar als selbstbefruchtend - der nächste Schwachsinn. Sylvia braucht eine zweite Sorte um Früchte hervorzubringen und wie das bei Kirschen so ist, darf das nicht irgendeine sein, sondern nur die passende. Die Sorten passen dann zusammen, wenn sie zur selben Zeit blühen. In den so genannten "Fachbetrieben" eine fundierte Auskunft zu bekommen, war fast so gut wie unmöglich. Also musste, wie halt in solchen Fällen üblich, das Internet herhalten. Nach stundenlanger Suche und Einholung von Gegenreferrenzen habe ich schlussendlich eine passende Kombi gefunden: Sylvia (selbstunfruchtbar), Sara (selbstfruchtbar) und Regina (selbstunfruchtbar, keine klassische Säulenkirsche - quasi ein Fakebäumchen - aber ein guter Befruchter). Regina habe ich ein wenig unüberlegt gekauft, diese Säulenkirsche sah einfach gut aus und ich habe dem Etikett vertraut. Sollte man bei heiklen Sachen lieber nicht machen. Dieses gibt die Sorte fälschlicherweise auch als selbstfruchtbar aus. Sollte diese Säulenkirsche für unser Gärtchen doch mal zu groß werden, muss sie halt wieder gehen.

Gartenblog Topfgartenwelt Topfgarten: Was beim Kauf einer Säulenkirsche zu beachten ist, erfährst Du hier.

Noch ein paar Anekdoten aus der Baumschule und der weitere Ausblick

Die Säulenkirsche Sara war beim Kauf ein wenig von der Schrotschußkrankheit befallen und wurde, so gut wie möglich, mit einem Fungizid behandelt und stand eine Zeit lang vor Regen geschützt unter dem Dachvorsprung, damit es zu keiner weiteren Ausbreitung kam. Lieber im Vorfeld ein wenig Chemie anwenden als dann wieder Ärger haben. Dazu noch eine Anekdote: die Mitarbeiterin der Baumschule, in welcher ich die Säulenkirsche Sara gekauft habe, meinte doch allen Ernstes, die Biene macht bei den Pollen keine Unterschiede, es reiche aus, wenn Äpfel und Birnen usw. in der Nähe seien und schon könne man Kirschen ernten. Hä? Wie war das noch einmal mit den Bienchen und Blümchen? Manchmal kann man sich einfach nur auf den Kopf greifen. Ist Euch so etwas auch schon mal passiert?

Gartenblog Topfgartenwelt Topfgarten: Die Kirschensorten Sara, Regina und Sylvia passen perfekt zueinander - welche Kirschensorten sollte man kombinieren?passen

Neben den Säulenkirschen ist letztes Jahr auch ein Kriecherl eingezogen. Zu Deutsch eine wilde Mirabelle. Einen solchen Baum wollte ich schon immer mal haben. Es ist zwar kein klassischer Zwergbaum, aber er kam trotzdem in den Topf und hat den ersten Winter gut überstanden. Das Kriecherl erweitert den Topfgarten wunderbar. Ich habe es übrigens bei einer Versand-Baumschule bestellt und bin mit der Qualität sehr zufrieden. Hätte ich mir nicht gedacht. Und da wir gerade dabei sind, vielleicht ziehen heuer noch Säulenbirnen im Garten ein. Irgendwie fehlen die noch.

PS: Die Bilder von den Kirschblüten habe ich vor dem großen Kälteeinbruch aufgenommen. Als ich das letzte Mal unter das schütztende Vlies blickte sahen sie noch gut aus, aber nachdem sich das Wetter nicht stabilisiert, bin ich eher skeptisch, dass wir heuer eine Ernte haben werden.


Bis bald und baba!
Kathrin