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Vielfältig wie Österreichs Natur ist auch dieser Blog. Unser Garten ist Quelle hochwertiger Lebensmittel für die Küche und Oase der Ruhe. Dieser Food- und Gartenblog bietet Dir Rezepte, Buchvorstellungen, Gartentipps sowie Reiseimpressionen. Gegärtnert wird im Freiland und im Topf.

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Sonntag, 29. April 2018

Buchtipp: Zwerg- und Säulenobst - 170 Sorten für den Garten!

By On 08:00
In unserem Garten findet sich verschiedenes Zwerg- und Säulenobst. Einige der Bäumchen wachsen im Topf (50er bis 60er Kübel), andere wiederum sind inzwischen frei ausgepflanzt. In beiden Fällen gedeihen sie gut. Den Grundstein für einen Topfgarten, welcher auch Obstgehölze in "Miniaturform" enthält, legte ich bereits vor einigen Jahren in Graz. Einige der Pflanzen von damals erfreuen uns nach 8 Jahren trotz ihres kleinen Wuchses und zwei (!) Umzügen noch immer, von anderen haben wir uns trennen müssen. Nun ist im Ulmer-Verlag ein neues Buch von Heinrich Beltz zu diesem Thema erschienen: "Zwerg- und Säulenobst - 170 Sorten für den kleinen Garten".

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Zwerg- und Säulenobst: Obstbäume für den Topf und kleinen Garten
 *) Säulenapfelbaum

Wie alles begann

Vor etlichen Jahren fiel mir in einer Buchhandlung der Titel mein Naschbalkon von Natalie Faßmann, ebenfalls im Ulmer-Verlag erschienen, in die Hände. Es war damals leider noch Winter und somit musste ich mich bei der Umsetzung der aus dem Buch gewonnen Ideen in Geduld üben. Ein Wunsch stand ganz oben auf der Liste: Obst in großen Kübeln zu kultivieren. Da die genannten Sorten eher überschaubar waren und schlussendlich eher schwer zu bekommen waren, machte ich mich auf die Suche nach weiterführender Literatur und fand ... nichts. Lediglich ein Verlag hatte  im Jahre Schnee einen Titel zum Thema Obst und Beeren in Töpfen und Kübeln herausgebracht, danach herrschte anscheinend Flaute. Daher freut es mich nun umso mehr im Ulmer-Verlag ein aktuelles Buch entdeckt zu haben, welches sich ausschließlich mit Zwerg- und Säulenobst beschäftigt.

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Zwerg- und Säulenobst: Apfelblüte im April
*) Säulenapfelbaum

Buchtipp: Zwerg- und Säulenobst - 170 Sorten für den kleinen Garten

Unser grünes Refugium umfasst bekanntlich lediglich 350 m². Diese 350 m² müsen aber alle unsere Bedürfnisse nach Obst, Gemüse, Blumen, Freifläche und Spielwiese abdecken müssen. Platz für große Bäume ist damit nicht gegeben und für Obstgehölze, die regelmäßig einen aufwendigen Schnitt benötigen, um ihre Form zu erhalten, fehlt die Zeit. Zwerg- und Säulenobst bietet sich bei solchen Gegebenheiten am Besten an. Auch der Autor sieht den Boom für kleinwüchsige Obstarten vorwiegend im beschränkten Platz und der modernen Lebensweise begründet.

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 *) Verlag Eugen Ulmer

Aufbau des Buches

Der Titel "Zwerg- und Säulenobst" umfasst 5 große Kapitel, welche sich jeweils in weitere Themenschwerpunkte gliedern:
  • Auswählen, pflanzen, pflegen
  • Säulenäpfel + Sortenvorschläge
  • Andere Säulenobst-Arten + Sortenvorschläge
  • Zwergobst + Sortenvorschläge
  • Service (Bezugsadressen)
Der Schwerpunkt des Buches liegt aus meiner Sicht eindeutig beim Säulenobst. Dies ist aber vollkommen in Ordnung, da Obstsäulen sehr platzsparend sind und sich somit auch perfekt für größere Balkone und Terrassen eignen. Allerdings ist bei der Topfkultur am Balkon das Gewicht des Kübels zu beachten. Wir nutzen teilweise 60er Gefäße und die sind richtig schwer.

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Zwerg- und Säulenobst: Sortenempfehlungen Sorten
*) Säulenapfelbaum

Aus dem Inhalt

Das erste Kapitel ist das längste und beinhaltet zahlreiche interessante Informationen zu Zwerg- und Säule. Dies beginnt bei der Entdeckung der säulenartigen Wuchsform beim Apfel und erstreckt sich auf alle weiteren derartigen Züchtungen. Es wird auf Veredelungsunterlagen eingegangen, Standort und Verwendung erklärt, als auch auf ansprechende Kombinationsmöglichkeiten mit Zierstauden hingewiesen. Ich persönlich fand auch das ausführliche Unterkapitel über Krankheiten und Schädlinge sehr informativ. 

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Zwerg- und Säulenobst: blühende Säulenkirsche
*) Säulenkirsche

Ganz toll ist der Hinweis des Autors, dass ein echter Säulenwuchs nur bei Äpfeln vorkommt und alles andere unechte Säulen sind, die zumindest ein paar Schnittmaßnahmen (Tipps im Buch) benötigen, um ihre Form zu behalten. Ebenfalls wird schonungslos mit Werbeversprechen einiger Anbieter aufgeräumt, die diverses Beerenobst als Säule an den Mann, äh Gärtner, bringen möchten.

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Zwerg- und Säulenobst: blühende Zwergnektarine
*) Zwergnektarine

Sortenvorschläge

Die Sortenempfehlungen sind übersichtlich gestaltet und beschränken sich jeweils auf die wichtigsten Informationen:
  • Beschreibung der Frucht
  • Genussreife
  • etwaige Krankheiten
  • eventuell kurze Bemerkung zur Züchtung
Leider fehlt bei den Äpfeln eine Angabe zu möglichen Befruchtersorten. Auch bei den Kirschen und Birnen gibt es dazu keine Information. Geeignete Befruchter zu erwerben, ist aber ein zentrales Problem, wenn man Obstbäume pflanzt. Besonders schwierig war es für mich passende Partner bei Kirschen und Birnen zu finden. Äpfel werden von den Züchtern meist so angeboten, dass die Pflanzen aus einer Kulturreihe meist gut zusammenpassen. Hier ist die Problematik daher nicht ganz so groß. Außerdem gibt es wesentlich mehr Sorten bei Säulen- und Zwergäpfeln als bei Birnen und Kirschen.

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Zwerg- und Säulenobst: Säulenobst Erfahrungen

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Zwerg- und Säulenobst: platzsparendes Obst für den kleinen Garten
 *) Zwergnektarine
Sortenvorschläge gibt es für folgendes Obst:
  • Apfel
  • Birne
  • Kirsche
  • Zwetschgen und Pflaumen
  • Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen (Marille)
  • Mandel
  • Brom-, Him- und Heidelbeeren

Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Zwerg- und Säulenobst: Säulenobst Zwergobst im Kübel
*) Säulenapfel

Ehrlichkeit

Besonders positiv ist mir aufgefallen, dass sich Heinrich Beltz nicht von utopischen Werbeversprechen leiten ließ, sondern eine sehr neutrale Sicht auf die Kultivierung von Zwerg- und Säulenobst hat. Daher werden auch zentrale Themen wie Vergreisen, Alternanz und Krankheitsanfälligkeit gewisser Pflanzen aufgegriffen. Auch hinsichtlich der Pflege wird ehrlich argumentiert. Es werden sogar Spritzmittel bei starkem Befallsdruck empfohlen.


Gartenblog Topfgartenwelt Buchtipp Zwerg- und Säulenobst: Säulenobst Zwergobst auspflanzen
*) Säulenkirsche

Fazit

Ein sehr brauchbares Buch, wenn man seinen Garten mit Säulen- und Zwergobst bereichern möchte, aber den Versandhändlern und Gartencentern nicht das alleinige Vertrauen schenken möchte. 

Meine ganz persönliche Erfahrung zu Zwerg- und Säulenobst kannst Du im Artikel: "Zwergkirsche vs. Säulenkirsche" nachlesen. Er beinhaltet meine Odyssee bei der Anschaffung von Säulenkirschen. Bist Du eher auf der Suche nach normalen Obstbäumen, ließ doch meine Rezension über "Resistente und robuste Obstsorten". Hat es Dir eher Wildobst angetan, schau Dir doch diesen Artikel "Wildobst - gärtnern mit heimischen Pflanzen" an. Mehr über meine Säulenapfelkombination erfährst Du in Blühende Säulenbäume.

"Zwerg- und Säulenobst - 170 Sorten für den kleinen Garten", Heinrich Beltz, Ulmer-Verlag, ISBN 978-3-8001-0855-8, 124 Seiten, € 16,90 (DE) / € 17,40 (AT).

Vielen herzlichen Dank für das Belegexemplar!

Zum Pinnen:

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Baba und bis bald,
Kathrin

Montag, 7. November 2016

Buchtipp: Wildobst! Gärtnern mit heimischen Pflanzen.

By On 06:30

Baumarktpflanzen aus dem Billigsegment vs. Pflanzen aus der Baumschule

Ein ähnliches Thema hatte ich erst vor Kurzem aufgegriffen. Zu viele überzüchtete Pflanzen, meist Baumarkt- oder Gärtnereimassenware aus dem Billigstsegment, bringen im eigenen Garten oftmals nicht den erwarteten bzw. gewünschten Erfolg. Die Errungenschaften schwächeln, werden krank und müssen schlussendlich entsorgt werden. Das Geld ist rausgeschmissen und die Enttäuschung groß. Ein neuer Trend führt aber back to the roots und stellt jene Pflanzen in den Mittelpunkt, die auch in mitteleuropäischen Gefilden gut wachsen, selbst wenn sie hier nicht unbedingt heimisch sind und deren Pflegeaufwand sich in Grenzen hält.


Wildobst für den Garten

Diese neue Richtung greift Ina Sperl in ihrem Buch "Wildobst - Schlehe, Hagebutte und Co für meinen Garten" auf. 40 verschiedene Wildobstarten werden entsprechend ihrer besten Verwendungsmöglichkeiten im Rahmen eines Natur-, Küchen- oder Familiengartens vorgestellt. Neben alten Bekannten wie Brombeere, Haselnuss und Himbeere finden sich auch Exoten wie Feigen, Pawpaw und Goji-Beere. Die Pflanzenportraits umfassen meist eine Doppelseite. Die Beschreibung beinhaltet die wichtigsten Informationen hinsichtlich Wuchs, Verarbeitung und Standortwahl.

Wildobst

Gleich zu Beginn des Buches wird der Leser darauf aufmerksam gemacht, dass er sich keine genormten Früchte wie aus dem Supermarkt erwarten solle, denn Wildobst hat seine Schönheitsfehler und bedarf mancher aufwendigen Verarbeitung. Dies überhaupt dann, wenn die Früchte im Rohzustand nicht genießbar oder gar giftig sind, wie es beim Holunder oder der Berberitze der Fall ist. Manche Pflanzen haben zudem Doppelgänger, z.B. die Erdbeere und die nicht genießbare indische Scheinbeere.  Ein wichtiges Thema, denn immerhin trifft man nicht nur im Garten auf diese Pflanzen.

Hagebutte bei Rose Sweet Pretty

Welches Wildobst findet sich im eigenen Garten?

Beim Lesen solcher Bücher richtet sich mein Fokus natürlich auch auf den eigenen Garten. Unweigerlich gleiche ich ab, welche Pflanzen sich bei mir finden. Von den 40 vorgestellten Arten wohnen bei mir immerhin 10, wenn auch nicht immer in ihrer Wildform. Aber eine Besonderheit findet sich bei uns - ein südsteirischer Weinbergpfirsich, der an seinem geschützten Standplatz meist ein Garant für viele Früchte ist. Sie sind zwar wesentlich kleiner wie jene von Zuchtformen, aber dafür umso köstlicher, da sonnengereift. Weniger anfreunden konnte ich bislang mit der Berberitze, für mich nach wie vor eine 70er Jahre Heckenpflanze, und zu exotischen Sorten wie Japanische Weinbeere.


Pflege von Wildobst

Ein Kapitel ist vor allem der richtigen Pflege von Wildobst gewidmet. Auch, wenn der Pflegeaufwand wesentlich geringer ist als bei konventionellem Obst, so entfällt er nicht vollständig. Zudem gibt es Tipps, welche schon beim Auspflanzen berücksichtigt werden sollten. 


Mein persönliches Highlight sind die vielen Vorschläge zur Verwendung von Wildobst. Seien es Dekoideen oder herrliche Rezepte. Das Buch bietet für jeden etwas. Selbst die Anlage eines Labyrinths aus Wildäpfeln wird behandelt. 

"Wildobst - Schlehe, Hagebutte und Co. für meinen Garten", Ina Sperl, Verlag Eugen Ulmer, 168 Seiten, ISBN-978-3-8001-0366-9, € 24,90 (DE) / € 25,60 (AT).

Vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar.

Bis bald und baba!

Donnerstag, 15. September 2016

Buchtipp: Ur-Obst - wurzelecht und pflegeleicht!

By On 06:30

Ein kranker Marillenbaum?

Mir ist vollkommen bewusst, dass die Kultivierung von Marillen abseits eines Weinbauklimas recht schwierig ist, aber dennoch möchte ich es nicht aufgeben. Nachdem uns die Sorte "Ungarische Beste" von heute auf morgen an einem schönen Frühlingstag eingegangen ist (bei Marillen leider möglich), haben wir uns letztes Jahr einen neuen Marillenbaum zugelegt - dieses Mal eine Zwergobstsorte. Der neue Baum ist an und für sich gut gewachsen, sieht aber seit dem letzten Jahr im Juli recht komisch aus. Die Blätter rollen sich konisch ein. Zuerst dachte ich an die europäische Steinobstvergilbung - eine Viruserkrankung bei der es kein Entrinnen für das Bäumchen gibt. Allerdings sollten damit vorzeitiger Frucht- als auch Laubfall einhergehen. Beides trifft nicht zu. Den Grund für das Blattrollen konnten wir bislang nicht eruieren, jedenfalls waren daran auch nicht nur die Larven des Dickmaulrüsslers schuld, diese haben wir so gut es ging durch einen Erdewechsel beseitigt, das Problem ist dennoch da.

 
 
*Weinbergpfirsich aus der Südsteiermark

Doch warum wird es eigentlich immer schwieriger Obst zu pflegen bzw. es so kultivieren zu können, dass man auch ein bisschen Ertrag hat ohne wie wild spritzen zu müssen? Liegt es vielleicht wirklich an völlig überzüchteten Sorten?

Ur-Obst - alte, pflegeleichte Obstsorten für den Garten

Im Leopold Stocker Verlag ist ein Buch erschienen, welches diesem Thema auf den Grund geht: "Ur-Obst - wurzelecht und pflegeleicht". Geschrieben hat es Dr. Norbert Kleinz, ein Mitbegründer der Baumschule Ahornblatt in Mainz. Er und seine Mitstreiter haben sich auf die Suche nach Wildobstbeständen in Fluren und Weihern in ganz Mitteleuropa gemacht und vermarkten nun ihre Fundstücke kommerziell, sofern eine geeignete Vermehrung (wenn möglich wurzelecht) sichergestellt ist. Im Buch werden insgesamt 200 Sorten verschiedener Pflanzen vorgestellt, die weder überzüchtet noch extrem pflegeinstiv sind. Bei den jeweiligen Pflanzenbeschreibungen geht der Autor jeweils auf allgemeine Aspekte, Forschungsrichtungen, Sorten und künftige Entwicklungen ein. Die Zahl der beschriebenen Sorten pro Pflanzenfamilie ist unterschiedlich. Behandelt werden jedenfalls alle gängigen Obst- und Beerenarten: Apfel, Birne, Kirsche, Brom-, Erd- und Himbeeren, Ribisel und viele mehr.

 


Ur-Obst - eine Marke

Unter Ur-Obst, eine eingetragene und geschützte Marke, versteht der Autor somit vornehmlich Pflanzen, die ohne menschliche Pflege gedeihen können, quasi mit Wildbedingungen zurecht kommen - entweder, weil sie hier ohnehin heimisch sind oder sich aufgrund der jahrhundertelangen Kultivierung genetisch an ein bestimmtes Gebiet und dessen klimatische Gegebenheiten angepasst haben. Der Vorteil von Ur-Obst liegt laut Dr. Kleinz vor allem in der Robustheit und Widerstandsfähigkeit. Gerade solche Pflanzen sind oft gegen kulturbedingte Schadorganisment, egal ob Pilz oder Getier, resistent oder zumindest wesentlich widerstandsfähiger als Massenzüchtungen. Einzig und allein sollte man damit leben können, dass nicht alle Früchte wie aus dem Ei gepellt aussehen. 


Ein Weinbergpfirsich im Topf

In unserem Garten gedeiht seit Jahren ein Weinbergpfirsich - entsprechend der Definition von Hrn. Dr. Kleinz ein richtiges Ur-Obst. Ich habe ihn selbst aus einem Kern gezogen und mittlerweile viele Kerne auch wieder verschenkt, damit sich auch andere an dieser leckeren gelbfleischigen Frucht erfreuen können. Da er aus der Südsteiermark stammt, ist er an den vielen Regen in Salzburg nicht zu 100% angepasst und muss an einer geschützten Stelle stehen, ist aber davon abgesehen nicht weiter pflegeintensiv. Er gedeiht selbst im Topf prächtig. Um das heimische Obstsortiment im Garten zu erweitern, besitzen wir seit Sommer auch einen Kriecherlstrauch. Dessen weitere Entwicklung ist aber erst abzuwarten. Angewachsen ist er gut. Kurios ist nur, dass ich ihn in einer Online-Gärtnerei bestellen musste, da diese Strauchbäume hier nicht (mehr) vertrieben werden.




Ebenso ist der weitere Habitus der Marille zu beobachten, sollte sie auch nächstes Jahr vor sich hinmickern und den ganzen Sommer lang ein scheußliches Bild abgeben, wird sie entsorgt. Um Ersatz haben wir uns vorsorglich heuer schon gekümmert und uns eine "Französische Wurzelechte" besorgt. Eine Sorte, die über Sämlinge vermehrt wird. Sie wird wurzelnackt im Oktober geliefert, passt perfekt zum Weinbergpfirsich passen und man kann zudem noch ein paar Bäumchen aus Samen ziehen.

* kranke? Marille

Das Buch ist insofern interessant, da man sich eigentlich viel zu wenig damit beschäftigt, dass es auch abseits der heutigen Züchtungen noch zahlreiche wilde Obst- und Beerensorten gibt. Diese vielleicht sogar die viel besseren Eigenschaften haben als Standardprodukte aus dem Baumarkt, denn ganz ehrlich was hat man von makellosen Früchten, wenn der Baum oder Strauch schon nach kurzer Zeit gegen alles mögliche behandelt werden muss?!

"Ur-Obst - wurzelecht und pflegeleicht - 200 Sorten", Dr. Norbert Kleinz, Leopold Stocker Verlag, ISBN-978-3-7020-1591-6, 180 Seiten, € 29,90.
 
Vielen Dank für das Rezensionsexemplar!

Bis bald und baba!

Mittwoch, 8. Juni 2016

Buchtipp: Resistente und robuste Obstsorten!

By On 06:30

Eine Zwergreineclaude, die einfach nicht wollte

Vor etwa sechs Jahren haben wir in einem Baumarkt einen Zwergkirschbaum (Sorte nicht bekannt) als auch eine Zwergreineclaude (Gold Dust) gekauft. Beide tümpeln leider vor sich hin. Die Kirsche blüht zwar Jahr für Jahr wunderschön, doch bislang haben wir noch keine einzige Frucht geerntet. Mangelnde Befruchtung scheidet aus, da sich nämlich sehr wohl Früchte bilden, diese aber vorzeitig wieder abfallen. Ein Trauerspiel. Die Renneclaude blüht (meistens) gleich gar nicht. In den letzten Jahren brachte sie es gerade einmal zu vier wurmstichigen Früchten.


Nun steht seit dem Vorjahr der Wunsch im Raum zumindest für's Erste eines der beiden Obstgehölze zu ersetzen. Wenn möglich, die Kirsche. Denn diese wird jedes Jahr stärker von der Monilia (meine Einschätzung) geplagt. Einem Triebspitzensterben, das sich trotz Rückschnitten ins gesunde Holz immer stärker ausbreitet. Zudem fehlt bei einem Zwergbaum irgendwann die Substanz für Rückschnitte. Kurz gesagt, der Baum ist geschwächt und krank. Vielleicht gibt es deswegen keine Ernte?!

 *Zustand unserer Kirsche

Taschenatlas resistente und robuste Obstsorten

Im Ulmer-Verlag ist vor Kurzem der Taschenatlas resistente und robuste Obstsorten von Franz Rueß erschienen. Auf den ersten paar Seiten erhält man eine kurze Einführung hinsichtlich der hierzulande gängigen Obst- und Beerenarten wie Apfel, Kirsche, Quitte und Co. Insbesondere wird dabei auf Anbauweisen, Unterlagen und Krankheiten eingegangen. Anschließend folgt eine umfangreiche Auswahl an verschieden Sorten, die dem Buchtitel gerecht werden.


Jede Sortenbeschreibung ist mit einer Legende versehen, die einen raschen Überblick gibt, ob die jeweilige Sorte für den Hausgarten, die Streuobstwiese, zum Brennen oder Backen geeignet ist. Auch auf einen besonders hohen Vitamin C Gehalt, Lagerfähigkeit und Vermarktungmöglichkeiten wird hingewiesen. Daneben gibt es natürlich noch Informationen zur Wuchseigenschaft und betreffend sortenspezifischer Krankheiten und Schaderregern. Interessant ist auch, dass die Herkunft der jeweiligen Sorte beleuchtet wird als auch die phänologischen Daten. An dieser Stelle ist darauf hinzuweisen, dass sämtliche Erkenntnisse im Obstversuchsgebiet Bad Friedrichshall im mittleren Neckarkreis gewonnen wurden.


Der Autor widmet ganz besonders den Äpfeln viel Raum. Hier werden bei Weitem die meisten Sorten vorgestellt, unter anderem auch Säulenobst, welches sich perfekt für kleine Gärten eignet. Dies kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Meine eigenen Bäume sind fast alle aus der "Star"-Reihe und wachsen recht gut.


Die im Buch vorgestellten Kirschen sind für unseren 350m2 großen Garten leider allesamt zu wüchsig. Diesbezüglich müssen wir uns wohl in der örtlichen Gärtnerei auf die Suche machen.

Als besonderes Extra am Ende des Buches findet sich eine Skala zur Stärkebestimmung bei Äpfeln nach Dr. Streif (Jod-Stärke-Test). Sortenempfehlungen gibt es des Weiteren für: Birnen, Stachelbeeren, Himbeeren, Blaubeeren, Walnüsse und vieles mehr.

"Taschenatlas Resistente und robuste Obstsorten", 192 Seiten, Franz Rueß, Eugen Ulmer Verlag, ISBN 978-3-8001-0342-3, € 18,40 (A)/ € 17,90 (DE).

Vielen herzlichen Dank für das Rezensionsexemplar.

PS: Ich würde mich freuen, wenn Ihr hier nochmals für meinen Garten voted oder ihm ein Facebook-Like gebt.

Bis bald und baba!

Samstag, 20. Dezember 2014

Obst - Das Grüner Daumen Konzept!

By On 21:50
Nachdem der Winter heuer anscheinend eine Pause einlegt und wir wohl vom Herbst direkt in den Frühling wechseln - sollte man dem derzeitigen Wetterbericht Glauben schenken - ist der Zeitpunkt perfekt sich ein paar Gedanken um die kommende Obst- und Beerensaison zu machen. Ich möchte z.B. jeweils noch eine Brombeer- und Heidelbeerstaude pflanzen, damit die zukünftige Marmeladeproduktion noch etwas abwechslungsreicher wird. Zudem warte ich schon voller Vorfreude auf die ersten Trauben, welche ich hoffentlich schon bald von meinem Isabella-Rebstock ernten kann.


Doch ach, bevor ich jetzt vollends ins Schwärmen gerate, muss ich mir nochmals ins Gedächtnis rufen, dass wir erst Dezember haben. Weihnachten steht kurz vor der Türe - bis es im Garten wieder los geht, wird wohl noch ein bisschen dauern. Die Zeit kann ich mir jedenfalls mit einem tollen Buch, erschienen im BLV-Verlag versüßen: Obst - Das Grüner-Daumen-Konzept von Hans-Werner Ollig.


Auf 127 Seiten wird dem interessierten Leser ein rasanter Überblick über den Anbau von Obst und Beeren gegeben. Der Autor konzentriert sich auf die wesentlichsten Punkte. Das Buch ist leicht verständlich aufgebaut, besondere Tipps sind jeweils mit einem Daumen-hoch in grüner Schrift markant hervorgehoben.


Erdbeere am 20. Dezember 2014!

In kurzen Einführungskapiteln wird prägnant auf Kompost, Dünger, Pflanzenschutz, Pflanzzeit, zu verwendete Werkzeuge und Materalien und Schnitt eingegangen. Die Schnitttechniken werden allerdings bei den jeweiligen Obstarten noch näher ausgeführt, wenn auch leider Schnittanleitungen in Bildern fehlen. Dies würde aber auch den Umfang des Buches sprengen.


Nachfolgend werden in jeweils mehrere Seiten überspannenden Portraits Sorten, Variationen, Erziehungsformen, mögliche Schädlinge wie Krankheiten und jeweils ein leckeres Rezept zum Nachkochen bzw. Nachbacken vorgestellt.  Folgendes wird im Buch behandelt: Apfel; Birne & Quitte; Kirsche, Zwetschge & Mirabelle; Pfirsich & Aprikose/Marille; Erdbeere; Johannisbeere & Stachelbeere; Brombeere & Himbeere; Heidelbeere & Cranberry sowie Kiwi & Weintraube - wie man sieht, wird das komplette Spektrum abgedeckt.


Wer sich genauer mit der Materie beschäftigen möchte, dem kann ich "Das BLV Handbuch Obst" von Martin Stangl empfehlen, welches ich bereits hier vorgestellt habe oder "Der Obstgarten" von Karen Meyer-Rebentisch, welches ebenfalls vom BLV-Verlag verlegt wird (siehe hier), sollte jemand mehr über "alte" Sorten wissen wollen.

Baba und bis bald!

Montag, 30. Juni 2014

Obst und Beeren!

By On 23:02
Es ist Ende Juni, es ist (meistens) warm, es ist feucht, wir haben nahezu sprichwörtliches Treibhauswetter, wenn nicht gerade ein durchziehendes Tief den Sommer durchkreuzt. Dies macht sich nicht nur beim Gras bemerkbar, sondern auch bei sämtlichen meiner Obstbäumchen und Beerensträuchern. Kennt Ihr das nicht auch? Einige sind so kräftig gewachsen, dass Ihnen ein sommerliches Styling gut tun würde, doch wo ansetzen? Immerhin möchte man schließlich auch nächstes Jahr auch Obst und Beeren ernten, also wäre es nicht gerade förderlich, das Fruchtholz zu ruinieren.


Meine Säulenbäumchen müssen zum Glück so gut wie gar nicht geschnitten werden - sie wachsen sehr langsam und kompakt, doch beim Wein, dem Weinbergpfirsich und der Zwergreneklode sieht das schon ganz anders aus. Insbesondere der Wein ist in den letzten Jahren recht "hacksat" (unförmig) gewachsen, da ich ihn, ich gebe es zu, nie richtig geschnitten habe. Eine große Hilfe war mir daher eines der neuen Bücher vom BLV-Verlag "Das BLV Handbuch Obst - Umfassendes Expertenwissen: Obstgehölze & Beerensträucher" von Martin Stangl. Vielen Dank!
Das Buch ist sehr umfassend und genau, insbesondere das Richtige für jemanden, der große Freude an der Pflege, Vermehrung, Veredelung und Auswahl an diesen langlebigen Pflanzen hat. Jeder Obst- und Beerenart ist ein eigenes Kapitel gewidmet, wo in Kürze die wichtigsten Informationen vermittelt werden. Daran angeschlossen ist jeweils eine ausführliche Sortenbeschreibung, die auch auf einzelne Vor- und Nachteile eingeht, z.B. bestimmte Resistenzen oder Anfälligkeiten.



Mich haben ganz besonders die Kapitel über Pflege und Pflanzenschutz angesprochen, denn Dank der detailliert beschriebenen Schnittanleitung, hat der Wein wieder eine ganz ordentliche Frisur.



Neben diversen Schnitt- und Pflegeanleitungen für sämtliche Obst- und Beerensorten, die auch für Laien ohne weiteres umsetzbar sind, enthält das Buch im Kapitel Pflanzenschutz auch eine auf jede Obst- und Beerenart abgestimmte Übersichtstafel über die gängigsten Schädlinge und Krankheiten . Auch in meinem Garten wurde ich fündig - erschreckend oft:

Schwarze Kirschblattläuse laben sich an meinem Zwergkirschbaum und werden natürlich von den Ameisen gehegt und gepflegt. Daneben versuchte sich auch Monilia-Spitzendürre im Frühling, begünstigt durch das feuchte Wetter, im Baum breit zu machen, ein Rückschnitt bis ins gesunde Holz, wie auch im Buch empfohlen, wirkte wahre Wunder!


Mittlerweile weiß ich auch, dass ich bei meinem Marillenbäumchen nichts falsch gemacht habe, sondern es in der Natur dieses Obstgehölzes liegt einfach abzusterben zu können - von heute auf morgen, ganz ohne Vorwarnung. Außer diesem Bild ist mir daher von meiner Marille nichts mehr geblieben ....


Die Nektarine und der Weinbergpfirsich litten aufgrund ihrer suboptimalen Standorte in den letzten zwei Jahren an der Kräuselkrankheit, welche heuer ganz massiv auftrat und beide Bäumchen ordentlich quälte.


Dieses Buch von Martin Stangl bietet wirklich in jeder Hinsicht eine sehr gute Hilfestellung. Mich wird es jedenfalls von nun an die ganze Saison über begleiten. Erleichtert wird dies auch ungemein durch das Kapitel "Der Obstgarten im Jahreslauf", so dass ich bestimmt keine wichtigen Pflegemaßnahmen mehr verpasse.

Baba und gute Nacht :)

Dienstag, 8. April 2014

Der Obstgarten!

By On 22:58
Ach herrje, eigentlich wollte ich Euch heute ein paar Bilder meiner blühenden Obstbäume im Garten zeigen, doch was ist? Im Laufe des Tages hat sich eine dicke Wolkenfront über unser kleines Städtchen gezogen, die am Abend einen gehörigen Regenguss brachte. Meine Freude darüber hielt sich in Grenzen, wollte ich doch ein paar Bilder für den Blog knipsen, aber für die Natur war es total wichtig, die Erde ist in den letzten Wochen ziemlich ausgetrocknet.


Passend zur Jahreszeit der Obstbaumblüten durfte ich ein neues Buch vom BLV-Verlag probelesen - "Der Obstgarten - Sortenvielfalt, Rezepte, Reportagen" von Karen Meyer-Rebentisch. Das Buch ist so gegliedert, dass jeweils eine Obstsorte (Apfel, Birnen, diverse Beeren usw.) vorgestellt wird, dann eine passende Reportage, z.B. über einen Hobby-Winzer, folgt und das jeweilige Kapitel durch Rezepte abgerundet wird. 


Im Einführungskapitel weist Fr. Meyer-Rebentisch darauf hin, dass Sie in Ihrem Buch großes Augenmerk auf die Vielfalt im Obstgarten legen und daher auch Sorten vorstellen möchte, die nicht mehr so sind, um diese wieder mehr ins Bewusstsein des Lesers zu rücken. Dieses Versprechen wird nur teilweise erfüllt, ein Großteil der behandelten Sorten ist allseits bekannt und leicht zu bekommen. Ich werte dies als großen Vorteil, denn was nützt mir eine tolle Beschreibung, wenn ich die gewünschte Pflanze auch mit viel Mühe nicht auftreiben kann.


Grundsätzlich muss aber gesagt werden, wirklich umsetzen kann man die Ideen dieses Buches nur, wenn man wirklich einen großen Garten hat und vielleicht sogar plant eine Streuobstwiese anzulegen. Mein Garten hat nur 460 m² samt Haus, ein Umstand, welcher den verfügbaren Platz für Bäume sehr begrenzt und die Qual der Wahl bei der Auswahl der grünen Gartengesellen steigen lässt.

Fazit - das Buch gibt viele Anregungen für Gartenobst, dessen Pflege als auch den Reife- und Schnittzeitpunkt. Nicht so gut gelungen ist allerdings, dass sich teilweise Passagen im Buch mehrmals wiederholen. Hingegen finde ich die Vielzahl der Rezepte, die die Autorin mitliefert, ganz toll, sie wecken die Lust diese selbst auszuprobieren.

Donnerstag, 15. April 2010

Blühende Zwerg- und Säulenbäume

By On 22:12
Obwohl die Meinungen über Zwerg- und Säulenobst kontrovers sind, haben wir uns für diese kleinwüchsigen Pflanzen entschieden. Das man sich keine allzu große Ernte erwarten kann, muss einem schon von vornherein klar sein, aber es geht ja gar nicht darum kiloweise Äpfel oder Kirschen zu ernten - wer sollte das alles essen?

Als wir letztes Jahr unsere Obstbäumchen kauften, fehlte uns leider etwas die Erfahrung bzgl richtiger Sortenkombinationen, so dass wir heuer ein wenig austauschen mussten. Die Nektarine behielten wir, tauschten den Pfirsichbaum aber gegen eine Marille ein. Wir entschieden uns für die gängige, selbstbefruchtende Sorte Ungarische Beste, in der Form eines Buschbaumes, da Marillen als Zwergobst im normalen Handel nur nicht (?) zu bekommen sind, außer man geht das Risiko ein und bestellt bei diversen Online-Versandhäusern, wo man dann nie weiß, was man wirklich bekommt.

Eine weitere Änderung gab es bei den Äpfeln. Im Herbst 2008 besorgten wir uns den Säulenapfel Campanillo-R, seinen Kollegen mussten wir damals aber aufgrund eines Wolllausbefalls zurückbringen (Sorte: Sonate). 2009 kauften wir bei Bellaflora einen Terrassenobst-Apfel (Granny Smith) und bekamen von meiner Mama einen Zwergapfel geschenkt. Der Granny-Smithbaum entsprach leider nicht unseren Wuchsvorstellungen und beim Zwergapfel starb leider die Veredelungsstelle ab. Den Granny Smith verkauften wir und der Zwergapfel wächst momentan am Komposthaufen und wird vielleicht von Jakobs Papa neu veredelt.

Als Ersatz holten wir uns der Starline Serie die Sorten Fire Dance und Red River. Die 3 Apfelsorten sind untereinander kompatibel und nun hoffen wir auf Äpfel. Vorallem da der Campanillo-R nun auch zur richtigen Zeit blüht und nicht erst im Herbst - wie 2009. Auch die beiden neuen Apfelbäume zeigen schon Blütenknopsen, sind aber dem bereits gepflanzten ein wenig hinten nach.


Die Terrassenobst Kirsche von Bellaflora behielten wir und sie schenkte uns dafür viele Blüten. Es bleibt zu hoffen, dass eine geeignete Befruchtersorte in der Nähe ist, denn sonst wird es wohl keine Kirschen geben. Soweit ich mich erinnern kann, handelt es sich bei diesem Baum um eine Große Schwarze Knorpelkirsche, aber da ich das Etikett nicht mehr finde, kann ich es nicht mehr genau sagen. Die Zwergkirsche von OBI verkauften wir und ersetzten sie durch eine selbstbefruchtende Zwergkirschsorte. Der alte Zwergkirschbaum blühte zwar reichlich, zeigte aber keine Fruchtansätze, wir hatten wohl keinen passenden Partner in der Nähe.